
Durchgelesen
Susan Cain – Quiet
Damals, als Twitter noch Twitter hieß und halbwegs noch cool war, empfahl mir eine Person, der ich eine ziemlich gute Medien- und Kenntnis über mich attestierte, das folgende Buch des Tages. Gekauft habe ich es damals sofort und dann lag es wie so viele andere sehr lange Zeit ungelesen herum. Bis ich vor zwei Jahren allein in den Urlaub fuhr und mir genügend Lesestoff mitnahm. Quiet war das erste Buch, welches ich damals las und innerhalb zweier Tage im Strandkorb sitzend verschlungen habe.
Ich muss jetzt kein Buch lesen, um mich selbst erklären zu können. Dass ich introvertiert bin, weiß ich seit Schulzeiten und hab dafür meine eigene Definition und auch meinen Frieden damit gemacht. Vielleicht wollte ich das Buch lesen, um dies alles bestätigt zu bekommen, was am Ende auch zu großen Teilen der Fall ist.
Was mich dagegen überrascht hat? Nun sind ganz viele kleine Dinge des Alltags, Marotten, Spleens, Muster, die sonst niemand nachvollziehen kann, eben auch oft Teil dieses Archetyps. Noch immer fragen mich Besucher meiner Wohnung, wie lange ich hier schon wohne, denn es wirkt so „unfertig“, was in den meisten Fällen auch nur eine schönere Formulierung für „ungemütlich“ ist. Aber nein, hier ist alles so, wie es sein soll, und optische Reize (Muster, Farben, Texturen, Formen) ziehen mir eben auch mehr Energie ab als vielen anderen Menschen.

Auch diese Aspekte notiert Quiet in unterhaltsamer Art und Weise. Für insgesamt 4 Wochen meines Lebens wohnte ich in einer WG. Für vielleicht 2 Monate arbeitete ich in einem Großraumbüro. Beides wäre für mich heute keine Alternative mehr, und zu lesen, dass dies nicht unnormal, nicht komisch, nicht absurd ist? Allein dafür hat sich das Lesen gelohnt. Mittlerweile habe ich das Buch mehrfach weiterempfohlen und mache dies hier nun im Weblog ein weiteres Mal. Bisher war die Reaktion immer positiv. Quiet ist keine 100-%ige Anleitung meiner Person, aber mehr als 50% sind es definitiv.
Daumen hoch.
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