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Zeitverschwendung
  • Fr., 23. Januar 2026
  • 2 Kommentare

Momentaufnahme

Zeitverschwendung

Die emotionale Achterbahnfahrt der letzten Wochen, war dann wohl doch zu viel. Heute an meinem freien Tag merke ich beim Schnüren der Schuhe, dieses bekannte Ziehen im unteren Rückenbereich. Mein Körper signalisiert mir wieder seine Grenzen, und so werde ich die nächsten Tage sehr langsam durch die Welt stolzieren.

Eine Frage der letzten Tage in Gesprächen mit Menschen an mich war mehrfach: „Glaubst du, das war … Zeitverschwendung?“

Zeitverschwendung – was für ein geladenes Wort, immer aus völlig subjektiver Perspektive. Auch ein Wort, das ich in jungen Jahren oft an den Kopf geworfen bekam. „Das ist doch alles Zeitverschwendung, mach mal lieber …“ Meist ist es auch einfach nur eine sanftere Formulierung für Fehler, aber meine Güte, auch ich habe diese Frage schon oft anderen Menschen gestellt, nur um vielleicht erst jetzt zu realisieren, wie negativ geladen dies oft wirkt.

Irgendein Nebeneffekt der letzten Jahre bei vielen Personen, ist dieser Fokus auf das absolute Ausnutzen jeder einzelnen Sekunde eines Lebens. Alles andere sei Zeitverschwendung. Vermutlich auch eine Folge der Pandemie und der Inszenierung kompletter „Leben“ in sozialen Medien. Dinge, Handlungen, Nahrung, Erfahrungen und Menschen werden mit dem Adjektiv „zeitverschwendend“ entwertet. Herablassung der obersten Kategorie, makellose Selbstoptimierung und ein Rausch nach Dopamin als Doktrin für ein komplettes, erfülltes Leben.

Zeitverschwendung? Die Frage konnte und kann ich einfach immer mit Nein beantworten. Meine Doktrin war noch nie, alles zu optimieren und alle möglichen Fehler zu reduzieren. Das ist maximal ein Wunschtraum, aber nicht meine Geschichte1. Diese Eintragsart habe ich nicht grundlos mit Momentaufnahme untertitelt. Für mich zählt der Moment. Nicht immer plane ich die nächsten drei Schritte voraus. Meist nicht mal einen. Wenn sich etwas gut anfühlt, dann höre ich auf meinen Bauch. Genau dann, wenn ich vielleicht Entscheidungen zerdenken sollte, findet es nicht statt, aber auch das bin ich. 🤷‍♂️


  1. Aufmacherbild: Automat (1927) – Edward Hopper ↩

  • Schlagwörter:
  • Leben,
  • Momentaufnahme.

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2 Kommentare

  • #1
  • Fr., 23. Januar 2026
  • ben_ schrieb:

Autsch. Da scheidet späte und lange in Kinosessel sitzen heute wohl aus, was?! So oder so: Alles Gute!

Und in der Sache: Voll! Richtig. (Auch wenn ich das mit der Zeitverschwendung vielleicht gesagt haben mag, hehe.) Mein Eindruck ist, dass gerade die schmerzliche Erfahrungen mich mehr gelehrt haben, als ich in dem Moment erkannt haben. Nie bereuen, das Herz auf der Haut getragen zu haben. Nie bereuen, das zu tun, was sich richtig anfühlte, auch wenn es weh tat.

Webmaster
  • #2
  • Fr., 23. Januar 2026
  • Chris_ schrieb:

Ja, Kino heute definitiv nicht, wird mir auch zu spät. Muss mal schauen, ganz zu ruhen ist auch mies. Werde wohl wie gesagt, nur alles langsamer angehen die nächsten Tage.

Und keine Bange, mir gings hier auch nur primär um das Festhalten der Gedanken dazu, nicht um die jeweilige Situation, denn ich bin dankbar für solche Fragen. 🙂 Es fiel mir nur wirklich auf, dass da ein Muster zu erkennen war, sowohl bei den Fragenden, als auch bei mir.

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