
Schrödingers Wahrheit
Die folgende Situation ist heute und eigentlich schon seit vielen Jahren der ganz normale Alltag. Man unterhält sich mit Mitmenschen und nach einer Weile wird irgendjemand eine Online-Quelle referenzieren, um ein Thema zu starten oder ein Argument zu unterstreichen. Je absurder, desto geringer die Zeit, dass jemand anders versucht, diese Behauptung zu überprüfen. Soweit, so cool. Auch wenn es heute schon relativ schwierig geworden ist, wirklich verlässliche Online-Quellen zu nutzen, so werden LLMs und ihre großen Plattformen dieses Szenario noch verschlimmbessern. Wer glaubt, Lügen aus Schwurbler-Netzwerken seien schlimm, so habe ich das hier gelesen:
While reporting this, I had something happen that’s never happened. A comms rep for one of the co’s disputed my reporting and said what I was telling them was untrue because it was not in Grok, xAI’s chatbot.
I was looking directly at the files. And this person was using AI to challenge the truth. Quelle
Und als Antwort darauf dieser apokalyptische Ausblick:
As AI companies become more powerful – more so than any government, soon whatever their tools of mass hallucination say will be enforced as uber-truths. Quelle
Exakt dieses Szenario sehe ich jetzt teilweise schon. Dass diese Technologie dann noch das Wort Intelligenz im Titel trägt, macht die Sache für einen regulären Anwender noch glaubhafter und der Gedanke, dass ganz wenige Superreiche die Wahrheitshoheit in Medien haben, ist angsteinflößend, auch weil es die Schwierigkeit, Wahrheit zu identifizieren, noch massiv erhöht. Die Abstraktion von Quellen, respektive Menschen, bei der Suche nach Wahrheit ist ein Oxymoron. 1
Aufmacherbild: The Human Condition (1933) – René Magritte ↩
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