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Resident Evil Village

Hätte nicht gedacht mal wieder im Weblog über Videospiele zu sinnieren. Nach mehr als 20 Jahren der Konsolen Abstinenz, hab ich mal wieder Lust auf Zocken in Couch-Nähe. Zusätzlich gibt’s ne neue Hardware Generation, sind Videospiele mittlerweile technisch solide und im Alter wird werde auch ich faul und möchte einfach nur mit geringsten Aufwand modernes Gaming Erlebnis.

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Resident Evil für die Playstation hatte ich damals als ersten Titel importiert und in der ersten Fassung ließ sich die Hardware einfachst überlisten, um den Titel auch auf einer PAL Maschine zocken zu können. Zu der Zeit traf der Titel wie die Faust aufs Auge. Resident Evil ist einer der wenigen Titel die damals einen Trend losgetreten haben, der bis heute anhält und den ich eigentlich kritisiere. Titel wie dieser, Final Fantasy 7 sowie Metal Gear Solid versprachen weniger Spielhallen- und mehr Kino-Erlebnis. Gameplay verzieht sich in den Hintergrund und macht Platz für Charaktere, Geschichten und Handlung. Zwanzig Jahre später ist Technologie soweit, dass ich mit dem Ansatz in richtiger Dosierung, durchaus meinen Spaß finden kann.

Ein kurzer Zwischenstop. Die Hardware meiner Wahl ist Microsofts neue XBox Series X. Erstaunlicherweise funktioniert mein uraltes Games for Windows Login, welches Microsoft offenbar zur XBox Marke portiert hat. Kurz gesagt Setup und Onboarding dieser Konsole ist makellos. Hut ab. Was dann allerdings folgt ist weniger erfreulich.

Anfang des letzten Jahres hab ich mir einen neuen Fernseher geleistet, auch mit Blick auf diese neue Konsolen Generation, aber primär für das Streamen von 4K-HDR Filmen und Serien. HDR/Dolby Vision ist das Killerfeature moderner Displays. Nur eben dieses Zusammenspiel zwischen Konsole und TV, erforderte einige Suchen im Internet. Nach vielen Stolperfallen, endlosem Einstellungen muss ich sagen, dass dieser Prozess überhaupt nicht durchdacht ist. HDR lässt sich in drei Ebenen regulieren: TV, Konsole und individuelle Software. Bis man da die richtige Abstimmung gefunden hat, vergehen zu viele Minuten. Irgendwie wirkt dies wirklich unfertig. Es muss einfacher, schneller und besser werden.

Hat man diese Hürde aber genommen, dann muss ich schon sagen: WOW. Was heutige Technologie in Echtzeit auf solche Displays zaubert, davon hab ich vor 20 Jahren nicht dran geglaubt. In seinen besten Bildern kann ich minutenlang verweilen und staunen. Absolut beeindruckend, teilweise Atem beraubend schön. Auch wenn das Spiel gut schummelt, es hat wieder und wieder Momente von Fotorealismus. Wenn ich mir vorstelle was in weiteren 20 Jahren möglich sein wird… beängstigend.

Die zwei ersten Notizen: Ego-Shooter ohne Maus und Tastatur fühlen sich immer falsch an. Dieses Gefühl konnte auch Village nach 12 Stunden Spielzeit nicht korrigieren. Das ist mies. Dass Konsolen aber endlich auch erkannt haben, dass Framerate wichtig und nicht nur Einbildung der PC-Elite ist, ist beruhigend.

Geisterbahn 2.0

Pacing. Irgendwie finde ich da keine perfektes deutsches Wort. Es ist eine Mischung aus Tempo und Rhythmus und für Single-Player Spiele essentiell. Hier brilliert Village wie kaum ein anderer Titel den ich die letzten Jahre genießen durfte. Wie in einer guten Geisterbahn macht es die Mischung aus extrem intensiven und ruhigeren Momenten. Village ist klar unterteilt in diverse Abschnitte, diese wieder in Bereiche aus Action und der Serie so typischen Rätseln und Puzzle. Der Rhythmus, mit welchen das Spiel zwischen beiden Zutaten wechselt ist grandios und endet zu einem perfekten Zeitpunkt. Die Spieldauer ist wirklich perfekt.

