
Film des Tages
Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit
Die teuerste und längste Akte-X-Episode. Damit könnte meine Kurzkritik enden, aber ich ging mit recht komplexen Eindrücken und Gefühlen aus einem sehr leeren Kinosaal. Zum letzten Mal sah ich 2001 einen Spielberg-Film im Kino: A.I.. Seitdem war mein Appetit darauf gestillt und nach mehr als 20 Jahren wollte ich mal wieder sehen, was mich bei diesem Namen so erwartet.
Strukturell ein Matrix mit Zutaten aus Akte-X, unter der typischen, aber eben bekannten Perspektive eines Regisseurs, der seit 50 Jahren aktiv ist. Die Idee zum Film stammt wohl von ihm selbst, ein Novum in seinem Katalog an Filmen. Was passiert, wenn geheime Informationen über Aliens an die Öffentlichkeit geraten, oder auch die Logline: Unser Held ist Mitarbeiter einer geheimen Regierungsorganisation und beschließt plötzlich, die Öffentlichkeit zu informieren. Das ist der Film. Jetzt vergleichen wir das mit: Ein Archäologe liefert sich mit Nazis einen Wettlauf um ein Artefakt, das die Weltgeschichte verändern kann. Was klingt wohl spannender?

Im Rahmen des großen Erfolgs von Backrooms den ich noch sehen muss, las und sah ich einige Kommentare, wie diese neue junge Generation das repliziert, was Spielberg, Lucas und Coppola in den 70ern in Hollywood erreicht haben. Die alte Garde abgelöst und Regeln gebrochen. Spielberg ist heute die alte Garde und auch wenn Disclosure Day per se handwerklich gut ist, so ist es ein kreativ bankrotter Film, der über lange Strecken jedoch gut funktioniert, tonal aber unausgeglichen wirkt. Selbst das Handwerk, allen voran Bildkompositionen seines ewigen Kameramanns Janusz Kamiński wirken irgendwie nicht mehr so episch und teilweise lustlos, gleichzeitig aber besser als der durchschnittliche moderne Film. Zwar kommt der Film nicht ohne CGI-Effekte aus, aber sie dominieren nicht die Optik. Weitere Lichtblicke sind eine Handvoll guter Ideen und eine Emily Blunt, die den gesamten Film auf ihren Schultern ins Ziel trägt.
Disclosure Day ist ein Film mit vielen Makeln. Der Akte-X-Fan in mir gibt den Daumen hoch, aber wer mit dieser Thematik nichts anfangen kann, der wird sich bei diesem Film langweilen.
2 Kommentare
Mir ist ja inzwischen immer sehr unwohl, wenn mir Deep-State-Mythen als Unterhaltung angedreht werden.
Nachvollziehbar. Ich kann da halt gut trennen zwischen Unterhaltung und Schwurbelei und je mehr meine rudimentären Physikkenntnisse steigen, desto einfacher ist dies auch möglich. Manchmal gönne ich mir ein paar Minuten Doomscrolling bei Reddit.
<UberBlogr Webring>Datenschutzerklärung
CC © 2004–2026 C.MückeZurück zum Seitenanfang