
James Bondparade: Der Morgen stirbt nie
Sheryl Crow – Tomorrow Never Dies
Das Erste, was mir sofort beim Lesen dieses Filmtitels in den Kopf kommt? Diese markante deutsche Synchronstimme des Bösewichts, oft so subtil wie Klaus Kinski, macht aus Der Morgen stirbt nie genau jenen schwachen Film des Franchises. Musikalisch dagegen ist der Film toll und eine Zäsur, weil mit David Arnold ein neuer Komponist die Feder führt und John Barry nach vielen Filmen ablöst. Vielleicht auch genau deshalb findet sich zu Der Morgen stirbt nie eine Fülle an Optionen, aber dazu später mehr.

Sheryl Crow ist jetzt kein Name, den ich sofort mit einem Bond-Lied in Verbindung bringen würde. Insofern ist die Wahl durchaus zu respektieren. Musikalisch geht der Song wieder in die klassische Shirley-Bassey-Ära zurück, leicht neu interpretiert wie auch Goldeneye.
Bei mir ist das Lied im Laufe der Jahre besser geworden. Mein erster Eindruck war sehr durchschnittlich, aber es ist kein Lied für nur ein erstes schnelles Anhören. Es fehlt die Dominanz der Blasinstrumente und deren Ersatz sind diverse Gitarren. Das klingt reduzierter und passt zur Stimme der Interpretin, die eben keine Shirley Bassey ist. Insofern ein für meine Ohren durchaus gelungener, subtiler Bond-Titel-Song.
Die Titelsequenz ist ein Volltreffer. Ähnlich wie beim Song setzt Daniel Kleinman auf etwas mehr Subtilität in einigen seiner Bilder. Besonders die Silhouette samt Motherboard-Textur weckt Erinnerungen an Metropolis. Passend zum tollen Song, also auch tolle Bilder.
Die zweite Wahl
Für diesen Film existieren sehr viele alternative Lieder und das liegt wohl eben am kreativen musikalischen Wechsel, der hier sorgfältig alles richtig machen wollte.
Surrender – K.D Lang

Mit Abstand, laut diverser Quellen, war dieser Song lange Zeit die erste Wahl und das ist auch leicht nachvollziehbar. Surrender klingt wie ein Bond-Song nach Schablone, positiv formuliert. Alles vorhanden, was die Goldfinger-Formel so zementiert hat. Vielleicht zu klassisch sogar, aber mir gefällt es.
Hier nun die restliche Auswahl:
Pulp – Tomorrow Never Dies

Swan Lee – Tomorrow Never Dies

Saint Etienne – Tomorrow Never Dies

The Fixx – Fatal Shore

Duran Duran – Last Day On Earth

Dot Allison – Tomorrow Never Comes

Bemerkenswert, wie viele und wie differenziert diese Einreichungen sind. Keines davon ist schlecht was zeigt, welch Filter dieses Franchise schon damals war. Nicht grundlos werden viele dieser Werke in regulären Alben platziert. Das berühmteste Beispiel davon wurde sogar eine eigene Single.
Kein anderer Bond-Film hat solch eine große Auswahl an musikalischen Einreichungen. Die Sheryl-Crow-Variante mag jetzt nicht die spannendste sein, aber das ist am Ende das geringste Problem dieses Films.
Bondsongs:
- Garbage – The World Is Not Enough
- A-ha – The Living Daylights
- Tom Jones – Thunderball
- Chris Cornell – You Know My Name
- Shirley Bassey – Moonraker
- Shirley Bassey – Diamonds are Forever
- Wings – Live and Let Die
- Gladys Knight – Licence to Kill
- Sheryl Crow – Tomorrow Never Dies
- Billie Eilish – No Time To Die
- Rita Coolidge – All Time High
- Alicia Keys & Jack White – Another Way to Die
- Lulu – The Man with the Golden Gun
- Madonna – Die Another Day
2 Kommentare
Ich mochte den Bond immer irgendwie. Vielleicht weil meine beste Freundin damal sehr auf Pierce Brosnan stand. Und ich mochte es sehr, Jonathan Priece, den ich ja 5000 Mal in Brazil gesehen hatte als Bösewicht wiederzusehen. Und neulich erst habe ich herausgefunden, dass dieser Bond ja der Druchburch für Michelle Yeoh war. Ich wusste noch, dass James eine asiatische Sidekick hatte, die mir damals ziemlich gut gefiel. Aber dass das Michelle Yeoh war, hatte ich wirklich nie, nie, nie auf dem Schirm …
Ich überlege gerade, ob ich sie schon vorher in einem Policy-Story-Film sah, aber bin mir relativ sicher, auch diese Filme sind erst nach dem Bond noch mal bei uns richtig beworben worden.