Der Geisterbahn Vergleich ist einfach offensichtlich und dies schreibe ich als absoluter Geisterbahn Fan. Das Spiel liefert in jedem seiner “Bereiche” ein sehr unterschiedliches Gesamtergebnis und bedient sich dabei an vielen bekannten Horror-Settings, ganz wie ich es noch von den ersten Teilen kenne. Ich hab sogar noch etwas mehr Hammer Horror erwartet als es dann der Fall war. Enttäuscht bin ich aber nicht.

Ich habe einige andere Kritiken zum Spiel gelesen. Insgesamt viel Lob und wenig Makel. Der Aussage, dass die erste Hälfte des Spiels die Stärkere sei, kann ich nur zustimmen. Offenbar hat man auch nach sieben Titeln, die Flucht aus der Eskalationsschablone nicht geschafft. Village hätte es aber nicht gebraucht finde ich.

Videospiele als Horror Tempel

Warum ich den Artikel hier überhaupt schreibe ist simpel. Village hat mir gezeigt, wie überlegen das Medium Videospiel für bestimmte Formen der Unterhaltung geworden ist. Als Filmfan durch und durch finde ich wenig Entwicklung von Horrorfilmen. Aus dem Kino quasi verdrängt, sollten Streaming Plattformen eigentlich perfekte Heimat für das Genre sein, aber irgendwie scheint Horror wenig Weiterentwicklung zu sehen. Seit Martyrs scheint es eben kein neues Martyrs mehr gegeben zu haben.

Mit einer Optik moderner Spiele jedoch, scheint der Film das Genre für mich zu verlieren. Village ist visuell so gut, dass es kaum mehr Unterschiede zum Film gibt und man zusätzlich die Interaktion bekommt, die in den intensiven Szenen des Spiels eine Wirkung erreichen, die kein Film auch nur annähernd erreichen kann. Hinzu kommt eine anderer Aspekt. Moderne Titel wie Village sind so kosten- und zeitintensiv, dass unzählige Kontrollebenen installiert werden, bis dass Ergebnis beeindruckt. Film dagegen bietet weniger Optionen den Kurs zu korrigieren, sobald das Drehbuch geschrieben ist.

Medium 3.0

Hätte mich jemand 1999 gefragt, wo die Resident Evil zwanzig Jahre später sein wird, wie sie aussehen wird, wie sich sich spielen wird, ich glaube meine Wünschen wären nur den halben Weg gegangen, den Village nun zurück gelegt hat. Es ist genau der Titel den ich mir erhofft habe, der mich zurück auf die Couch and das Joypad holt. Ist Village perfekt? Absolut nicht zu meckern hat man ja immer was, aber das sind nur Details. Mein größtes Lob ist ganz klar die makellose Präsentation und Spieldauer. Von dieser Kombination bitte mehr. Es ist genau die Art der Unterhaltung, welche ich heute suche. Keine 100+ Stunden Verpflichtung, sondern ein intensives Dutzend, plus vielleicht in Zukunft noch ein oder zwei mal Nachschlag in Form eines zusätzlichen Downloads.

Das Warten auf den neunten Teil wird verdammt lang, aber meine Fresse bin ich wieder mindestens zwanzig Jahre jünger geworden, beim Genuss dieser spielerischen Perle. Wenn heute jedes Produkt, jeder Service von sich selbst behauptet es sei eine “Experience” dann trifft dies nur wirklich ganz selten zu. Resident Evil Village allerdings ist es, vielleicht schon zu intensiv.

Beide Daumen hoch, aber sowas von. Village ist Referenz für das Genre und das Medium.

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