
Film des Tages
Truly Naked
Meine Arbeitswoche war nicht so gut und das ist noch die Untertreibung des Jahres. Drum wollte ich mich heute irgendwie noch danach ablenken, weshalb der Weg wie üblich ins Kino führte. Dabei gelernt: Freitag 18 Uhr im Juli sitzt selten jemand im Kinosaal und mein Kino der Wahl hat neue Sitze installiert. Es schwebte noch dieser Duft unverbrauchter Sitzmöbel im Raum. Alles in allem eine angenehme Situation.
Der Film der Wahl war mal wieder etwas anders. Truly Naked sprang mir letzte Woche ins Auge und der Trailer schreckte mich jetzt nicht komplett ab. Nach Backrooms ist Truly Naked ein tolles Kontrastprogramm.

Ich bin noch recht uneindeutig, was mein Urteil betrifft. In Teilen zu sehr angestrengt, versucht der Film vielleicht etwas zu viel auf einmal. Familiendrama, Coming-of-Age, Romantik Milieuprofil gepaart mit einer großen Prise Sozial- und Pornografie-Kritik. Diese Mischung scheint etwas zu viel des Guten. Ein Film zum seichten Anschauen, auch wenn er vielleicht kein zeitloser Klassiker werden wird.
Wahrscheinlich war oder bin ich auch einfach nicht in der richtigen Stimmung für diese Art Unterhaltung, denn diese klare Botschaft der Gegenüberstellung von inszeniertem Sex und wahrer körperlicher Nähe samt Verletzlichkeit trifft eventuell noch etwas zu sehr ins Ziel bei mir, glaube ich. Ganz am Ende jedoch stellt der Film die Inszenierung und die aufgenommene Realität smart gegeneinander und das funktioniert toll.
Daneben gibt es noch ein paar absurde Szenen, aber alles im Rahmen des halbwegs guten Geschmacks. Dramedy mit vielen Botschaften, von denen wenige hängen bleiben werden. Diese Art Film habe ich schon mehrfach gesehen, aber meist deutlich schlechter, und drum gebe ich den Daumen nach oben.
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