18
02

One flew over the Cuckoo‘s nest

One flew over the Cuckoo‘s nest

Vintery, mintery, cutery, corn,
Apple seed and apple thorn,
Wire, briar, limber lock
Three geese in a flock
One flew East
One flew West and…

Im Gegensatz zum Rest meiner 100F-Liste, habe ich diesem Film im Vorfeld zum Artikel erst ein einziges mal komplett gesehen. Für diesen Eintrag habe ich mir dann endlich die DVD gekauft und selten so intensiv einen Film genossen. Cuckoo’s ist einer dieser Filme bei denen ich mir nicht sicher war, welche Wendung die Handlung oder sogar das Genre des Films nehmen wird. Es ist schwierig den Film mit einem Wort auf ein Genre zu reduzieren. Klassiker trifft es perfekt.

Zur Handlung mag ich gar nicht viel schreiben. Ein noch unverbrauchter Jack Nicholson spielt Randle Patrick McMurphy einen Kriminellen der in eine psychische Anstalt verlegt wird, um ihn auf seine geistige Verfassung zu überprüfen. Cuckoo’s ist einer der ersten Filme, bei denen der einsame Held oder in diesem Fall Anti-Held in eine fremde Umgebung geworfen wird und zusammen mit dem Zuschauer das große Unbekannte erkundet. Im Fall dieses Films sind es die Einwohner der Anstalt, die Wärter und natürlich Oberschwester Ratched. Einzelne Figuren hier haben legendären Status erreicht und sind endlos zitiert, referenziert und parodiert worden.

Mein persönliches Highlight des Films ist Oberschwester Ratched, unverbesserlich gespielt von Louise Fletcher. Ich kenne keinen Bösewicht der so unantastbar erscheint wie diese Darstellung hier und Gott sei Dank war die deutsche Synchronisation damals noch so gut, dass sie diese Figur auch in der deutschen Fassung funktionieren lässt. Schwester Ratched ist so subtil inszeniert, dass man am Ende als Zuschauer zwischen Mitleid, Hohn und Sorge zum Höhepunkt des Films mitfiebert.

Natürlich gilt der Film als Bühne für die Genialität Nicholson’s. Im Making-Of zum Film gibt es dazu eine Anekdote, die ich hier kurz notieren möchte. Wichtiges Element des Films sind Szenen der Gruppentherapie und ein weiteres Randdetail ist der fehlende Vorname der Schwester Ratched. Im zweiten Akt existiert schließlich ein wichtiger Punkt, in dem McMurphy unerwartet wieder zur Gruppe stößt und dabei Schwester Ratched mit ihrem Vornamen anspricht, ein Detail dass nicht im Drehbuch steht und nur kurz zwischen beiden Schauspielern am Rande des Films besprochen wurde. Im Film selbst sieht man, wie Fletcher fast aus Ehrfurcht aus ihrer Rolle fällt. Pure Film Magie und ob Märchen oder Legende, es passt so zu einem der besten Schauspieler seiner Generation.

“What are we doing in here, Chief? Huh? What’s us two guys doing in this fucking place? Let’s get out of here. Out.”

Erstaunlich finde ich, wie der Film einen an seine befremdlichen Figuren konditioniert. Selbst am Ende weiß man nichts über die Charaktere. Alle Rollen definieren sich vollständig durch ihre Handlung. Exposition existiert nicht und gemessen an der Thematik des Films, ist es ein Wunder wie gut diese Formel funktioniert. Cuckoo’s ist auch einer dieser zeitlosen Klassiker, deren einziger Beweis seiner Zeit das Ende des Films ist. Heute würde man die Geschichte anders auflösen. Einfacher. Angenehmer. Befriedigender. Vergänglicher. Beliebiger. Cuckoo’s ist die Schablone aller Anstaltsstreifen. Es ist subtiles und intelligentes Kino außerhalb der Blockbuster Ära. Wenn ich nur einen Film der Liste völlig uneingeschränkt empfehlen sollte, dann One Flew Over the Cuckoo’s Nest.

5 Kommentare

Für diesen Eintrag wurden die Kommentare geschlossen.

  • #1
  • Do, 22. April 2010
  • ben_ schrieb:
  • #2
  • Di, 27. April 2010
  • Take schrieb:
  • #3
  • Di, 27. April 2010
  • Take schrieb:
Webmaster