
Live gesehen
Klangstabil – Konzert
Hab mich gestern trotz ausklingender Erkältung abends rausgetraut, denn irgendwie hatte ich Appetit auf etwas Live-Musik, auch sicher angesteckt durch den Fokus der letzten Artikel hier im Weblog. Es ging pünktlich um 8 Uhr los, mit Oszylayter zur Einstimmung auf den Abend, und es beantwortete die Frage, was machen Rob Zombie und Prodigy-Fans heute mit generativen KI-Werkzeugen. Ich möchte nicht zynisch erscheinen, denn es klang nicht verkehrt und die beiden auf der Bühne wirkten voller Hingabe, aber es schien für mich zu inspiriert. Nach 45 Minuten verabschiedeten sich die beiden und machten Platz für Klangstabil.
Meinerseits hab ich von dieser in den 90ern gegründeten Band nichts zuvor wahrgenommen, aber ich suche eben gerade wieder Momente außerhalb meines bekannten Medienkonsums. Der Abend sollte interessant werden, aus vielen Gründen. Insgesamt war das eine durchaus besondere Erfahrung, wie ich sie in dieser Form noch nie gesehen habe, und ich glaube, live funktioniert das besser, auch weil die zwei merklich alles gegeben haben, was an dem Abend an Energie vorhanden war.
Um zu beschreiben, was ich da wahrgenommen habe: Man nehme eine dieser Sonntagsmessen und sprühe sie in einem dünnen Film auf, meist Breakbeats gekoppelt mit einer stimmlichen Mischung aus Predigt und Rap, mal in Deutsch, mal italienisch, mal in Modern-Talking-Englisch. Das klingt jetzt absurder, als das Gesamtergebnis war. Songs hatten keine klassische Struktur, aber diese Mischung aus Sprechgesang mit elektronischen Beats, ja, dafür bin ich empfänglich, selbst wenn es sprachlich … der Situation angepasst war. Das passt, denn hier geht es wohl mehr um das Tanzen als um das Analysieren von Zeilen. Es war viel Theatralik im Spiel, viel Demut, viel Melancholie, aber es wirkte authentisch und das ist heute mehr wert als jemals zuvor. In der Tat sehenswert.
Auf dem Weg aus der Halle heraus sah ich schließlich noch ein Phantom. Das arbeitet noch, ähnlich wie dieses Konzert.
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