
Live erlebt
Limp Bizkit – Konzert in der Berliner Wuhlheide
Nu Metal war in den 2000ern für mindestens 10 Jahre ein Garant für Erfolg. Das spirituelle Erbe der Beastie Boys und Rage Against the Machine, denen wiederum sicherlich Walk this way sehr gefallen hat, traten eben Bands an wie Korn, Linkin Park und auch Limp Bizkit. Auch ich war für eine Weile großer Fan, denn allein technisch sind das alles tolle Produktionen, die bis heute gut klingen. In meinen 30ern jedoch wirkte diese Musik plötzlich anders und vielleicht war ich dieser Stimmung einfach entwachsen.
Wenn ich in meine Playlisten schaue, dann ist da nicht viel von Limp Bizkit zu finden. Der Re-Arranged-Remix und das war es dann auch schon. Out of Style aber hat mich irgendwie wieder Fan werden lassen für eine ganze Zeit. Drum war ich schnell überzeugt, ein Konzert davon zu besuchen, und gestern war es dann soweit. Ich war mit ein paar Freunden dort. Wir suchen uns meist einen kleinsten gemeinsamen musikalischen Nenner pro Jahr und diesmal eben diese Ikonen der Nu-Metal-Bewegung.
Meine Erwartungen waren nicht sehr hoch. Der Tag zuvor war auch aufgrund des heißen Wetters kräftezehrend. Als wir glücklicherweise schnell gute Plätze fanden, ging es los und nach ein paar Takten waren meine Zweifel verflogen. Der Ton war großartig, auch wenn ich wieder meine Ohren vor der Lautstärke schützen musste. Das Konzept dieser Tour ist perfekt für die Phase der Band. Gespielt wurden 90 Minuten mit den großen Hits, die Fans erwarten, und bis auf einen Song waren es auch alles sehr energiegeladene Titel.

Etwas AI-Slop musste es dann wohl schon sein, aber irgendwie passt es zur Marke.
Wes Borland ist halt eine Maschine und allein diese wechselnde Bühnenerscheinung ist beneidenswert kreativ. Limp Bizkit können live ihren Sound bemerkenswert gut reproduzieren, auch wenn hier und da ein paar Schnipsel vom Band erklangen. Visuell war es mal etwas anderes, denn die eine große Leinwand hinter der Band projizierte jeweils alle Texte der Lieder. Eine Art Untertitel. Das finde ich gewöhnungsbedürftig und es bleibt ein kleiner Kritikpunkt meinerseits. Ein Freund kritisierte die kurzen Intervalle zwischen einzelnen Songs. Nun, auch diese Band ist nicht mehr in ihren 20ern und dieser Marathon an intensiven Songs erfordert eine gewisse Ruhepause dazwischen. Ich fand das eher angenehm, weil man so auch mal zwischendurch einen kurzen Plausch halten konnte.
Ich hatte an diesem Abend viel Spaß und die gesamte Stimmung in der Arena wirkte positiv, auch die Band selbst schien Spaß zu haben. Emotional wurde es für einen Moment, als der verstorbene Sam Rivers erwähnt wurde und als Bild auf der Leinwand erschien.
Ich konnte für einige Momente die kleinen und großen Sorgen des Alltags ausblenden. Viel mehr Lob kann man solch einem Konzert kaum aussprechen. Es war toll und ich glaube, ich hab Lust auf mehr.
Daumen hoch.
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