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One flew over the Cuckoo‘s nest

One flew over the Cuckoo‘s nest

Vin­tery, min­tery, cutery, corn,
Apple seed and apple thorn,
Wire, briar, lim­ber lock
Three geese in a flock
One flew East
One flew West and…

Im Gegen­satz zum Rest mei­ner 100F-Liste, habe ich die­sem Film im Vor­feld zum Arti­kel erst ein ein­zi­ges mal kom­plett gese­hen. Für die­sen Ein­trag habe ich mir dann end­lich die DVD gekauft und sel­ten so inten­siv einen Film genos­sen. Cuckoo’s ist einer die­ser Filme bei denen ich mir nicht sicher war, wel­che Wen­dung die Hand­lung oder sogar das Genre des Films neh­men wird. Es ist schwie­rig den Film mit einem Wort auf ein Genre zu redu­zie­ren. Klas­si­ker trifft es per­fekt.

Zur Hand­lung mag ich gar nicht viel schrei­ben. Ein noch unver­brauch­ter Jack Nichol­son spielt Randle Patrick McMur­phy einen Kri­mi­nel­len der in eine psy­chi­sche Anstalt ver­legt wird, um ihn auf seine geis­tige Ver­fas­sung zu über­prü­fen. Cuckoo’s ist einer der ers­ten Filme, bei denen der ein­same Held oder in die­sem Fall Anti-Held in eine fremde Umge­bung gewor­fen wird und zusam­men mit dem Zuschauer das große Unbe­kannte erkun­det. Im Fall die­ses Films sind es die Ein­woh­ner der Anstalt, die Wär­ter und natür­lich Ober­schwes­ter Rat­ched. Ein­zelne Figu­ren hier haben legen­dä­ren Sta­tus erreicht und sind end­los zitiert, refe­ren­ziert und par­odiert wor­den.

Mein per­sön­li­ches High­light des Films ist Ober­schwes­ter Rat­ched, unver­bes­ser­lich gespielt von Louise Flet­cher. Ich kenne kei­nen Böse­wicht der so unan­tast­bar erscheint wie diese Dar­stel­lung hier und Gott sei Dank war die deut­sche Syn­chro­ni­sa­tion damals noch so gut, dass sie diese Figur auch in der deut­schen Fas­sung funk­tio­nie­ren lässt. Schwes­ter Rat­ched ist so sub­til insze­niert, dass man am Ende als Zuschauer zwi­schen Mit­leid, Hohn und Sorge zum Höhe­punkt des Films mit­fie­bert.

Natür­lich gilt der Film als Bühne für die Genia­li­tät Nicholson’s. Im Making-Of zum Film gibt es dazu eine Anek­dote, die ich hier kurz notie­ren möchte. Wich­ti­ges Ele­ment des Films sind Sze­nen der Grup­pen­the­ra­pie und ein wei­te­res Rand­de­tail ist der feh­lende Vor­name der Schwes­ter Rat­ched. Im zwei­ten Akt exis­tiert schließ­lich ein wich­ti­ger Punkt, in dem McMur­phy uner­war­tet wie­der zur Gruppe stößt und dabei Schwes­ter Rat­ched mit ihrem Vor­na­men anspricht, ein Detail dass nicht im Dreh­buch steht und nur kurz zwi­schen bei­den Schau­spie­lern am Rande des Films bespro­chen wurde. Im Film selbst sieht man, wie Flet­cher fast aus Ehr­furcht aus ihrer Rolle fällt. Pure Film Magie und ob Mär­chen oder Legende, es passt so zu einem der bes­ten Schau­spie­ler sei­ner Gene­ra­tion.

“What are we doing in here, Chief? Huh? What’s us two guys doing in this fucking place? Let’s get out of here. Out.”

Erstaun­lich finde ich, wie der Film einen an seine befremd­li­chen Figu­ren kon­di­tio­niert. Selbst am Ende weiß man nichts über die Cha­rak­tere. Alle Rol­len defi­nie­ren sich voll­stän­dig durch ihre Hand­lung. Expo­si­tion exis­tiert nicht und gemes­sen an der The­ma­tik des Films, ist es ein Wun­der wie gut diese For­mel funk­tio­niert. Cuckoo’s ist auch einer die­ser zeit­lo­sen Klas­si­ker, deren ein­zi­ger Beweis sei­ner Zeit das Ende des Films ist. Heute würde man die Geschichte anders auf­lö­sen. Ein­fa­cher. Ange­neh­mer. Befrie­di­gen­der. Ver­gäng­li­cher. Belie­bi­ger. Cuckoo’s ist die Scha­blone aller Anstalts­strei­fen. Es ist sub­ti­les und intel­li­gen­tes Kino außer­halb der Block­bus­ter Ära. Wenn ich nur einen Film der Liste völ­lig unein­ge­schränkt emp­feh­len sollte, dann One Flew Over the Cuckoo’s Nest.

  • #1
  • Do, 22. April 2010
  • ben_ schrieb:

Ahhh … ich muss den drin­gend mal wie­der sehen. Man ver­gisst so schnell, wie Schau­spie­ler aus­sa­hen, als sie jung waren.

Was für eine bezau­bernde Gestal­tung mal wie­der. Ah. Ein wah­rer Augen­öff­ner!

  • #2
  • Di, 27. April 2010
  • Take schrieb:

Habe ihn soeben noch ein­mal gese­hen - völ­lig zu Recht in Dei­ner 100F drin! Inter­es­sant ist es, wenn man im unmit­tel­ba­ren Zusam­men­hang noch­mal den Anfang von T2 schaut - da hat Came­ron hef­tig und auch wie­der völ­lig zu Recht zitiert.

  • #3
  • Di, 27. April 2010
  • Take schrieb:

Sry, wenn ich das hier miss­brau­che, aber warum sind in “Mini­mal Mul­ti­player Online” die Kom­men­tare abge­schal­tet? Bug oder fea­ture? Wäre doch sehr dis­kus­si­ons­wür­dig…

Webmaster

Feh­ler. Details spare ich mir, aber Unauf­merk­sam­keit mei­ner­seits. Ist beho­ben :)

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