
Film des Tages
Primetime
Nun also mein erstes Kinoerlebnis in Paris, der Stadt, in der Kino so ziemlich das Licht der Welt erblickte, und dann solch ein Werk?! Ich kenne nicht viele Filme, bei denen wirklich alle Figuren unsympathisch sind, neben Primetime vielleicht noch Day of the Dead, aber irgendwie passt das zu diesem Film, der versucht, aus etwas Furchtbarem etwas Schreckliches zu gestalten. Ich kann den Film nicht wirklich einordnen. Immerhin sieht er gut aus, ist für diese Thematik respektive subtil inszeniert und der Trailer suggeriert einen Tony-Scott-Stil, den der Film nicht aufbietet. Ganz im Gegenteil, erstaunlich, wie subtil hier gearbeitet wurde.

Thematisch wunderte ich mich auch, weil ich ein Buch lese, das hier eine gewisse thematische Schnittmenge bietet. Insofern ist auch dieser Film so ein weiteres Dokument für die etwas schattigeren Bereiche des Internets und der Medien insgesamt.
So ziemlich alle Zutaten eines guten Films sind hier nicht benutzt. Irgendwie lassen sich drei Akte identifizieren und auch viele Figuren mit ihren Motiven, aber die Thematik oder der Aufhänger an sich ist so grundfalsch, dass es auf alles abfärbt. Um das ganz klar zu notieren: Allein dafür empfehle ich den Film, denn so etwas Untypisches habe ich lange nicht gesehen, auch weil hier alle Darstellerinnen und Darsteller gut sind. Allerdings sind am Ende hier für mich zu viele einzelne Handlungsstränge zu vorhersehbar oder teilweise unvollendet.
Wenn man mal was anderes sehen möchte, dann findet man es bei Primetime. Für diese teilweise undefinierbare schwere Kost gibt es den Daumen nach oben, aber den möchte ich kein zweites Mal sehen.
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