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„Wie geht’s dir?“
  • Fr., 05. Dezember 2025
  • 3 Kommentare

Momentaufname

„Wie geht’s dir?“

Während der letzten Dekaden habe ich bei der so geladenen Frage „Wie geht’s dir?“ nicht viel nachgedacht. „Mir geht’s gut.“ Mir geht es doch immer gut. Oder? Es gab zwar ab und zu ein kurzes Zögern vor der Antwort, aber diese blieb dennoch immer gleich. Dieser Tage halte ich immer kurz inne vor der Antwort, denke wirklich mal darüber nach, bevor ich ausdrücke, dass es mir nicht so gut geht, aber dies ok ist. Dies war eine Folge der Simpsons oder Roseanne wo dies großartig thematisiert wurde: Es ist ok, wenn auch mal nicht alles großartig ist.

Perspektive ist ein Wort, das mich die letzten Wochen sehr oft umgibt, im Sprachgebrauch, beim Schreiben, beim Hören, beim Sehen. Diese kleine Frage „Wie geht’s?“ dreht sich dann auch um die reflektierte Person, der man sie stellt, um eine andere Perspektive zu bekommen. Meine Perspektive gibt es derzeit nur noch ungefiltert und aktuell ist eben noch nicht alles toll, und das ist ok.

Die letzten, sicher fast 15 Jahre, war die Antwort allerdings immer gleich, mit Ausnahme der Phasen, in denen es mir physisch nun wirklich nicht gut ging. Ansonsten: „Och, alles gut soweit.“ Subjektiv war meine Erklärung immer: Was soll ich andere mit meinen Sorgen belasten, und natürlich auch, dass das Zeigen, das Offerieren von Schwäche, in meiner Jugend, meist nicht belohnt wurde, was noch eine sehr sanfte Formulierung der Wahrheit ist, oder um den weisen Propheten Torch zu zitieren:

Ich hab gelernt seinem Gegner nie zu offenbaren was man denkt
Weil man ihm Wissen über Schwächen schenkt

Die letzten Wochen habe ich mit vielen Freunden, Bekannten und teilweise auch fremden Menschen gesprochen. Geübt, mein „Alles gut“ zu unterdrücken, nicht jeden als Gegner zu sehen. Bisher alles ganz erfolgreich, und ich war teilweise enorm emotional und überrascht, dass mich nicht eine Person dafür bestraft hat. Absurd, dass ich mehr als 30 Jahre dafür brauche, um diese Erfahrung zu machen.

Einfach mal weniger defensiv.

Was für ein Ballast.1

Ich freue mich darauf, in naher Zukunft ein echtes „Mir geht es gut.“ zu antworten.


  1. Aufmacherbild: Sisyphus Carrying a Boulder Up the Hill Jan Mesker (print maker) , Antonio Zanchi (after painting by) , Salvator Rosa (rejected attribution) (after design by). ↩

  • Schlagwörter:
  • 20s,
  • Leben,
  • Momentaufnahme.

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3 Kommentare

  • #1
  • Fr., 05. Dezember 2025
  • Konstantin schrieb:

.

  • #2
  • Sa., 06. Dezember 2025
  • ben_ schrieb:

Haha, ich hab vorgestern Konstantin erzählt, wie Du bei unserem letzten Gespräch mit „Wie geht es Dir?“ eröffnet hast und ich völlig ins Schwimmen kam. Und nach drei vier weiteren Sätzen meinte Konstantin dann zu mir: „Du bist auch einer von den Menschen, die auf die Frage ‚Wie geht es Dir lang ausführlich berichten, wie es anderen geht, aber nichts über Dich selbst sagst.“

Was immer das jetzt bedeuten mag, hihi Wir haben alle unsere Ecken und Kanten und Unzulänglichkeiten …… ich hatte -wirn ch erst spät gelernt habe – das grosse Glück meine Schulzeit mit Freunden und Freundinnen zu verbringen, die alle sehr offen wahren, wo Offenheit belohnt wurde. In den ersten Blogjahren haben wir das immer „Das Herz auf der Haut tragen“ genannt. Tja …

Webmaster
  • #3
  • Sa., 06. Dezember 2025
  • Chris_ schrieb:

Die Ironie dabei ist, dass wenn ich die Frage stelle, besonders im 1:1 Kontext, manchmal zu ehrliche Antworten bekomme, selbst jedoch fast immer geschauspielert habe.

Besser spät als nie?!

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