
Angehört
Dr. Dre – 2001
Wenn ich meine Muster des Musikhörens nicht radikal ändere, dann wird das heutige Album zweifellos die meisten Minuten Soundtrack meines Lebens gewesen sein. Dies war einer meiner letzten Käufe im damaligen örtlichen Karstadt-Kaufhaus. Die Vorfreude war heute kaum nachvollziehbar. Es gab schon eine Single und der Hip-Hop-Soundgarden hatte schon ein paar weitere Titel im Radio angespielt und alles klang so gut und das tut es bis heute.
Auch 2026 ist dieses Album eine klangliche Referenz. Egal, ob man dieses Musikgenre mag oder auch nicht, 2001 eignet sich wieder und wieder, um die neuen Boxen, den neuen Kopfhörer oder die Anlage des neuen Autos zu testen. Selbst spätere Alben dieses Produzenten haben nicht mehr diesen Klang und ich, genau deshalb, bleibe ich hier seit mehr als 26 Jahren kleben und auch darum ist die Instrumentalversion des Albums eine Dauerberieselung meines Lebens.

Ist das noch Sample oder schon mehr? Surreales Recycling
Heute existieren ein paar Details, warum der Sound so makellos ist, auch wenn natürlich nicht alle Geheimnisse gelüftet sind. Aber Dr. Dre stammt aus der analogen Ära der Musikproduktion und setzt auch hier Hardware vergangener Zeit zur Kompression und zur Steuerung einzelner Filter ein. Auch wenn heute alles Software ist, das Markante solch alten Equipments ist kaum reproduzierbar. Hinzu kommen die Samples. Ich gebe zu The Chronic das Vorgängeralbum, ist nicht meins, auch wenn ich es als Meilenstein des Genres anerkennen kann.
2001 ist solch ein perfekter Sturm. Dr. Dre war relativ weg vom Fenster. Dann spielte ihm jemand ein Mixtape eines unbekannten Detroit Battle Rappers zu und der Rest ist Geschichte. 2001 ist eine Art Neuerfindung des kreativen Werks, eines wieder hungrigen Künstlers, der zu dieser Zeit sich selbst am meisten beweisen musste und dafür Unterstützung suchte und annahm. Das Ergebnis ist ein Jahrhundert-Album, welches auch in den kommenden Dekaden so grandios klingen wird wie 1999. Und ja, ich bewerte hier die Texte weniger oder ignoriere sie komplett, denn textlich ist 2001 mit wenigen Ausnahmen kein Höhepunkt, aber das muss es eben auch nicht sein.
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