
James Bondparade: Feuerball
Tom Jones – Thunderball
Welch unmögliche Aufgabe Feuerball im Bond-Kanon zu erfüllen hat. Goldfinger ist bis heute die Schablone und in seiner Komposition einfach makellos. Ein großer Teil davon ist auch der Titelsong, aber wie bitte sollte man dies übertreffen? Feuerball versucht es krampfhaft, so sehr, dass das Endergebnis darunter leidet und der Kontrast zum Film davor umso größer wirkt. Meine Meinung zum Film hat sich nicht sehr verändert und diese langen Unterwassersequenzen sind heute schwieriger zu sehen. Der Plot an sich ist solide, aber eben kein Goldfinger.

Beim Lied dagegen ist eigentlich alles gelungen, und Tom Jones braucht den Vergleich nicht zu scheuen und kreiert einen Bond-Song für die Ewigkeit. Zweifellos ist auch hier zu jeder Silbe zu hören, wie krampfhaft es nach Goldfinger klingen soll, aber irgendwie ist das einfach gelungen und Jones‘ Stimme macht aus einer dreisten Kopie ein großartiges Original und eine so markante Hymne des Franchise. Auch diese Titelsequenz zählt zu meinen Favoriten, aufgrund ihrer Einfachheit. Kräftige Farben, verführerische Silhouetten, mehr braucht es nicht. Minimalistischer Maurice Binder, auf den Spuren eines Saul Bass.
Die zweite Wahl
Diesmal gibt es einiges zu notieren. Ganze zwei Songs gelten als Varianten, eine davon existiert sogar in zwei unterschiedlichen Interpretationen. Goldfingers Schatten war sicherlich so groß, dass John Barry direkt einen zweiten Versuch mit Shirley Bassey realisierte. Hierzu sollte der Bond-Fan wissen, dass Bassey zu der Zeit Muse Barrys war und das in späteren Texten noch sehr eindeutig-zweideutig und transparenter wird, aber das finde ich jetzt auch eher wundervoll und nachvollziehbar.

Mr.Kiss Kiss Bang Bang war das Ergebnis, dass zusätzlich auch von Dionne Warwick eingesungen wurde, nachdem Basseys Gesang irgendwie nicht so gut ankam. Am Ende wurden beide Versionen nicht akzeptiert, was ich nicht wirklich nachvollziehen kann, denn der Song ist großartig, aber es fehlt eben der stumpfe Filmtitel im Text.

Tja, und dann existiert da noch eine Variante für ein paralleles Universum, in dem Bond im Wilden Westen als Cowboy unterwegs ist, eingesungen von Johnny Cash:

Das ist so absurd, dass ich es fast schon gut finde.
Bondsongs:
- Garbage – The World Is Not Enough
- A-ha – The Living Daylights
- Tom Jones – Thunderball
- Chris Cornell – You Know My Name
- Shirley Bassey – Moonraker
- Shirley Bassey – Diamonds are Forever
- Wings – Live and Let Die
- Gladys Knight – Licence to Kill
- Sheryl Crow – Tomorrow Never Dies
- Billie Eilish – No Time To Die
- Rita Coolidge – All Time High
- Alicia Keys & Jack White – Another Way to Die
- Lulu – The Man with the Golden Gun
- Madonna – Die Another Day
2 Kommentare
Der Film hat mich als Kind / Jugendlicher wahnsinnig gepackt, aber ich habe ihn schon ewig nicht mehr gesehen. Muss ich mal wieder machen. Und der Titelsong ist – tja – großes Kino, sehr großes … 🙂
Ich hatte den Song überhaupt nicht mehr auf dem Schirm, vielleicht sogar nie gehabt. Aber Tom Jones ist wirklich eine grossartige Wahl für einen James-Bond-Sänger. Herrlich, dass es das gibt, und ich meinem Schmunzeln habe ich wahrgenommen, dass er auf Platz Deiner Bond-Song-Charts steht. Und während ich mich selber beim Schmunzeln beobachtet habe, habe ich gemerkt, wie ausgesprochen schön und clever, die Format-Idee ist. Mit jedem Artikel ist man als Leser immer gespannt, wohl Film und Song wohl einsortiert werden. Ein wundervolle Dramaturgie. Zum Glück ist die Reihe so schnell nicht zuende.