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Cool Readings

This is not the Apple tablet.

Cool
Readings

Nun sickern die ers­ten semi-glaubwürdigen Details durch und schon geht es in die End­phase der Eupho­rie um Apple’s neues Spiel­zeug für die Mas­sen. Es gilt nichts ande­res für Text und Bild zu rea­li­sie­ren, was man vor knapp 10 Jah­ren mit Musik gemacht hat. Die Auf­gabe des neuen Geräts ist das Lesen wie­der “cool” und somit mas­sen­kom­pa­ti­bel zu machen. Manch­mal braucht es dafür eben nur ein ansehn­li­ches Gerät, denn weit vor dem iPod konn­ten wir Musik hören nur brauchte es weiße Inohr-Kopfhörer, um den guten alten Walk­man auch für den letz­ten Hips­ter wie­der attrak­tiv zu machen. Zwar hört man noch immer den glei­chen Stoff, aber nun unter dem Segen der Apple-Kirche.

So oder so ähnlich wird Apple auch das Lesen wie­der reak­ti­vie­ren müs­sen und zwar so sehr, dass der Durch­schnitts­kunde dafür gern bereit ist zu zah­len, eben jenes Pro­blem lösen, dass die Indus­trie über­haupt erst in die Krise geführt hat und aus der sie sich selbst wohl nicht zu befreien weiß. Jobs’ Auf­gabe ist es in weni­gen Stun­den, einen Sil­ber­streif am Hori­zont Tau­sen­der Auto­ren und Redak­teure zu malen. Gib dem geschrie­be­nem Wort wie­der sein Mojo zurück.

  • #1
  • Mi, 27. Januar 2010
  • pH schrieb:

Natür­lich geht es auch um die Cool­ness, aber das pri­märe Ziel muss es sein einen Sinn zu stif­ten. Sinn inso­fern, als dass man dem Kun­den schmack­haft macht für etwas zu zah­len, das er eigent­lich auch (— zwar hier und da nicht ganz rech­tens — aber) gra­tis bekom­men kann.

HDSchell­nack hat es erst kürz­lich — nicht in direk­tem Bezug auf das Tablet — sehr gut zusam­men­ge­fasst:

http://www.hdschellnack.de/?p=3642

Webmaster

Die­ser Satz lässt sich auf jedes ein­zelne Pro­dukt in einem markt­wirt­schaft­li­chen Sys­tem anwen­den. Bedürf­nis schaf­fen.

Hier ein Geheim­nis von Apple’s Erfolg. Bezahlt wird nicht für das Pro­dukt, son­dern für das Feh­len jener Stol­per­steine, die man bei der Gra­tis­ver­sion oder bei der Kon­kur­renz genießt. So sehr ich Ama­zon mitt­ler­weile auch als MP3-Dienst nutze, effek­tiv ist das Erleb­nis einen Titel bei Ama­zon zu kau­fen noch immer Wel­ten hin­ter der Apple-Alternative und genau jene Details zah­len eben mehr und mehr Kun­den.

Apple ist das Bliz­zard für Unter­hal­tungs­elek­tro­nik. Sie neh­men fremde alte Kon­zepte und for­men sie zum bes­ten Pro­dukt sei­ner Art. Jetzt halt mit einem Tablet-Konzept, dass in der Bahn sit­zend ungleich mehr Bli­cke auf sich zie­hen wird, als eine gedruckte Aus­gabe einer Zei­tung.

  • #3
  • Mi, 27. Januar 2010
  • ben_ schrieb:

iDechse

Das Non-Print-Lesen wird wahr­schein­lich eher durch den iBook-Store rich­tig attrak­tiv und weni­ger durch das iPad … mein ich …

Trodtz­dem finde ich das Teil an sich extrem attrak­tiv, nicht dass wir uns da miss­ver­ste­hen ;) http://bit.ly/bxQ2kC

  • #5
  • Fr, 29. Januar 2010
  • pH schrieb:
Die ser Satz lässt sich auf jedes ein zelne Pro dukt in einem markt wirt schaft li chen Sys­tem anwen­den. Bedürf nis schaf­fen.

Natür­lich steckt da viel kon­su­mis­ti­sches Mani­fest drin: Unsere Gesell­schaft ist inzwi­schen so gesät­tigt, dass jeder Wunsch künst­lich erzeugt wer­den muss.

Das Geheim­nis des kom­plet­ten Inter­face­de­sign ist sicher­lich eines was von vie­len Leu­ten, die jetzt über feh­lende Funk­tion beim iPad, aber auch von einem Groß­teil der Indus­trie selbst unter­schätzt wird.

Webmaster

Ohne direkt wei­ter auf der iPad-Blogwelle schwim­men zu wollen…nur soviel: das Ding wird gran­dios über­all dort ein­zu­set­zen sein, wo Apple es über­haupt nicht ver­mu­tet. Als Gerät ist es dann doch eine völ­lig neue Platt­form, deren rich­ti­gen Ein­satz die schlauen und krea­ti­ven Köpfe erst fin­den müs­sen. Ein­zi­ger Wehr­muts­trop­fen mei­ner­seits: ich hätte doch gern die Option statt der eige­nen Fin­ger auch einen Stift ein­zu­set­zen. Da geht viel Prä­zi­sion ver­lo­ren.

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