
Momentaufnahme
Ein Architekt
Vor zwei oder mittlerweile eher drei Jahren empfahl mir jemand, dessen Urteil ich vertraute, solch einen Persönlichkeitstest zu machen. Meine natürliche Skepsis hat dies immer als Pseudowissenschaft abgetan, quasi das Globuli der Psychologie. Am Ende war ich selbst gespannt. Ich meine, ich kannte mich, aber es mehrfach durch ein, zwei Tests bestätigt zu sehen, ist noch einmal etwas anderes. Am Ende stellt sich heraus: Ich bin ein Architekt und das war jetzt so überraschend wie wenn morgen früh wieder die Sonne aufgeht. Egal welchen und wie vielen Quellen man für das Thema und diesen Typ folgt, am Ende kann ich 90% der Behauptungen davon zustimmen.
Am meisten erklärte es für mich, warum ich damals solch eine Faszination für das Kreieren von Webseiten entwickelt habe, als es eine Handvoll Tutorials im Netz gab. Das kann ich doch sicher auch?! Wobei ich nach mehr als 20 Jahren schon zugeben kann: Ich hab anfangs nur die Webmonkey-Inhalte der Wired-Website ins Deutsche übersetzt. Am Ende war es das Kreieren, das Lösen eines Luxusproblems, was mich einen Weg hat einschlagen lassen, der jetzt eben schon sehr lang und relativ gerade ist.
Ich weiß noch, als ich hier vor 15 Jahren mein erstes Bewerbungsgespräch hatte. Oder generell: Alle Gespräche damals verliefen nach dem gleichen Prinzip. Das war noch die Zeit, als valider, performanter Code ein Argument war, welches schon damals bei vielen Gesprächspartnern die Stirn hat runzeln lassen. „Wieso sollten wir auf den hören und unsere guten alten Tabellen als Layoutwerkzeug rausschmeißen? Das sieht doch gut so aus, warum Zeit unter der Oberfläche verschwenden?“
Ich war, bin und werde bei bestimmten Themen das Fundament der Oberfläche immer priorisieren.1 Natürlich bin ich auch teilweise wirklich oberflächlich, aber bei Themen, die mir wichtig sind, kenne ich keine Alternative mehr und merke auch, dass sich dieses Verhaltensmuster nicht nur auf den Beruf reduziert.
Ganz im Gegenteil.
Halbherzig kann ich leider nicht.
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