23
05

Film des Tages - Day of the Dead

Film des Tages - Day of the Dead

Der heu­tige Film ist einer jener Momente, für die ich diese Serie so lang wie mög­lich wei­ter­füh­ren möchte. Den heu­ti­gen Film des Tages habe ich seit min­des­tens zehn Jah­ren nicht mehr gese­hen. Seit­dem ist viel pas­siert und das Genre ist zwi­schen­zeit­lich aus sei­nem Grab auf­er­stan­den und multi-medial aus­ge­schlach­tet wor­den. 2010 scheint mir der Bogen über­spannt und nicht mehr jedes dritt­klas­sige Skript mit Unto­ten bekommt sein zwei­stel­li­ges Mil­lio­nen­bud­get.

Der Grund für mei­nen aktu­el­len Aha-Moment mit Day of the Dead ist eine Buch-Serie, wel­che jetzt schon zur TV-Serie ver­ar­bei­tet ist und der sicher noch wei­tere Beine wach­sen wer­den. Wer die Bücher noch nicht kennt, sollte The Wal­king Dead unbe­dingt pro­bie­ren. Die gedruckte Vor­lage, gibt dem Genre eine neue Rich­tung. Seien wir ehr­lich. Das Genre ist nur sekun­där Drama und pri­mär Action, Hor­ror, Schock­ef­fekt und Humor. Als fil­mi­scher Zenit gilt bis heute Rome­ros zwei­ter Streich der ers­ten Tri­lo­gie. Dawn of the Dead ist die eine Scha­blone. Der Film ist beson­ders aus heu­ti­ger Sicht, jedoch pri­mär seichte Unter­hal­tung, mehr Komö­die, mehr Action-Adventure, als Drama. Dawn of the Dead ist Ste­ven Spiel­berg. Day of the Dead ist Stan­ley Kubrick.

Day ist aus zwei Per­spek­ti­ven bemer­kens­wert. Day ist wie­der ein­mal Beweis, dass Krea­ti­vi­tät und Qua­li­tät oft nur in engen Gren­zen exis­tiert. Day begann als epi­sches Pro­jekt und wurde inner­halb kur­zer Zeit auf mini­male Größe ein­ge­dampft. Ver­mut­lich gerade des­halb, ist der Film so zeit­los gut gewor­den. Der zweite Punkt ist ein moder­ner Aspekt. Day ist einer der dun­kels­ten Filme über­haupt und teilt sich diese Eigen­schaft mit The Wal­king Dead. Statt ein­fach “höher, schnel­ler, wei­ter” ist die­ser Film eine Psycho-Studio, bei dem die “wah­ren Mons­ter” unsere Prot­ago­nis­ten sind. Auf den ers­ten Blick ein­fachs­tes Exploitation-Kino, ist der Film mehr.

Day beschreibt den All­tag einer Gruppe Über­le­ben­der, die unter Auf­sicht des Mili­tärs nach einer wis­sen­schaft­li­chen Lösung des Pro­blems suchen. Die Lage ver­schlim­mert sich und somit die Anspan­nun­gen zwi­schen den ein­zel­nen Mit­glie­dern. Der völ­lig über­zeich­nete Ant­ago­nist Rho­des ent­wi­ckelt sich im Lauf des Films zum heim­li­chen Hel­den. Was George A. Romero hier geschrie­ben hat, ist Bekann­tes aus einer neuen Per­spek­tive. Natür­lich sind es alles Figu­ren, die wir schon end­los oft gese­hen haben. Der ver­rückte Wis­sen­schaft­ler, das böse Mili­tär, die neu­tra­len Beob­ach­ter. Das funk­tio­niert ein­fach alles sehr gut und endet spe­ka­ku­lär, auch wenn Romero drauf ver­zich­tet, seine Hel­den wirk­lich zu richten…und die Effekte. Oh die Trick­ef­fekte. Day of the Dead mar­kiert klar einen Höhe­punkt prak­ti­scher blu­ti­ger Trick­ef­fekte. Es geht halt nichts über die gute alte Schule Tom Savi­nis. Pfui.

Am Ende setzte ich Day ganz klar auf eine Stufe mit Dawn. Dawn mag der bes­sere Film sein, aber Day ist der bes­sere Genre-Film. Ganz sel­ten fin­det man heute so leere und düs­tere Werke im bes­ten Sinne des Wor­tes. Hier haben wir einen Film, der mit jedem neuen Auf­guss, Reboot und Ver­such, noch mehr aus dem Genre her­aus­zu­ho­len, bes­ser wird, weil er auf so viel ver­zich­tet. Fazit: ein­ge­schränkt gran­dios.

Kommentar schreiben
safari bug

Vorschau:

HTML ist in Kommentaren zugelassen. Erlaubt sind die HTML-Tags:
<a href>, <i>, <p>, <strong>, <em>, <ul>, <ol>, <li>, <blockquote>.
Alle themenfremden oder persönlichkeistverletzenden Beiträge werden gelöscht, also immer schön sachlich argumentieren.

schrieb: