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Johanna Klug – Mehr vom Leben
  • Di., 25. August 2026
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Johanna Klug – Mehr vom Leben

Nach Anhören der goldigen Folge war ich hungrig auf das dort erwähnte Buch von Johanna Klug. Ich kann nicht mal genau beschreiben, warum, aber momentan faszinieren mich sowohl das Thema als auch diese Person. Mehr vom Leben erschien 2021 als erstes Buch von ihr. Ein erstes Buch einer jungen Autorin mit leichter inhaltlicher Kost dieser Kategorie birgt einige Hürden und genau diese beinhaltet das Buch auch. Es kratzt an der Oberfläche, was ich als Einstieg sehr gut finde, und es benutzt eine noch im Entstehen befindliche Stimme seiner Autorin. Die Sprache ist noch eine einfachere, auch das möchte ich nicht kritisieren, aber es fällt einfach auf.

Warum wollte ich eigentlich dieses Buch lesen? In dieser Folge skizziert sie einige für mich spannende Profile und meine Erwartung war, dass das Buch mehr davon anbietet oder sogar mehr Details und Tiefe beinhaltet. Beides ist irgendwie korrekt, aber natürlich waren meine Erwartungen zu absurd und die Autorin ist sich ganz bewusst, wie viel sie hier verraten darf und möchte, ohne dass es zu intensiv wird. Diese nahe Distanz kann ich sehr gut respektieren, auch wenn ich mir manchmal einen Schritt weiter gewünscht hätte.

Inhaltlich begibt sich die Autorin in verschiedene Perspektiven (Essen, Bewegung, Kommunikation) und skizziert diese für Sterbende und Angehörige. Teilweise las ich neue Erkenntnisse, oft nur eine Bestätigung allgemeiner Annahmen. Am Ende bleibt hier ein Spagat zwischen Sachbuch und persönlichem Tagebuch zurück und ich bin mir noch nicht sicher, ob ich das spannend finde oder ob ich die fehlende Tiefe in beiden kritisieren soll. So seltsam das klingen mag, aber ich glaube, die Intention hier war, einen Hybrid aus beidem als einfacheren Einstieg in das Thema zu finden. Das ist es definitiv. Es ist weder ein pures Zelebrieren des Lebens noch ein Glorifizieren des Sterbens. Es ist genauso vielfältig und komplex wie die vielen Grautöne dazwischen.

Diese bittere Ironie, die sich schon im Podcast andeutete, dass sie als Person Leben für sich besser definieren kann, je mehr sie mit dem Tod konfrontiert wird, zieht sich durch das Buch, zwischen den Zeilen. Das alles liest sich angenehm schnell und macht Appetit auf mehr.

Was ist hängengeblieben? Diesen inneren Frieden zu finden, bleibt für viele eine lebenslange Herausforderung, die sich noch in Schwierigkeit steigert, wenn es auf das Ende der persönlichen Zeitlinie zugeht. Vielleicht kann man es für sich selbst vereinfachen, wenn man diesen Prozess lange vorher beginnt.

Daumen hoch.

  • Schlagwörter:
  • 20s,
  • Buch,
  • Fundstücke,
  • Sachbuch.

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