
Lost Highway
Wenn es regnet (oder heute schneit), dann meistens in Strömen oder so ähnlich, heißt es. Im Kino lief Dienstag im Rahmen der Best of Cinema-Reihe Lost Highway, eine meiner wenigen Lücken im David Lynchs Filmografie. Wieso also nicht dafür mal wieder ins Kino gehen? Lynch-Filme sind selten leichte Kost, aber Lost Highway hätte ich vielleicht zu einem anderen Zeitpunkt anschauen sollen.
Meine Eindrücke zum Film sind voller Kontrast. Ich fühlte mich hervorragend unterhalten, auch wenn der Rhythmus des Films sehr ungleichmäßig ist. Die erste Hälfte ist sehr unzeitgemäß lahm und leer. Die zweite Hälfte dagegen fast schon zu vollgestopft. Und niemand von den weniger als zehn Zuschauern im Saal hätte wohl meinen Bill-Paxton-Witz verstanden.

Visuell ist Lost Highway 90s-as-fuck. Natürlich holt mich das ab, besonders auch als Kontrast zu heutiger Bildästhetik. Darf ich auch mal betonen, wie angenehm es ist, mal wieder einen Film im Kino zu sehen, in dem die meisten Darsteller wie „normale“ Menschen aussehen? All dies sind massive Bonuspunkte bei mir.
Am Ende muss man allerdings als Zuschauer die Tatsache akzeptieren, dass hier keine normale 3-Akt-Struktur existiert und der Film als solcher das Adjektiv surreal mehr als verdient. Dies kombiniert er aber auch mit Figuren, die fast alle sehr interessant und eigen sind. Das Ende ist für meinen Geschmack etwas zu viel Exzess, und zum jetzigen Zeitpunkt hätte es weniger Sex im Film für mich auch getan, aber dafür kann der Film nichts.
Daumen hoch für Lost Highway. Definitiv was anderes, aber wie ich finde ein toll gealtertes 90er‑Film‑Relikt.
1 Kommentar
Zum Film muss ich nichts mehr sagen. Wenig Filme stehen weiter ausserhalb von … nun … allem als Lost Highway.
Aber das Aufmacherbild … ganz grossartig!
Die Variante kannte ich noch gar nich. Danke für den wundervollen Lichtblick!
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