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Film des Tages - The Virgin Suicides

»The Vir­gin Sui­ci­des« von 1999 ist ein in Deutsch­land lei­der völ­lig ver­nach­läs­sig­ter Film. Natür­lich wis­sen wir hier mit den seis­mi­schen Ver­schie­bun­gen der ame­ri­ka­ni­schen Gesell­schaft jen­seits Viet­nams und danach ein­set­zen­der Restau­ra­tion nichts anzu­fan­gen. Die Roman­vor­lage von Jef­frey Eugen­ides lebt von der sel­te­nen Per­spek­tive der Erzäh­ler und der detail­rei­chen Beschrei­bung des Falls. Der Film über­nimmt einen gro­ßen Teil der Dia­loge und der Beschrei­bung, fügt aber eine Bild­spra­che hinzu, die es einem kalt den Rücken her­un­ter­lau­fen lässt: die hip­pieske Far­big­keit und regel­mä­ßige Über­be­lich­tung steht im kras­sen Gegen­satz zum trau­ri­gen Inhalt, was man als Para­bel über die ame­ri­ka­ni­sche Gesell­schaft der Zeit ver­ste­hen muss. Widerum rela­tiv eigen­stän­dig kommt der Sound­track von Air dazu, der in sei­ner Zusam­men­fas­sung der Instru­men­tal­stü­cke so abgrund­tief trau­rig ist, dass er auch ohne Film die Trä­nen in die Augen treibt.

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