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To create something from nothing
  • Di., 02. Juni 2026
  • 3 Kommentare

To create something from nothing

Das kennen vielleicht einige noch: Man wünscht sich als Kind oder Jugendlicher irgendeinen tollen neuen Gegenstand, ein neues Fahrrad, ein neues Videospiel, egal was. Bei mir war es damals oft letzteres. Leider ist nicht ausreichend Taschengeld vorhanden und man muss alle Möglichkeiten finden, sich diesen Wunsch selbst zu erarbeiten. Hier mal Rasenmähen, dort mal die Hausreinigung übernehmen, für die alte Dame unten rechts mal einkaufen gehen und Altpapier und Altglas abgeben. Das waren damals meine Optionen. Wenn alles erledigt und der Gegenstand erworben war, dann war der Stolz darauf, die Freude darüber, größer als jedes Geschenk, weil man Dinge mehr schätzt, die man sich selbst erarbeitet hat. Das gilt auch für Fähigkeiten. Wir spulen 30 Jahre vor und entdecken diesen Schatz.

To me, it seems like just crazy that music should not be as as engaging as Fortnite.
Nobody likes to make music. It’s not really enjoyable to make music now. It takes a lot of time. It takes a lot of practice. … the majority of people don’t enjoy the majority of the time they spend making music. CEO der KI-Musik Lösung Suno

Dies ist ein Zitat aus einem Video, das beschreibt, wie diese KI-Werkzeuge mittlerweile selbst auf teuren Musikschulen zum Einsatz kommen. Als Gegengewicht dazu ein kurzer Ausschnitt eines Prince-Interviews:

… it’s more important that kids learn how to actually play the guitar, it’s a tough … it’s not easy it took me a long time and it was frustrating at first and you just have to stick with it. .. to create something from nothing is one of the greatest feelings and … I wish it upon everybody. It’s heaven. #

Diese Lernkurve, dieses “not enjoyable”, dieses “not easy”, dieses “tough”, genau darum geht es und das trifft auf alle Leidenschaften zu. Den von Prince zitierten Himmel, das Paradies? Der Weg dorthin führt halt eben auch oft, besonders am Anfang, durch eine Phase, die genau dazu da ist, die individuelle Belastbarkeit, Ausdauer und Disziplin zu testen. Dies entfernen zu wollen, klingt absurd. Die Vorstellung, alles Wertvolle1 müsse einfach und mit Abkürzungen zu erreichen sein, ist für mich nicht nachvollziehbar. Unabhängig von KI beobachte ich diesen Trend: Der Fokus verschiebt sich vom eigentlichen Prozess hin zum reinen, mühelosen Konsum.

Die eigene Schöpfung entfesselt ihren Selbstwert, wenn es eben nicht nur immer einfach und purer Spaß ist.

Etwas wirklich Großartiges ist nie einfach.


  1. Aufmacherbild: La Pendule noire (1869) – Paul Cézanne ↩

  • Schlagwörter:
  • 20s,
  • KI,
  • LLM,
  • Musik.

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3 Kommentare

  • #1
  • Di., 02. Juni 2026
  • Konstantin schrieb:

> „I wish it upon everybody. It’s heaven“ — ja. genau so.

<3

  • #2
  • Di., 02. Juni 2026
  • ben_ schrieb:

„Nichts, das sich zu haben lohnt, fällt einem in den Schoß.“ – Robert „Bob“ Kelso

  • #3
  • Di., 02. Juni 2026
  • Chris_ schrieb:

@Ben_ kannte ich bisher nicht und irgendwie werde ich beim Lesen des Zitats sehr emotional. Danke.

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