
John R.
Zwei Lehrer meiner cineastischen Schule in den späten 80ern und quasi die gesamten 90er hinweg waren Schwarzenegger und Stallone. Sie haben gemeinsam ein Subgenre geschaffen, das im Guten wie im Schlechten Generationen fast ausschließlich männlicher Zuschauer tief für den Rest des Lebens geprägt hat. Beide sind heute dieser Phase entwachsen und im Falle von Stallone findet hier gefühlt echte Reflexion statt, die ungewöhnlich angenehm erscheint. Angesichts seines 80. Geburtstags gibt es nicht nur eine Biografie, sondern auch passend dazu Interviews, wie dieses mit der New York Times.

Stallone wird mehr und mehr zu der Figur, die er in den 80ern und 90ern verloren hat. Nämlich weniger der muskelbepackte Superheld und mehr der reflektierende Autor. Er hat seinen Oscar fürs Schreiben und nichts fürs Ballern bekommen und das war kein Zufall.
Dieser Bruch im Rambo-Franchise hat mich auch immer gewundert. First Blood ist ein ziemlich gut verstecktes tiefes Drama, aber alle folgenden Teile sind stupide Action-Orgien der Reagan-Ära. Was zur Hölle? Immerhin stellt sich nun heraus: Stallone selbst ist Schuld daran und erkennt es als Fehler. Jetzt frage ich mich, welch andere Rambo-Filme wir verpasst haben.
Stallones wahres Leben ist auch filmreif und so viel Mea culpa wie hier sehe ich selten aus Hollywood.
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