
Herbert Grönemeyer – Halt mich
Bei Dr. Pop gab es für mich einen Schlüsselmoment. Er saß am Klavier und spielte oft leise Melodien, während er darüber seinen Programmtext erzählte. Und plötzlich höre ich da etwas. Eine Melodie, die ich ewig nicht mehr gehört hatte und die ich erst nicht zuordnen konnte, die aber sofort etwas Elementares auslöste. Ich habe so ein paar Melodien gespeichert, die mich mit nur wenigen Klängen aus der Realität entführen. Diese Melodie am Donnerstagabend gehört dazu. Gestern Abend dann schon im Bett liegend, kamen mir zwei Wörter in den Kopf und die sollten stimmen. Halt mich

Unsicher, warum ich diese Melodie gespeichert habe und wann? Meine Vermutung ist, dass dieses Album mal im Elternhaus oder bei Besuch von Verwandten im Hintergrund spielte, als ich noch jung war. Ich erinnere mich auch mal an eine Fernsehübertragung, wo dieses Lied live gespielt wurde, und da war sie wieder, diese Melodie. Auf den Text habe ich bis heute nicht wirklich geachtet, aber wenn ich mir das aktuell durchlese, merke ich, dass es vielleicht knapp 40 Jahre gedauert hat, bis ich einen Zugang dazu finden konnte, aber umso kraftvoller fühlt sich jede einzelne Silbe momentan an. Das ist schwierig, gerade in Worte zu fassen, was dieses Lied stemmt.
Ich bin kein Grönemeyer-Fan, aber dieses Lied, diese Melodie, dieser Text? Selten balanciert sich Qualität musikalisch wie hier. Das Anhören hat mich erst das gesamte Spektrum an Emotionen gekostet und dann in den Schlaf gebracht. Größeres Kompliment kann ich Musik nicht machen. Musik ist toll.
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