
Nas & DJ Premier – Light-Years
Eine Vorveröffentlichung zu Light-Years kündigte dieses Album vor einigen Monaten an und seit letztem Freitag ist es nach Dekaden des Wartens tatsächlich Realität. Diese Paarung aus Künstler und Produzent hat Hip-Hop-Geschichte geschrieben und auch hier kommt wieder die Frage auf: Wie altert eine Jugendkultur? Light-Years ist nicht, was ich erwartet habe, aber was ich erwartet habe nach all den Jahren, war unrealistisch und eventuell sogar uninteressant, denn was der Fan hier bekommt, ist das Werk wirklich reifer Architekten der Kultur, beide markieren in ihrem jeweiligen Feld einen Zenit. Bessere Kombinationen wird diese Kultur nur schwer finden.

Light-Years vermeidet ganz bewusst den Vergleich mit aktuellen, jungen Künstlern und Veröffentlichungen. Es ist vielleicht das coolste Album, das ich lange gehört habe, so verdammt zurückgelehnt und niemandem mehr was beweisen müssend. Habe ich noch anfangs Illmatic II. erwartet, so schaffen es die vielen kurzen Songs, schnell eine andere Umgebung zu etablieren, und das Album wird etwas Geschichtsunterricht, ein Hauch Reflexion und natürlich ganz Hip-Hop, auch sich selbst lobzupreisen.

Mein persönlicher Höhepunkt des Albums ist Writers, für mich ein Gänsehaut-Song, den ich die Tage beim Spazieren durch Berlin zum ersten Mal gehört habe, eine Umgebung perfekt dafür, und ich wurde erinnert, als ich September 2016 in NY über die Queens-Brücke lief und Illmatic hörte, auch ein purer Moment der Ewigkeit. Writers ist eine Hymne für Graffiti-Künstler, eben jenen, die mich vor 30 Jahren in diese Kultur gelockt haben und mir damit auch eine Passion inklusive beruflicher Richtung verpasst haben.

Ohne dass ich dieses Album nun endlos in Schleife hören werde, aber ich bin sicher, dass es einige Songs in meine üblichen Playlisten schaffen und mir damit für die nächsten Jahre den Soundtrack meines Lebens bereitstellen werden.
Light-Years ist wie so viele Alben solch erfahrener Künstler einer Jugendkultur, primär gemacht für Fans der ersten Stunde, und auch wenn das Album keinen neuen Zenit erklimmt, so bleibt es verdammt gut gemachte Musik.
Daumen hoch.
0 Kommentare
<UberBlogr Webring>Datenschutzerklärung
CC © 2004–2026 C.MückeZurück zum Seitenanfang