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Backrooms
  • Di., 30. Juni 2026
  • 3 Kommentare

Film des Tages

Backrooms

Kino ist derzeit wieder ein Auf und Ab. Große Produktionen floppen brutal und irgendwie ist das gut so. Kinderfilme für 50-Jährige sind vielleicht kein solides Geschäftsmodell. Anders dagegen eine Welle kleiner Filme, die aktuell verdammt gut von einem breiten Publikum angenommen werden. Einer davon ist eben Backrooms. The Stanley Parable, Cube und viel Found-Footage-Ästhetik. Alles verpackt in einem kleinen Genremix eines sehr jungen Regisseurs, basierend auf seiner erfolgreichen YouTube-Serie.

Backrooms ist wie so viele Filme die Summe seiner einzelnen Zutaten und insgesamt eine Neuinterpretation von eben vielen Bekanntem. Genau die jedoch gelingt erstaunlich gut, mit Ausnahme des ersten Viertels. Hier verbringt der Film zu viel Zeit mit seinen wenigen recht eindimensionalen Figuren und wir bekommen eine Therapiesitzung aus dem Malbuch jedes mittelmäßigen Drehbuchs. Sobald diese Hürde jedoch genommen ist, kommt der Film in Fahrt und bleibt bis zum Ende nicht das einfachste Klischee seiner ersten Minuten. Viel hängt an den wenigen tollen Schauspielerinnen und Schauspielern. Chiwetel Ejiofor habe ich schon öfter woanders gesehen, aber Renate Reinsve war mir unbekannt und sie fällt recht schnell in die Ripley-Schablone. Insofern ist meine Begeisterung natürlich nicht ganz so objektiv. Zeitweise war ich am Rätseln, wie der Film seine Ambivalenz auflöst. Eine klare Trennung von Held und Bösewicht existiert lange nicht.

Dieser Film oder besser gesagt seine Menschen dahinter haben viele Entscheidungen treffen müssen. Sicherlich nicht alle zur absoluten Erfüllung, aber genau das zeichnet den Film aus. Backrooms weiß, was es zeigen muss, was zu teuer wäre, was man mit dieser VHS-Ästhetik so abstrahiert, dass es billiger sein darf, und eben welche Szenen etwas teurer sein müssen. Das klingt jetzt furchtbar wirtschaftlich und weniger kreativ, aber am Ende ist es eben erstmal ein schnödes Produkt und danach vielleicht ein Stückchen Kunst. Was den Film so bemerkenswert macht, ist dieses Subtile und das Gespür, wo und wie das Budget eingesetzt wird. Ähnlich wie der vorher genannte Cube ist es ein winziger Film, der dennoch skalieren möchte, und nach diesem Erfolg ist die Frage nach einer Fortsetzung sicher schnell beantwortet.

Backrooms bleibt ein bemerkenswert unterhaltsamer Film eines ganz jungen Regisseurs, der mich in dem klimatisierten Kinosaal bei Außentemperaturen von 38 Grad Celsius bestens unterhalten hat.

Daumen hoch.

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  • Thriller.

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3 Kommentare

  • #1
  • Di., 30. Juni 2026
  • ben_ schrieb:

Aaaalter! Der Trailer ist eine der gruseligsten Sachen, die ich in letzter Zeit gesehen habe. Ach was … streich „in letzter Zeit“!

  • #2
  • Mi., 01. Juli 2026
  • ben_ schrieb:

Ich muss sagen … schon die Bilder vom Trailer und die Idee dabei lassen mich nicht los. Brillant.

  • #3
  • Mi., 01. Juli 2026
  • Chris_ schrieb:

Und hoffnungsvoll! So viele smarte Entscheidungen, die da getroffen worden sind, und auch ein Film, den man ein zweites Mal sehen kann. Ich hoffe nur, dass die Verantwortlichen hier etwas mit Bedacht agieren und wir nicht jedes Jahr einen weiteren Teil bekommen.

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