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BungieVision

BungieVision

Bin mir unsi­cher, aus wel­cher Per­spek­tive man einen 10 Jah­res Ver­trag für eine ein­zelne Lizens im aktu­el­len Markt für Video- und Com­pu­ter­spiele wirk­lich betrach­ten sollte. Fakt ist, Micro­softs XBOX-Studio Num­mer eins und jene Ent­wick­ler, wel­che die Platt­form vorm Unter­gang geret­tet haben, gehen nach vie­len Jah­ren Halo nun den Weg eines halb­wegs unab­hän­gi­gen Mul­ti­platt­form Ent­wick­lers. Der Zeit­punkt könnte kaum bes­ser sein. Nach­dem Activi­sion mit Infi­nity Ward ein Deba­kel erlebt hat, schickt sich Bun­gie nun offen­sicht­lich an, die ent­stan­dene Lücke zu fül­len.

Infi­nity Ward ist am Ende. Call of Duty wird lan­gris­tig am Ende sein. Mit Blick auf andere Fran­chi­ses des Publis­hers, blei­ben ein­zig die Bliz­zard Titel als Umsatz­ga­rant erhal­ten und mit Blick auf die Details des Bun­gie Deals, muss man kein Pro­phet sein, um zu wis­sen, an wel­chem Stu­dio sich Bun­gie hier zu ori­en­tie­ren ver­sucht. Kri­tisch ist wohl, dass man die Rechte an der IP behal­ten möchte, einen Feh­ler den Infi­nity Ward zwei mal began­gen hat. Weder Medal of Honor noch Call of Duty ist den Machern geblie­ben. Inter­es­sant, wie sich Lizens­rechte für die­ses Medium wohl in Zukunft ent­wi­ckeln, aber Bun­gie­Vi­sion zeigt wohl, dass Publis­her Zuge­ständ­nisse machen müs­sen.

An die­ser Stelle sei ein Blick auf das Finan­zi­elle eines Ent­wick­lers ange­bracht. Ent­ge­gen den Kli­schés der 90er mit Fer­rari fah­ren­den Stu­dio­bos­sen, krie­chen selbst High Pro­file Stu­dios lange Zeit auf dem finan­zi­el­len Zahn­fleisch. Das große Geld kommt nur ver­spä­tet bei gro­ßem Erfolg in Form von Royal­ties. Was unfair klin­gen mag, ist die ein­zige Mög­lich­keit die Vor­fi­nan­zie­rung heu­ti­ger Mul­ti­mil­lio­nen Dol­lar Pro­jekte über­haupt mög­lich zu machen. Der Publis­her zahlt über Jahre alle anfal­len­den Kos­ten, trägt so das volle Risiko und behält sich so auch vor, erst spät vom Gewinn abzu­ge­ben. Aus die­sem Grund sehen wir jetzt den Rechts­streit zwi­schen Activi­sion und Infi­nity Ward. Je grö­ßer die Sum­men, umso grö­ßer die Gier und der Streit darum.

Der Bun­gie Deal ist ein Uni­kat. Es geht um den Ver­trieb einer ein­zi­gen Lizens über einen Zeit­raum von 10 Jah­ren, ver­teilt auf meh­rere Platt­for­men. Warum möchte Bun­gie über­haupt weg von Halo? Wer so lange den immer glei­chen Titel pro­du­ziert, möchte dafür ent­we­der rich­tig gut belohnt wer­den, oder mal was ande­res machen. Der neue Ver­trag ermög­licht Bun­gie bei­des: deut­lich bes­se­ren Ver­dienst, bei krea­ti­ver Frei­heit. Die­ser Ver­trag ist was EA lange Zeit mit dem EA Part­ners Pro­gramm bie­tet nur in einem völ­lig neuem Maß­stab.

Was ver­wun­dert ist die Redu­zie­rung auf eine ein­zige Lizens und den lan­gen Zeit­raum. Wie­viele Titel kann man in 10 Jah­ren mit heu­ti­gen Blick auf den Markt erwar­ten? Ent­we­der ein MMO oder viel­leicht 3 bis 5 nor­male Titel? Den Spe­ku­la­tio­nen was Bun­gie nach Halo Reach pro­du­zie­ren wird, möchte ich mich nicht anschlie­ßen, aber anmer­ken möchte ich, dass die­ses Stu­dio als Mac-Entwickler ange­fan­gen hat, sich sei­nen Respekt in einem ein­zi­gen Genre ver­dient hat und man jetzt dran ist eine IP zu ent­wi­ckeln, die sich über 10 Jahre mel­ken las­sen muss. Wie man eine Kol­li­sion künf­ti­ger Bun­gie Pro­dukte mit aktu­el­len und künf­ti­gen Titeln ver­mei­den will, sollte span­nend sein. Eines möchte ich anmer­ken. Wenn Activision’s Port­fo­lio noch eine Lücke auf­weist, die EA bald schlie­ßen wird, dann ist es ein Sci-Fi-MMO.

Ein Bun­gie­Vi­sion hat Vor- und Nach­teile. Für die­sen Ver­trag viele andere Pro­jekte ande­rer Stu­dios ein­ge­stampft wer­den. Hier ist ein drei­stel­li­ger Mil­lio­nen­be­trag mehr als rea­lis­tisch und abge­se­hen von Bliz­zard, sieht Activision’s finan­zi­elle Zukunft lange nicht mehr so rosig aus. Bun­gie­Vi­sion zeigt auch, wie abge­se­hen von Nin­tendo, kein Platt­form­hal­ter mehr mit den gro­ßen Publis­hern um Stu­dios kon­kur­rie­ren kann. Mul­ti­platt­form ist kein finan­zi­el­les Übel mehr, son­dern aus jeder Sicht die ein­zige Alter­na­tive, nun auch für die Stu­dios und wo bitte soll der Nach­teil lie­gen, wenn mehr poten­ti­elle Kun­den exis­tie­ren? Abwar­ten. Vor Mitte nächs­ten Jah­res dürf­ten wir sowieso nichts über die­ses Pro­jekt erfah­ren und wenn meine Ver­mu­tung stimmt, dann dürfte das War­ten noch weit län­ger dau­ern. Will­kom­men Bun­gie.

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