03
09

barcode

3 MCs and 1 DJ

Beastie Boys Juwel der späten 90er - handgemachte Musik ohne Instrumente

3 MCs and 1 DJ

Ich bin ein Freund von Mini­ma­lis­mus, ein Prin­zip, dass sich auf fast jeden Bereich des Lebens anwen­den lässt. Eigent­lich bevor­zuge ich kein fes­tes Musik­genre. Was gut ist gefällt, auch wenn sich eine Vor­liebe für Sprech­ge­sang nicht leug­nen lässt. Das Genre ist als pure Par­ty­mu­sik gebo­ren und ver­kam dann Mitte der 90er zum heute kom­mer­zi­el­len Mons­ter. Im Laufe der Jahre hat sich viel am Genre ver­än­dert. Aus einer Sub­kul­tur ist die finan­zi­ell stärkste und glo­bal erfolg­reichste Musik über­haupt gewor­den. Heute sind die Grö­ßen der Szene nicht mehr nur Tex­ter, son­dern eher Groß­in­dus­tri­elle, deren Gott­heit die fik­tive Figur Tony Mon­tana zu sein scheint…aber es war nicht immer so.

Mitte der 80er waren es drei jüdi­sche New Yor­ker aus der Mit­tel­schicht Ame­ri­kas, die zusam­men mit einem auf­blü­hen­den Label und einem ambi­tio­nier­ten Pro­du­zen­ten Musik­ge­schichte schrei­ben soll­ten. Die Beas­tie Boys sind noch immer ein­zig­ar­tig. Heute wahr­schein­lich als Weichspül-Pop-Rap ver­teu­felt, ist die Qua­li­tät vie­ler Titel ein­fach so gut, dass selbst die bös­ar­tig bli­ckends­ten aktu­el­len Künst­ler, der Gruppe Respekt ent­ge­gen­brin­gen. Zu groß ist das Erbe der Beas­ties, selbst wenn man the­ma­tisch in ande­ren Wel­ten spielt. Nach etli­chen musi­ka­li­schen Orgien, bei denen man die bes­ten Sam­ples der Funk-Geschichte ver­schmol­zen hat, musste sich die Gruppe zumin­des­tens musi­ka­lisch Ende der 90er neu erfin­den.

3 MCs and 1 DJ bringt alles auf den Punkt. Es bleibt Beas­tie Boys und klingt doch völ­lig anders. Es braucht nicht mehr als eine Platte, einen Mixer und einen Groß­meis­ter des Hand­werks. Die vie­len bekann­ten ande­ren Titel der Band plat­zen vor Dichte. 3 MCs and 1 DJ reisst allen Bal­last von sich und redu­ziert sich auf den ganz frü­hen Ursprung des Gen­res. Zur Zeit als 3 MCs and 1 DJ ent­stand, ver­la­gerte sich die Pro­duk­tion von Rap all­ge­mein mehr und mehr zu jenem über­pro­du­zier­ten Brei, der noch heute den Markt domi­niert. Beson­ders um die Jahr­tau­send­wende eta­blier­ten sich alle gro­ßen Namen, die noch heute Garan­ten für kom­mer­zi­el­len Erfolg sind. Mini­ma­lis­mus sieht aber anders aus, näm­lich so wie in die­sem Titel, das ohne digi­ta­len Kram und ohne auf­ge­setzte Bil­der funk­tio­niert. Der Song ist so auf den Punkt, so ein­fach, so humor­voll, so smart und damit so gut, dass er mir immer wie­der ein Grin­sen ins Gesicht zau­bert. Gute pure Unter­hal­tungs­mu­sik ohne auf­ge­setz­ten Anspruch und ohne Maske. Sowas ist sel­ten gewor­den in einem Genre das mehr zu einer Kar­ri­ka­tur sei­ner selbst gewor­den ist.

Ähnli­che Bei­träge zum Thema gibt es bei Ben_, Joël , Mar­kus, Mau­rice, Nico und Oli­ver.

  • #1
  • Mo, 01. März 2010
  • ben_ schrieb:

“Ich bin ein Freund von Mini ma lis mus, ein Prin zip, dass sich auf fast jeden Bereich des Lebens anwen den lässt.”

q.e.d.

Kommentar schreiben
safari bug

Vorschau:

HTML ist in Kommentaren zugelassen. Erlaubt sind die HTML-Tags:
<a href>, <i>, <p>, <strong>, <em>, <ul>, <ol>, <li>, <blockquote>.
Alle themenfremden oder persönlichkeistverletzenden Beiträge werden gelöscht, also immer schön sachlich argumentieren.

schrieb: