
Angehört
Guns N‘ Roses – Appetite for Destruction
Meine Schnittmenge bei Guns N‘ Roses reduziert sich auf zwei Situationen oder Momente. Ein Song im Soundtrack und Film Terminator 2, sowie musikalische Brücke damals zu einem Mitglied der Gruppe. Chris war großer Fan der Band und hat Use your Illusion hoch und runtergehört, hatte eine volle Ausstattung an Merchandise und man spürte seine Leidenschaft für die Band. Wir beide wurden aber anfangs nicht so schnell kompatibel miteinander, was durchaus Spannungen für alle verursachte. Günni meinte dann mal allein zu mir, ich solle Chris auf Guns N‘ Roses ansprechen, was ich tat, und so in den Genuss eines überzeugten Fans kam, der mich tatsächlich mit seiner brennenden Leidenschaft dazu brachte, nicht nur die Musik zu hören, sondern auch für eine Weile Gefallen daran zu finden. Guns N‘ Roses war jedenfalls der Schlüssel zu Chris und von dem Moment an war das nicht die engste Freundschaft, aber eine brutal solide, wo jeder für den anderen einsprang, wenn es notwendig war, und das war es mehrfach.

In der vorherigen Woche wurde mir also Appetite for Destruction, das Debüt-Werk der Band, vom 1001 Alben Generator vorgeschlagen. Irgendwie ging ich immer davon aus, dass dies eine 90er-Band war, und lerne nun, dass dieses Album schon 1987 herauskam.
Der Erfolg dieser Band ist mir kein Rätsel. Auch wenn ich selbst diesen Sound und besonders diesen Gesang nicht wirklich toll finde, so klingt alles in Harmonie dermaßen markant. Genau darauf kam es bis zum Fall des klassischen Radios auch an, dass auch dem letzten Zuhörer nach wenigen Sekunden ganze Songs in Erinnerung blieben und wiedererkannt wurden. Das ist dieser Band eindeutig gelungen. Ich kenne mich mit dem Genre Rock nicht so gut aus, um die marginalen Innovationen eines Appetite for Destruction herauszufinden. Für mich bleibt es generischer 80er-/90er-Rock, als ernsteres Erbe des 70er-Glamrocks. Lieder wie Sweet child of mine sind heute für mich nicht schmerzende Radio-Mucke. Irgendwas zwischen Kunst und Einweg-Pop. Kann man sich anhören. Den Daumen nach oben kann ich aber nicht geben.
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