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Ein Jahr später
  • So., 18. Oktober 2026
  • 1 Kommentar

Momentaufnahme

Ein Jahr später

Ich schlafe wieder schlechter und das liegt nicht nur an einer Erkältung. Beim Blick auf den Kalender und auf eine Nachricht neulich wird mir bewusst, was sich die letzten Tage schon unterschwellig bemerkbar gemacht hat. Es ist nun fast ein Jahr vergangen, seitdem ein kurzes privates Glück abrupt endete. Ich würde lügen, wenn ich notieren würde: Heute ist wieder alles großartig und wie zuvor. Ich wünschte, dem wäre so. Wirklich.

Was Positives: Dem Weblog hat es ganz gutgetan, finde ich. Es hat eine Richtung reingebracht, die ich sonst nie eingeschlagen hätte, und auch mit etwas Distanz sind einige solide Texte entstanden. Hinzu kommt, ich hab viel über mich gelernt dieses Jahr, andere Menschen über mich auch. Für mich war und ist das Schreiben seitdem sicherlich meine Art, mit negativen Momenten wie diesem umzugehen und irgendwann meinen Frieden dabei zu finden. Im Rahmen dessen hab ich auch viele Gespräche dieses Jahr geführt, von denen ich nicht dachte, sie jemals zu führen. Auch das ist im Nachhinein etwas Positives. Ich war nicht inaktiv, auch wenn ich mir Angenehmeres hätte vorstellen können.

Mein inneres Radar für Mitmenschen hat dagegen Schaden genommen. Bisher hatte ich mir eine gute Menschenkenntnis attestiert und bin damit auch ziemlich gut gefahren, privat und beruflich. Es war immer schnell klar, mit einer langen Nachhaltigkeit, wer mir guttut und wer nicht. Das wird noch eine ganze Weile dauern, bis ich mich wieder auf den soliden ersten Eindruck verlassen kann. Momentan dominiert hier eine Skepsis, ein negatives Ungleichgewicht, das ich selbst nicht möchte, und diese Enttäuschung in beide Richtungen.

Offenbar hatte ich bisher viel Glück mit der Auswahl an Menschen, denen ich mein volles Vertrauen entgegenbringe. In meiner Jugend kam es einmal vor, dass eine Person in 15 Minuten von einem jahrelangen Freund zum Feind wurde, aber da lass ich noch jugendliche Unerfahrenheit als Faktor gelten. Offenbar hab ich mich diesmal dann auch getäuscht oder bin einfach weiterhin zu naiv.

Auf der guten Seite bleibt jedoch die Erkenntnis, dass ich es vermeiden konnte, wieder in alte Muster der Verdrängung und Betäubung zu verfallen. Die Situation hätte gepasst, aber so weiß ich mittlerweile, dass immerhin dieser Aspekt mit einer echten Nachhaltigkeit vor zwei Jahren korrigiert wurde, und darauf bin ich dann doch stolz.

Gleichwohl existieren jene Momente, in denen ich im Bett wach werde und mein Blick und Griff neben mir ins Leere wandern. Das bleibt noch, das geht nicht weg.

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1 Kommentar

  • #1
  • So., 18. Oktober 2026
  • Konstantin schrieb:

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