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Lesefluss online

Lesefluss online

Je mehr Geräte wir nut­zen um Text zu lesen, umso mehr ver­än­dert sich der Lese­fluss. Der klas­si­sche Spal­ten­satz fühlt sich fast schon exo­tisch an und beson­ders die Idee, jenen Spal­ten­satz 1:1 online zu über­tra­gem, wirkt befremd­lich. Noch fin­den sich wenige Bei­spiele, auch weil es ein­fach sehr unan­ge­nehm ist, so dar­ge­stellte Texte zu lesen. Jener Lese­fluss wird ange­neh­mer, wenn man statt einer Maus, direkt mit den Fin­gern auf einer Ober­flä­che “scrollt”. Es ist prä­zi­ser und schnel­ler zum Scan­nen der Texte und ich gebe zu, es kommt der Hap­tik des Umblät­terns einer Seite Papier näher, als die Nut­zung einer Maus.

Es wird lang­fris­tig kein Dogma geben, wie län­gere Texte dar­zu­stel­len sind, dafür exis­tie­ren zu viele Platt­for­men und die Tech­no­lo­gie ent­wi­ckelt sich zu schnell fort. Umfang, For­mat und Platt­form, wer­den Anpas­sun­gen erfor­dern. So war es immer und so wird es immer sein. Auch wenn uns Stan­dards heute vie­les erleich­tern, die Suche nach dem einen hei­li­gen Gral wird auch in Zukunft erfolg­los sein. Außer Kon­kur­renz und damit das ret­tende Netz wir der ganz klas­si­sche 1-Spalten-Satz. Ein Spalte liest sich ein­fach egal mit wel­cher Steue­rung, egal bei wel­cher Auf­lö­sung am ein­fachs­ten. Wenn es nur darum geht Text zu trans­por­tie­ren, dann bitte hier­mit. Diese Art hat für mich aber zu viele Ein­schrän­kun­gen in der Gestal­tung, wes­halb ich hier immer wie­der mal mehr als eine Spalte auf­ma­che.

Lesfluss als Labyrinth

Ich ver­su­che hier wie­der und wie­der den klas­si­schen Lese­fluss bekannt aus Zei­tun­gen zu umge­hen. Die­ser Ansatz unter­bricht mir das Lesen zu sehr. Weil man nicht nur mit dem Augen sprin­gen, son­dern dabei auch scrol­len muss. Ein Bild­schirm ist kein fixes For­mat aus Papier. Was die Sache online erschwert, ist das Float-Modell von CSS. Statt sich ver­ti­kal anzu­ord­nen, neh­men sich Text-Blöcke erst­mal die Hori­zon­tale. Für das geschulte Online-Auge kein Pro­blem, wir wis­sen wie der Text zu lesen ist, aber wer mehr Gedruck­tes liest, dem wird unge­wohnt sein Text­block­zeile für Text­block­zeile abzu­ar­bei­ten, statt Spalte für Spalte. Einige Arti­kel bei The Bold Ita­lic wir­ken zwar ein­drucks­voll gesetzt, erwei­sen sich doch aber leich­ter im RSS-Reader zu lesen.

Auf mei­ner Seite hier ver­su­che ich immer zu trick­sen, um das Auge mög­lichst ein­deu­tig zum nächst rich­ti­gen Text­block zu füh­ren. Alle “hän­gen­den” Text­blö­cke sind optisch oft so gut sepa­riert und inhalt­lich so geschrie­ben, dass sie selbst in der fal­schen Rei­hen­folge gele­sen Sinn erge­ben. Das klingt jetzt selt­sam, ist jedoch ein Aspekt, den ich hier im Blog immer wie­der beachte. Solange keine wirk­lich gute Lösung für das Pro­blem Spal­ten­satz exis­tiert, ist es immer ein Mit­tel­weg zwi­schen Augen­wi­sche­rei, logi­schem Lese­fluss und sinn­volle Nut­zung des Rau­mes. Ich bin über­zeugt, dass diverse Rand­spal­ten, also jene Klick­fän­ger, die so gut beim Lesen stö­ren, eigent­lich prak­tisch sind, da sie die Seite fül­len ohne was am Text ver­än­dern zu müs­sen. Eine schmale Text­spalte sähe auch ziem­lich ver­lo­ren aus. Nicht alles was widerum schick aus­sieht, liest sich auch gut bzw. bes­ser. Im Zwei­fel lie­ber die lang­wei­li­gere aber sicher Vari­ante, als ein Laby­rinth aus Text­blö­cken, deren Navi­ga­tion bzw. Lese­fluss man in den letz­ten 10 Jah­ren ver­lernt haben mag.

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