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Wann ist das passiert?

Wann ist das passiert?

Als ich mir ges­tern noch ein­mal das Video zum John Hug­hes Tri­but bei den Oscars ange­schaut habe, da kam der die Frage auf, ob Filme heute über­haupt noch so einen Wert haben wie vor zehn, zwan­zig oder drei­zig Jah­ren? Kei­ner der Hug­hes Filme hat einen Oskar bekom­men und den­noch orga­ni­sierte man eine Show, wie ich sie noch nicht gese­hen habe, ver­mut­lich weil man um die Bedeu­tung sei­ner Arbeit weiß, die sich eben nicht in Prei­sen defi­nie­ren lässt.

Hughes-Filme waren der per­fekte mediale Sturm, als mit der VHS eine neue Tech­no­lo­gie eine Gene­ra­tion von Jugend­li­chen prä­gen sollte und zwar nicht in Form ver­pi­xel­ter 40 Sekun­den Dau­men­ki­nos. Ich bin über­zeugt, dass Film an sei­ner Bedeu­tung für junge Men­schen ver­lo­ren hat. Zu schnell wird man mit Neuem bom­ba­diert. Das ein­zelne Werk, kann die große Masse kaum mehr wirk­lich prä­gen. Zu schnell­le­big ist unsere mediale Umwelt gewor­den. Es exis­tie­ren zu viele Alter­na­ti­ven zur bewehr­ten nicht inter­ak­ti­ven 90 minü­ten Rea­li­täts­flucht. Media­ler Kon­sum hat den Fokus vom eigent­lich Inhalt, eher auf das Erleb­nis an sich ver­la­gert, drum ist es für viele eine völ­lig neue Erfah­rung, mal einen Film allein zu sehen. Wenn ich heute im Kino­ses­sel sitze, dann frage ich mich oft, ob der Film eher nur Anlass ist, jeman­den neben sich sit­zen zu haben, der zuhört, was man zu sagen hat.

Film als (Jugend-)Kultur prä­gen­des Medium schwä­chelt in den letz­ten 10 Jah­ren zwei­fel­los. Zu stark ist die Kon­kur­renz aus Inter­net und Video­spie­len gewor­den. Zu sehr hat sich die Ziel­gruppe frag­men­tiert und ja zu ein­fach ist es gewor­den Werke in dahin gewor­fe­nen Bro­cken zu kon­su­mie­ren, die nur einer von vie­len sind. Schade eigent­lich aber das ist wohl Zeit­geist.

  • #1
  • Mi, 10. März 2010
  • ben_ schrieb:

Span­nende These. Damit würde Film von sei­ner persönlich-biographischen und sozia­len Funk­tion eher in Rich­tung Lite­ra­tur wan­dern.

Ich sag’s mal so: Wenn man sich auf einer Party mit jeman­dem über gut über Lite­ra­tur unter­hal­ten kann, dann weiß man, dass man wen beson­de­res gefun­den hat auf der Party. Viel­leicht wird das bei Fil­men dann bald genauso wäh­rend die Aller­welts­the­men dann Face­book, Iphone und Sing­star sein dürf­ten.

Aber wieso das Ghostbusters-Icon?

Webmaster

Weil es mei­ner Mei­nung nach wirk­lich gut das Thema sym­bo­li­siert. Du hast es sofort erkannt und vie­leicht den Song im Ohr und einen Dia­log des Films im Kopf gehabt. Darum geht es mir, so einen iten­si­ven Ein­druck bekommt man heute nur noch sel­ten bis gar­nicht. :)

Aber der ist doch gar nicht von John Hug­hes!?

  • #5
  • Mi, 10. März 2010
  • ben_ schrieb:

John Hug­hes? War das nicht dem mit dem Rie­sen­schwanz? ;)

Webmaster

Ghost­bus­ters ist kein Hug­hes, aber Hug­hes soll nur Auf­hän­ger des The­mas sein. Lange Rede ganz wenig Sinn: nicht das beste Sym­bold­bild, aber weit weg von den übli­chen Meta­or­gien hier. ;)

  • #7
  • Mi, 10. März 2010
  • Hex schrieb:

Dar­über habe ich neu­lich auch mit jeman­dem gere­det. Finde mal jeman­den, der “Spiel mir das Lied vom Tod” toll fin­det, nicht Film stu­diert und jün­ger als 25 ist. Ist glaube ich schon schwer.

Die aktu­elle Gene­ra­tion an Jugend­li­chen will schnelle Schnitte, so wie in den letz­ten bei­den James Bond Fil­men; da ist die Fahrt eines Auto durch ein Tun­nel 20 mal unter­schnit­ten, inner­halb von einer hal­ben Minute.

Webmaster

Das kommt davon, wenn die Gene­ra­tion MTV schließ­lich Filme mit dicken Bud­gets macht. Vor­rei­ter dafür ist die Bourne-Serie, wo man der Logik und Örtlich­keit der Sequen­zen eigent­lich nicht mehr fol­gen kann. Ich hoffe, dass ist wie so vie­les nur eine Phase und in 10 Jah­ren möchte auch das Mas­sen­pu­bli­kum mal wie­der lange Ein­stel­lun­gen sehen.

  • #9
  • Do, 11. März 2010
  • Hex schrieb:

Ich glaube es geht auch wie­der hin zu lan­gen Ein­stel­lun­gen. Bei Sur­ro­ga­tes z.B.: hier gibt es durch­aus län­gere Ein­stel­lun­gen, und die Ver­fol­gungs­jagd ist auch nicht im Bourne-Style geschnit­ten son­dern eher so wie vor 10 Jah­ren. Eben so, dass man noch erkennt, wo man gerade ist :)

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