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Film des Tages - Gran Torino

Es gibt wenige Filme, die es unver­hofft in meine Bes­ten­liste schaf­fen. Viele Klas­si­ker gehö­ren dazu, aber auch kleine Filme. Snow Cake ist so eine Über­ra­schun­gen und Gran Torino war es auch. Ich bin ein Fan klas­si­scher Filme und Figu­ren. Mit dem Trend von Dar­stel­lern im Baby­al­ter, kann ich nichts anfan­gen. Gran Torino ist darum genau mein Film. Man darf sich nicht auf den Trai­ler ver­las­sen, denn wie so viele moderne Trai­ler, ver­sucht er einen Film zu ver­kau­fen, der so am Ende nicht exis­tiert. Gran Torino ist eine ganz klas­si­sche Cha­rak­ter­stu­die und kein Rache­feld­zug.

Inter­es­sant waren damals schon die Gerüchte um die Ent­ste­hung. Lange Zeit war Gran Torino angeb­lich der Studio-Titel für eine neuen Teil der Dirty Harry Serie und unser Prot­ago­nist Wal­ter ist durch­aus spi­ri­tu­el­les Erbe von Harry Cal­la­han. Für den wei­te­ren Ver­lauf gilt es einen klar­zu­stel­len. Ein Film funk­tio­niert bei mir dann, wenn er einen Ein­druck hin­ter­lässt, dafür muss er nicht feh­ler­los sein. Gran Torino ist mehr Unter­hal­tung als Qua­li­tät, denn die Schwä­chen sind offen­sicht­lich. Den wei­te­ren Ver­lauf der Hand­lung, weiß man spä­tes­tens zur Hälfte des Films. Neben East­wood selbst, ver­blas­sen alle ande­ren Dar­stel­ler, aber glück­li­cher­weise nimmt der Film sei­nem Prot­ago­nis­ten nie den Fokus.

Poli­tisch unko­rekte Hel­den auf die­sem Niveau sind sel­ten gewor­den. Wal­ter Kowal­ski spricht immer aus, was er denkt. Im Laufe des Films wer­den selbst här­teste ver­bale Tief­schläge zu Komik. Ich bin nicht sicher, ob die­ser Effekt beab­sich­tigt ist, aber er tut dem Film gut.

Am Ende ist Gran Torino ein Film über die aus­ster­bende Gat­tung des klas­si­schen fik­tio­na­len Man­nes. Es ist ein buch­stäb­li­cher Abge­sang auf ver­gan­gene Hel­den­zei­ten und über die Inkom­ba­ti­bi­li­tät zur moder­ne­ren Epo­che. Gran Torino ist eine rea­lis­ti­schere Inter­pre­ta­tion von Pixar’s Up. Es ist kein per­fek­ter Film. Ganz im Gegen­teil. Ohne East­wood in der Titel­rolle, würde ich jetzt kein ein­zi­ges Wort über den Film ver­lie­ren, aber es kommt nur noch sel­ten vor, dass man eine 78-jährige Legende, Jugend­li­che ver­mö­beln sieht, ohne dass es komisch, falsch, oder unrea­lis­tisch wirkt. Ver­dammt selbst in die­sem Film, nehme ich East­wood die harte Sau noch immer ab.

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