21
05

Galaxy Quest

"As long as there is injustice, whenever a Targathian baby cries out, wherever a distress signal sounds among the stars, we'll be there. This fine ship, this fine crew. Never give up... and never surrender."

Galaxy Quest

Galaxy Quest ist Fan­fik­tion, die eigent­lich nie­mals eine große Stu­dio­pro­duk­tion hätte wer­den sol­len. Aus­blei­ben­der Erfolg an der Kino­kasse hat den Film in den letz­ten Jah­ren zum abso­lu­ten Juwel wer­den las­sen. Wäre Galaxy Quest gut im Kino gelau­fen und hätte Sequel and Sequel ver­schlimm­bes­sert, würde ich jetzt wohl nicht drü­ber schrei­ben. So jedoch war und ist Galaxy Quest der beste Star Trek-Film der letz­ten Jahre, ohne wirk­lich Star Trek zu sein und mit der Inten­tion sich nicht nur über das Mate­rial, son­dern auch über die Fans zu amü­sie­ren.

Galaxy Quest ist der Titel einer Sci­ence Fic­tion Serie, die ganz wie die “echte” Vor­lage lange ver­ges­sen ist und deren Dar­stel­ler sich von Fan­tref­fen zu Fan­tref­fen schlep­pen, um ihren längst ver­flo­ge­nen Ruhm zu genie­ßen. Der Film ori­en­tiert sich hier sehr am Ori­gi­nal, was die Dyna­mik der Figu­ren betrifft. Alle Ste­reo­ty­pen sind dabei. Der ego­zen­tri­sche Cap­tain, die schöne aber nutz­lose Assis­ten­tin, der Wis­sen­schaft­ler, der Quoten-Ausländer und das immer erste Opfer, dass im Film kei­nen Namen hat, weil es in jeder Epi­sode sowieso immer stirbt. Eines Tages kom­men echte Außer­ir­di­sche auf solch ein Fan­tref­fen. Sie hal­ten die Fik­tion für Rea­li­tät und bit­ten den Cap­tain der Galaxy Quest um Hilfe. In den fol­gen­den 90 Minu­ten, müs­sen sich die Schau­spie­ler dann in der Rolle ihres Lebens bewei­sen und aus der ehe­mals amü­san­ten TV-Fiktion wird dann schnell töd­li­cher Ernst.

Das Geheim­nis des Films ist sein Spa­gat aus Par­odie und Ernst­haf­tig­keit des Quell­ma­te­ri­als. Auf der einen Seite macht man sich über Star Trek lus­tig, auf der ande­ren Seite zollt man dem Ein­fluss der Serie unglaub­li­chen Respekt und schließ­lich sind es die fana­ti­schen Fans, die im Film die Welt ret­ten. Die zen­trale Idee des Films - aus Fik­tion wird Rea­li­tät - ist so unglaub­lich smart mit den Figu­ren der Schau­spie­ler ver­schmol­zen, dass jede Szene prak­tisch auf zwei Ebe­nen funk­tio­niert. Die absurde semi-fiktionale Hand­lung wird voran getrie­ben und gleich­zei­tig erfolgt Zitat auf Zitat aus der Ver­gan­gen­heit der Schau­spie­ler. Der Film setzt vor­aus, dass man einen Ein­blick in den Fank­a­non von Star Trek und Co. hat, aber funk­tio­niert dann umso bril­li­an­ter.

Das Dreh­buch ist so gut, dass es mit dritt­klas­si­gen Schau­spie­lern und kei­nem Bud­get funk­tio­nie­ren würde. Hier aber holt man sich ganz große Namen und eigent­lich für die­sen Zweck völ­lig über­pro­du­zierte Trick­ef­fekte. Diese Kom­bi­na­tion macht Galaxy Quest jetzt schon zum Kult. Alan Rick­man ist als Spock-Ver­schnitt beson­ders in den Dia­lo­gen mit Tim Allen’s Cap­tain eine Welt für sich. Beson­ders der erste Akt des Films ist so unglaub­lich gut. Sel­ten zeich­net ein Film so schnell so prä­zise Bil­der sei­ner vie­len Cha­rak­tere. Aus einer bil­li­gen ver­has­sen und absur­den Cath­phrase wird am Ende eine Phrase, die selbst Rick­mans Figur wie­der zu schät­zen lernt. Ein völ­lig zu Unrecht igno­rier­ter Film. Galaxy Quest ist in 10 Jah­ren zum per­fek­ten Kult­t­film gewor­den und ganz klar die beste Par­odie des The­mas Sci-Fi. By Grabthar’s Ham­mer!

  • #1
  • Di, 16. März 2010
  • ben_ schrieb:

Groß­ar­ti­ger Film. Ich freu mich immer, wenn ich den zufäl­lig im Fern­se­hen erwi­sche. Heim­wer­ker­kö­nig Tim passt per­fekt in die Rolle des Has-Been Cap­tains, auch und gerade wegen sei­nes vor­he­ri­gen Heim­wer­ker­kö­nig­da­seins und das selbe gilt für Ripley. Wenn ich mich rich­tig erin­nere haben sie sogar den sku­ri­len Ripley-Sexappeal mit­ein­ge­baut. Gran­dios besetzt und höchst kurz­wei­lig.

  • #2
  • Do, 30. Dezember 2010
  • ben_ schrieb:

Klei­nes Geständ­nis, jetzt wo der Arti­kel schon lange im Archiv liegt: Sigour­ney Wea­ver sieht ja noch­mal ziem­lich … jung aus.

Kommentar schreiben
safari bug

Vorschau:

HTML ist in Kommentaren zugelassen. Erlaubt sind die HTML-Tags:
<a href>, <i>, <p>, <strong>, <em>, <ul>, <ol>, <li>, <blockquote>.
Alle themenfremden oder persönlichkeistverletzenden Beiträge werden gelöscht, also immer schön sachlich argumentieren.

schrieb: