
Angehört
Sigur Rós – Ágætis byrjun
Mal wieder was ganz außerhalb meiner Komfortzone, auch wenn ich etwas völlig anderes erwartet habe. Beim Lesen des Albumtitels und Bandnamens, erwartete ich harten Rock/Metal, bekommen habe ich einen isländischen Folklore Massive-Attack-/Radiohead-Hybriden.
Ágætis byrjun (Ein recht guter Start) ist das zweite Album der Band und ich bin fast versucht, mir die anderen mal zu geben. Das Album ist jetzt kein Adrenalin-Klopfer, sondern eher das genaue Gegenteil. Einfach mal ’ne Stunde auf der Couch liegen, Augen zu und dem Album lauschen, dafür ist es gemacht. Wer sich dazu noch mental, wie ich, in einem dafür passenden Zustand befindet, der findet hier vielleicht 1 Stunde Ambrosia für die Ohren. Ein Album, nicht so alt wie viele andere, die ich in den letzten Wochen hier notiert habe, gleichwohl ist seine Struktur dermaßen aus der Zeit gefallen und datiert es gefühlt stärker, als es das Veröffentlichungsjahr 1999 tut.

Allein die Länge der einzelnen Lieder lässt erahnen, wie sehr der geduldige Hörer hier belohnt wird. Ágætis byrjun zelebriert seine Übergänge, mehr noch die Übergänge zwischen den Songs, sind fast einzelne Stücke für sich. Das gefällt mir sehr. Es sorgt aber auch dafür, dass es das Anhören einzelner Lieder erschwert. Konzeptalbum trifft es relativ gut. Es bleibt ein Gesamtwerk und weniger eine Sammlung von Songs. Der Überraschungseffekt meiner Erwartungen verzerrt sicherlich mein Urteil ein wenig, aber ich gebe hier ganz klar eine gute Wertung. Daumen hoch.
4 Kommentare
Die späteren Alben sind etwas massentauglicher, zum Teil fast schon Pop. Das am schwersten zugängliche, aber auch das beste fand ich immer das unmöglich betitelte „( )“.
Ich muss aus-ge-sprochen breit grinsen.
@joël gut zu wissen, dass es sich lohnt, hier weiter das Werk zu erkunden. Wird gemacht. Danke.
Ja, genau, was Joë schrieb! ( ) ist mit Abstand das beste Werk der Isländer.
Með suð í eyrum við spilum endalaust ist allerdings deutlich heiterer. Höre ich häufiger zur positiven Emotionsregulierung. Und wenn das gut funktioniert, dann kann man in das Solodebut-Album Go von Jónsi, dem Sänger der Band reinhören.
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