
Film des Tages
Rose
Vor ein paar Wochen sah ich den Trailer zu dem heutigen Film des Tages im Kino und war von der Optik sofort fasziniert. Nur die Ästhetik und seine Hauptdarstellerin haben mich dann gestern Abend ins Kino geführt. Rose ist grandios. Ein Film der alten Schule und meine Erwartungen an die Ästhetik wurden vollständig erfüllt. Ich bin kein Fan moderner Filmästhetik, besonders die Kameraführung, wo selbst simpelste Dialoge verwackelte Einstellungen bekommen, um authentisch zu wirken. The Office hat nun mehr als eine Dekade Film versaut, aber Rose ist alte Schule. Fixe und wenige Einstellungen, kein Schnitt alle 3 Sekunden. Was für ein visueller Balsam.

Der Kinosaal war leider sehr leer und ich fühlte mich so ziemlich als der Jüngste im Publikum. Rose ist jetzt kein Film, den man im TikTok-Stil konsumieren kann. Das bringt mich zum Plot und der Tatsache, wie modern am Ende dieser Film und seine Aussage doch sind. Rose erzählt die Geschichte einer Dame, die eine fremde Identität als Herr annimmt und die damit verbundenen Probleme in einer kleinen ländlichen Idylle im 17. Jahrhundert.
Der Film ist so gut, dass er ohne seine berühmte Hauptdarstellerin bestehen könnte, aber in dieser Kombination wird daraus was ganz Großes. Dieser Autor und Regisseur kann was. Genau die kritischen Stellen, die nicht explizit gezeigt werden, sind so gut gewählt. Dies ist ganz großes Kino im kleinen Rahmen. Meine wenigen Minuspunkte sind ein paar visuell sehr flache Einstellungen, die nur herausfallen, weil der Rest der Bilder großartig komponiert ist.
Was vom Film inhaltlich hängen bleibt, ist bemerkenswert objektiv und bietet dennoch genug Raum für eigene Interpretation. Es gibt keinen gehobenen Zeigefinger, aber den benötigt der Film auch nicht. Wer hier bis zum Ende dabei bleibt, kann zwischen den Zeilen lesen.
Daumen hoch.
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