
Film des Tages
Das Schweigen
Bin gerade beim Filmrollenwechsel aus dem Saal gegangen und nach Hause gelaufen. Der Film der Wahl war Das Schweigen, von Ingmar Bergman aus dem Jahr 1963. Erst als ich zu Hause ankam und diesen Text im Kopf vorformulierte, wurde mir die Bedeutung des Titels bewusst, irgendwie verdammt zeitlos, wahrscheinlich moderner denn je und eventuell auch etwas nah meiner Realität.

Der Film ist sehenswert. Zwei Schwestern unterschiedlicher Schablone stranden in einer fremden Stadt. Im Film ein surrealer Ort, mit einer synthetischen Sprache, so dass direkt am Anfang Kommunikation ein Problem wird und bleibt. Doch der Film zeigt eben auch: Selbst wenn man die gleiche Sprache spricht, so entsteht eben doch oft ein Schweigen, so wie zwischen den beiden Protagonistinnen. Nicht als fehlende Fähigkeit, sondern als bewusste oder unbewusste Entscheidung. Andererseit gäbe es sonst kein Drama.
Auch wenn ich den Film nicht vollständig gesehen habe, so mag ich, was ich sah. Allein die Bildästhetik holt mich ab. Tolle Kompositionen. Ich erkenne noch heute die Aufregung, die solch ein Werk vor 60 Jahren wohl kreiert hat. Noch immer sind einige Szenen unangenehm, ich fühlte einige „Die Blechtrommel“-Schwingungen im Saal.
Daumen hoch, ein nicht ganz einfacher Film, aber gut.
3 Kommentare
Ich hatte die Suchfunktion bemüht, konnte aber die Blechtrommel-Äußerung nicht nachvollziehen. Du hattest den Film einst als Juwel bezeichnet. Zielt das darauf ab?
Das Schweigen hat, wie ich finde, ein paar ähnliche unangenehme Szenen wie Die Blechtrommel. Das war der Ansatz.
Was lernt man daraus Christian, immer bis zum Schluß durchhalten auch wenn man einschläft oder es einen zu sehr anstrengt, man wird belohnt!