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Knol(itsch)

Knol(itsch)

Knol ist Google’s Wikipedia-Konter. Wer hier öfers liest, weiß wie oft ich auf Wikipedia-Einträge ver­linke. Wiki­pe­dia hat bei mir mitt­ler­weile Google als “Such­ma­schine” zum gro­ßen Teil abge­löst. Es ist ganz logisch, dass Google eine ähnli­che Platt­form braucht. Klas­si­schie Index-Suche ala Google ist bei rasant wach­sen­dem Umfang, zen­tra­len Model­len wie Wiki­pe­dia unter­le­gen. Wenn ich wis­sen möchte, wel­cher Pro­du­zent den Song “X” pro­du­ziert hat, finde ich in der Wiki­pe­dia viel schnel­ler eine Ant­wort. Google bleibt Vor­rei­ter bei Fra­gen um tech­ni­sche Details. Für All­ge­mei­nes funk­tio­niert die Wiki­pe­dia schon jetzt bes­ser.

Nun ist Knol online. Optisch auf den ers­ten Blick eine Ver­bes­se­rung, ver­sucht man Wiki­pe­dia dort zu tref­fen, wo es angreif­bar ist. Knol ver­sucht krampf­haft den Ein­druck von Kom­pe­tenz zu ver­mit­teln: “keine Stüm­per, son­dern Pro­fis.” Auto­ren wer­den expli­zit erwähnt und sogar als Haken für andere Inhalte benutzt. Die Links “vom glei­chen Autor” sind sehr cle­ver. Inhalt­lich scheint man zumin­des­tens bis­her einen ande­ren Schwer­punkt zu legen. Wäh­rend Wiki­pe­dia gerade bei den Nischen-Themen so wert­voll ist, fin­det man bei Knol bis­her viel Medi­zin und viel “How-to”-Inhalte. Wer schon immer mal im Inter­net lesen wollte, wie man eine lau­fende Klo­spü­lung repa­riert, wird bei Knol glück­lich wer­den. Inter­es­sant sind neben­bei auch die URLs. Da scheint man wie mitt­ler­weile viele andere auch, URLs für mehr zu nut­zen als ein­fa­che Navi­ga­tion. Knol’s größ­tes Übel? Kom­men­tare unter den Inhal­ten. Sehr frag­lich ob bei wach­sen­der Popu­lä­ri­tät Kom­men­tare erhal­ten blei­ben.

Wiki­pe­dia besitzt einen rie­si­gen Vor­sprung bei Umfang und Viel­falt der The­men. Ob Knol hier jemals auf­ho­len kann, ist sehr frag­lich. Knol sollte man in ein paar Jah­ren noch­mal unter die Lupe neh­men, bis dahin muss es inhalt­lich wach­sen und seine Form fin­den, wenn es nicht vor­her von Google fal­len gelas­sen wird. Es ist klar, wie Knol Wiki­pe­dia Nut­zer abluch­sen möchte. Ob es gelingt bleibt abzu­war­ten. Ich bleibe erst­mal wei­ter der Wikipedia-Leser.

  • #1
  • Do, 24. Juli 2008
  • ben_ schrieb:

Ich glaube, dass Wiki­pe­dia und Knol keine Kon­kur­ren­ten sind. Deut­lich wird das wenn man sich mal ein biss­chen bei squidoo.com umschaut, die mei­ner Mei­nung nach viel ver­gleich­ba­rer mit Knol ist. Die eng­li­sche Wiki­pe­dia hat 2.5 Mil­lio­nen Arti­kel. Das ist lächer­lich wenig, ver­gleicht man es mit der Viel­falt der Dinge, für die Men­schen sich inter­es­sie­ren. Dein Klo­spü­lungs­bei­spiel ist zwar gut, scheint mir aber ein biss­chen zu ver­harm­lo­send. Das Poten­tial ist uner­mess­lich.

Webmaster

Auch wenn sie im Pro­dukt nicht als Kon­kur­renz erschei­nen mögen, Wiki­pe­dia ist immer einer der ers­ten Links bei Google-Suchen. Wenn man ein ähnli­ches Pro­dukt vor den Wiki-Links posi­tio­nie­ren kann, dann ent­steht da auto­ma­tisch eine Kon­kur­renz, egal ob man sich gleicht oder nicht. Wir soll­ten hier schon rea­lis­tisch sein. Wel­cher EIn­trag wird wohl mehr Besu­cher auf sich zie­hen? Die Wiki-Seite von Paris Hil­ton oder ein Arti­kel über Karies bei Knol?

Es wird ent­schei­dend blei­ben, wie Knol sich inhalt­lich auf­stel­len wird. Zum jet­zi­gen Zeit­punkt, kann man nur schwer mit den popu­lä­ren The­men der Wiki­pe­dia kon­kur­rie­ren, dafür ändert sich zu viel in zu kur­zer Zeit. Ja, die Wiki­pe­dia zählt auch bei 2.5 Mil­lio­nen The­men nur jene, die von mehr als zwei Leu­ten gele­sen wer­den. Diese zwei armen See­len, wer­den aber nicht bei einer Wiki-Konkurrenz plötz­lich anfan­gen ihr Thema zu posi­tio­nie­ren. Ich habe bei squi­idoo nur mal einen Begriff gesucht. Der erste Link der mit ange­bo­ten wurde, führte zu einer toten Seite bei last.fm. Zufall oder Feh­ler im Sys­tem, eben nicht wirk­lich nur eigene Inhalte anzu­bie­ten. Lus­ti­ger­weise endet diese URL mit dem Wort Wiki. Hier schließt sich dann der Kreis.

Sofern ich das rich­tig ver­stan­den habe, basiert Knol auch dar­auf, pri­mär gute/populäre Arti­kel zu schrei­ben, um viele Leser zu fin­den, die dann wie­der für Adsense-Einnahmen sor­gen. Nischen­the­men haben in so einem Sys­tem keine Chance bzw. wer­den hoff­nungs­los unter­ge­hen. Wiki­pe­dia bie­tet hier wenig bzw. gar kei­nen Anlass für einen theo­re­ti­schen Pro­fit zu schrei­ben. Alle The­men sind gleich­wer­tig.

[…] computerwoche.de, teltarif.de, blogpiloten.de, coldheat.de […]

[…] Gegen­satz zur Online-Enzyklopädie Wiki­pe­dia, mit der Knol meist ver­gli­chen wird, steht der ein­zelne Autor im Mit­tel­punkt, nicht die gemein­same Arbeit an einem Stich­wort, denn […]

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