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Die Odyssee
  • Di., 28. Juli 2026
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Film des Tages

Die Odyssee

Gestern schaute ich mir abends daheim die 4K-Fassung von Der Weiße Hai an. Heute: Die Odyssee im Kino. Zwei Mal Blockbuster mit 50 Jahren dazwischen und auch wenn es technologische Unterschiede gibt, so existieren auch die Parallelen. Eigentlich wollte ich nach Tenet keinen Nolan-Film mehr sehen, aber alle meine regulären Quellen empfehlen den Film und so wurde ich wie immer schwach. Gut so, denn auch wenn es kein perfekter Film ist, einen Kinobesuch ist er mehr als wert.

Seit 20 Jahren habe ich alles an Medien gemieden, die auch nur ansatzweise nach Fantasy-Genre rochen. Der Grund dafür war einfach eine massive Sättigung durch Jahre des Spielens diverser Online-Rollenspiele. Damit habe ich auch kulturelle Eckpfeiler wie Game of Thrones nie gesehen. Wobei das nicht ganz stimmt, denn im Januar bekam ich die Chance, in ein paar Episoden reinzuschnuppern, und was ich sah, gefiel mir ästhetisch sehr und wirkte wirklich modernisiert, aber meine Referenzen sind eben auch olle Perlen wie Jason und die Argonauten. An diese moderne Fantasy-Ästhetik erinnert mich dieser Film sofort und das ist eben auch der Grund, ins Kino zu gehen.

Die Odyssee ist Spektakelkino der guten Art. Es klingt so absurd, aber es ist ein irre haptischer Film. Das zieht sich durch alle Details. Selbst das Makeup ist hier auffällig natürlich, Menschen sehen noch wie Menschen aus, mit Falten, Mimik und kleinen Makeln, und das ist so selten geworden, dass es hier positiv auffällt. Die gleiche Qualität hört man im Kinosaal. Handwerklich ist hier einiges maßstabsetzend gut und allein dafür wird es sicherlich Preise geben.

Ein paar negative Dinge möchte ich erwähnen, einiges davon die üblichen Fallen. Der Film ist zu lang, hat zu viele Figuren und um eben diese alle zu etablieren, zieht sich der Film zu Beginn und eben dann auch am Ende. Es fehlt mir Fokus und es fehlt mir, so absurd das klingt, auch diese letzte Schippe Intensität seiner Gewaltdarstellung. Nolan versucht hier, Schindlers Liste und Saving Private Ryan zu kreieren, vergisst dabei aber, dass es eben dafür auch mal richtig hässlich werden muss. Der Film hat genug Chancen dazu, aber traut sich oder kann nicht. Das macht am Ende einen Unterschied. So wirkt der Film auf mich stellenweise etwas zu zahm für das, was er eigentlich sein möchte.

Nolan bleibt weiterhin kein Actionregisseur. Das schmerzt am Ende des Films, wenn aus Odysseus plötzlich John Wick wird. Dann wirkt es verkrampft und außerhalb der Komfortzone. Immer noch unterhaltsam, aber dieses Finale wirkt leicht deplaziert. Gleichwohl existieren verdammt gute Sequenzen. Der Zyklop und die Hexe sind wundervolle Szenen, teilweise wirklich toll modernisiert.

Bonuspunkte hab ich viele zu vergeben. Charlize Theron als Kalypso zaubert mir sofort ein Grinsen ins Gesicht und lässt mich sofort wieder Fury Road sehen wollen. Das Lied der Sirenen wird wundervoll in Worten beschrieben und zwar so gut, dass ich noch jetzt drüber nachdenken muss. Vielleicht hat auch Jurassic Bark hier beim Original seine Inspiration gefunden, aber ich bekam feuchte Augen, wenn Argos seine letzte Einstellung bekommt. Das ist Kino.

Auf den Punkt gebracht und auch mit dem direkten Vergleich zu Jaws. Nolan erfindet hier Kino nicht neu und es ist kein makelloser, kein perfekter Film, aber wie neulich schon einmal formuliert: Blockbuster-Kino dieser Kategorie ist in der Breite so mies geworden, dass Die Odyssee sehr heraussticht.

Daumen hoch.

  • Schlagwörter:
  • 20s,
  • Action,
  • Blockbuster,
  • Drama,
  • Fantasy,
  • Film des Tages,
  • Kino.

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