
James Bondparade: Goldfinger
Shirley Bassey – Goldfinger
Es gibt diese Medienmomente, die man nicht erzwingen kann, die ein glücklicher Unfall sind, die einen für den Rest des Lebens programmieren, ohne dass man davon in diesem Moment was ahnt. Das Anschauen von Goldfinger im Fernsehen in den frühen 90ern war einer meiner solchen Momente. Dem Film habe ich schon meine Hymne verpasst und selbst eine 2011 Live-Fassung als Randnotiz festgehalten. Goldfinger spielt in einer anderen Liga. Es ist als Film und Lied die Schablone eines nun mehr als 60 Jahre alten Franchise. Das ist eben auch kein Zufall.
Goldfinger ist auch deshalb für sich ein glücklicher Unfall, insofern, als das Publikum bereit dafür war und es honoriert hat. Shirley Basseys Titelsong trägt da einen großen Teil zu bei, denn auch wenn es aus heutiger Sicht so einfach und nachvollziehbar scheinen mag, ich vermute, in den 60ern war solch eine Kombination aus Film und Lied anders.

Hinzu kommt die Komposition an sich. Bläser, Streicher, ein Tamburin. Fertig ist ein Klassiker, garniert mit einer Stimme, die man 1 Sekunde hörte und dann nie mehr vergisst. Bassey kann singen und kreiert sich hier selbst die Vorlage für zwei weitere Auftritte. Das Lied besteht bei mir auch den Test der Zeit und verliert bis heute nichts von seiner Faszination.
Selbst die Titelsequenz ist hier die Schablone geworden und was für eine. Selbst diese zählt für mich zu den besten der Serie und hier gelingt noch dieser schwierige Spagat zwischen Stil und Pulp. Eine super einfache Idee, gekonnt umgesetzt. Diesen Minimalismus haben viele folgende Sequenzen verloren.
Vielleicht war genau Goldfinger unbewusst Anlass für diese Serie, um mir noch einmal ein Format zum Glorifizieren zu geben, aber wenige Filme und eben auch dieses Lied als Teil davon verdienen genau dieses hohe Podest. Goldfinger muss einfach beide Ranglisten anführen.
Bondsongs:
- Shirley Bassey – Goldfinger
- Adele – Skyfall
- Carly Simon – Nobody Does It Better
- Tina Turner – Goldeneye
- Garbage – The World Is Not Enough
- A-ha – The Living Daylights
- Sam Smith – Writing’s on the Wall
- Duran Duran – A View to a Kill
- Tom Jones – Thunderball
- Chris Cornell – You Know My Name
- Shirley Bassey – Moonraker
- Nancy Sinatra – You Only Live Twice
- Shirley Bassey – Diamonds are Forever
- John Barry – On Her Majesty’s Secret Service
- Wings – Live and Let Die
- Gladys Knight – Licence to Kill
- Monty Norman – James Bond Theme
- John Barry, Lionel Bart & Monty Norman – Opening Titles
- Sheryl Crow – Tomorrow Never Dies
- Sheena Easton – For Your Eyes Only
- Billie Eilish – No Time To Die
- Rita Coolidge – All Time High
- Alicia Keys & Jack White – Another Way to Die
- Lulu – The Man with the Golden Gun
- Madonna – Die Another Day
Bondfilme:
- Goldfinger
- Im Geheimdienst Ihrer Majestät
- Der Spion, der mich liebte
- Liebesgrüße aus Moskau
- Casino Royale
- Skyfall
- Goldeneye
- Der Mann mit dem goldenen Colt
- Lizenz zum Töten
- Octopussy
- 007 jagt Dr. No
- Moonraker
- Im Angesicht des Todes
- Keine Zeit zu sterben
- Leben und sterben lassen
- Spectre
- In tödlicher Mission
- Feuerball
- Der Hauch des Todes
- Ein Quantum Trost
- Diamantenfieber
- Der Morgen stirbt nie
- Man lebt nur zweimal
- Die Welt ist nicht genug
- Stirb an einem anderen Tag
Fehler und Nachbetrachtung
Mittlerweile korrigiert, ist mir ein Fehler bei Ein Quantum Trost passiert. Natürlich existiert hier nicht nur eine, sondern vielleicht die beste zweite Wahl. No Good About Goodbye ist ein bisher letzter Beitrag der Dame zum Franchise und für meinen Geschmack genau das, was es damals gebraucht hätte. Aber ich habe auch im Rahmen dieser Serie gelernt, wie subjektiv eine solche Auswahl sein kann und dass eben auch oft Finanzielles und Trends Filmmusik prägen.
Diese Artikelserie hat mir super viel Spaß bereitet. Einige Einträge waren in wenigen Minuten fertig. Andere haben Stunden gekostet, auch weil ich teilweise wieder und wieder bei falschen Quellen abgebogen bin oder weil ich im Fall von Die another Day erstmal die zweite Wahl, die Band Red Flag erforschen musste. Einige Lieder haben mich wieder sofort die Filme schauen lassen, andere dagegen hab ich seit Jahren nicht geschaut und viel aus der Erinnerung formuliert.
Am Ende ist es für mich ein gelungenes Experiment, das schließlich in neuer Form eine Fortsetzung finden wird. Beast Mode ist aktuell auf 6 Teile strukturiert. Meine Vermutung: Es wird aufwändiger und wird damit mehr Zeit brauchen. Eventuell werde ich einen Freund und gleichzeitig eine Fachinstanz Probe lesen lassen, damit ich keinen Unfug niederschreibe.
Aber erstmal ist die James Bondparade hiermit zu Ende.
1 Kommentar
Super gelungenes Experiment! Ich rätsele schon mit Vorfreude, was Beast Mode wohl für eine Reihe sein mag.