Durchgespielt
Keeper
Danke Videospiele. Keeper hab ich grad mal gebraucht und ich ärgere mich ein wenig, es nicht schon etwas früher gespielt zu haben. Ich habe noch Schwierigkeiten, dies als Videospiel zu bezeichnen. Es ist von meiner Definition ein ganzes Stück weg, aber aus der Perspektive eines interaktiven multimedialen Erlebnisses, ist es wirklich einzigartig und sehr gut.
Keeper bekam einen Trailer und war dann irgendwie spielbar nach kurzer Zeit des Wartens. Dieses Werk zu vermarkten, ist auch recht schwierig, denn auch mir fallen nicht viele vergleichbare Beispiele ein. Keeper ist Teil Walking Simulator, Teil Adventure und ein Teil Puzzle. Was den Titel hervorstechen lässt, ist seine Präsentation. Visuell ist Keeper fast schon überwältigend. Das ist ein Werk, gemacht für das größte OLED-Display, das man finden kann. Dann aber gibt es nicht viel Konkurrenz für das, was man hier präsentiert bekommt. Diese Flut an intensiven Farben in Verbindung mit der guten HDR-Darstellung, löst bei mir Emotionen aus.
Überhaupt scheint genau, das primär Ziel des Titels zu sein, und Keeper hat dabei mehr mit Kunst als mit einem Produkt gemeinsam. Ich kann mich nicht erinnern, bisher ein solch wunderschönes Spiel gesehen zu haben. Es ist wie ein Gang durch eine Galerie. So intensiv, dass ich teilweise wirklich überfordert war.
Die erste Hälfte zieht sich etwas und die puren Mechaniken sind eher sehr durchschnittlich, darum aber geht es hier nicht. Vielmehr ist Keeper ein entspannendes Erlebnis und pure visuelle Erzählung. Pixars Findet Nemo trifft auf Nightmare before Christmas von Tim Burton. Das trifft es ganz gut, finde ich. Die zweite Hälfte ist die stärkere und ich fühlte mich nach dem Durchspielen an diesen Rocky-Balboa-Monolog erinnert. Keeper repräsentiert diesen Monolog in bestechender Art und Weise und passt bei mir grad so nahtlos ins Gemüt. Auch deshalb ist vielleicht meine Wertung verzerrt.
Keeper werde ich regelmäßig spielen, auch weil es nach 4 Stunden durchgespielt ist. Es ist einfach wirklich ziemlich einzigartig, was ich hier geboten bekomme: wenig Videospiel, aber ganz viel intensivste Präsentation. Daumen hoch, aber sowas von, auch wenn ich weiß, dass mein Eindruck hier sehr speziell ist. Ich lese gerade Play Nice und als Folge zum Buch Keeper zu spielen, könnte nicht kontrastreicher sein. In einer Zeit, in der Spiele vor der Idee, einen Business-Case vorzuweisen haben, werden Titel wie Keeper seltener und seltener. Allein deshalb meine absolute Empfehlung.
2 Kommentare
global $hemingway ?>Keeper war pure Kunst die man während des halten des Controllers entdecken konnte. Absolutes Highlight des Jahres.
Und viele die es gespielt haben loben es in den Himmel. Ich finde es nur sehr schade, dass man dem Titel nicht mehr Marketing spendiert hat, aber auch ich habe Keeper „nur“ im Rahmen von Game Pass gespielt.