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Afrob & Ferris MC – Ein Fall für Zwei
Nach meinem Konzertbesuch vor einem Monat gibt es nun ein neues Kollaborationsalbum eines der von mir dort gesehenen Künstler: Ferris MC. Reimemonster war gut genug, um darauf Dekaden später ein komplettes Album zu zimmern. Passend zum Album gibt es eine Tour, die im November sogar hier in der Stadt spielt, und natürlich hab ich schon eine Karte gekauft, auch weil Ein Fall für Zwei wirklich nett geworden ist.

Ich schrieb schon oft über Hip-Hop, wie viele andere auch, als Kreation der Jugend. Es war lange Zeit eine pure Jugendkultur. Mittlerweile zu sehen, was ihre Mitglieder im mittleren Alter damit anstellen, finde ich sehr spannend. Diesen schmalen Weg zwischen Ernsthaftigkeit und Peinlichkeit zu bestreiten, ist nicht ganz einfach.
Ein Fall für Zwei deckt so alles ab, was zu erwarten war, und diese Mischung aus allen großen Kategorien von Songs (Battle, Storytelling, Club-Banger) gelingt gut. Beide Künstler geraten nicht in den Strudel der Peinlichkeit und irgendwie scheint hier einfach die Rollenverteilung zu funktionieren. Afrob scheint mehr am Sound, Ferris mehr an Texten Interesse zu zeigen.

Mein Höhepunkt des Albums ist Schuld, das frisch aus den 2000ern klingt und genau diese gesunde Ironie mitbringt, die Hip-Hop hierzulande populär hat werden lassen. Überhaupt klingt das Album einfach sehr gut, auch wenn einige Produktionen für meinen Geschmack sich etwas zu sehr an der modernen Klangästhetik orientieren, aber natürlich versucht man hier, mit der Zeit zu gehen und vielleicht ein paar neue Fans zu finden. Bonuspunkte für das Cover und einen Kassetten-Release. Ein Fall für Zwei macht Spaß.
Daumen hoch.
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