09
02

World of Warcraft - Patch 3.2

World of Warcraft - Patch 3.2

Es gab mal eine Zeit, da war ein Patch in World of War­craft ein ech­tes Ereig­nis. Diese Zeit ist nun sicher­lich schon mehr als ein Jahr vor­bei. Der aktu­elle Patch beweist ein­drucks­voll, dass der Zenit die­ses Spiels über­schrit­ten ist. WoW wird weder schlech­ter noch bes­ser, aber es hat seine Magie ver­lo­ren. Ich bin jetzt im Jahr fünf die­ses Spiels und von Anfang an dabei, wenn auch mit klei­nen Pau­sen. Selbst Ever­Quest war nach die­ser Zeit nicht mehr, was es zu Anfang war. Mit Patch 3.2 läuft WoW bei mir in diese Sack­gasse der Mono­to­nie. Sicher­lich mögen die neuen Inhalte gran­dios sein, aber man erfin­det das Rad nicht neu, son­dern streicht es nur mit einer neuen Farbe an.

Mein Haupt­pro­blem mit die­sem Patch ist die nun zu lange Ver­gan­gen­heit mit dem Spiel. Ich werde wei­ter fleis­sig meine Gebüh­ren zah­len, aber ich sehe meine Spiel­zeit wei­ter schwin­den, beson­ders da die­ser Patch zu offen­sicht­lich nach Auf­merk­sam­keit schreit. Dem Spie­ler steht es nun frei die glei­che Raid­in­stanz in vier Ver­sio­nen pro Woche zu spie­len. Nein, danke. Ein­mal ist genug.

Der Patcht kommt zu früh und zu einem zu schlech­ten Zeit­punkt. Wenn drau­ßen drei­zig Grad Cel­cius wer­den, ist es sehr schwer, sich für einen Patch zu begeis­tern, drum fällt mein Urteil hier dann dies­mal doch sehr sub­jek­tiv aus. Sicher inter­es­sie­ren mich die neuen Inhalte bren­nend und meine Klasse (Shaman) wurde von die­sem Patch geseg­net, aber die gan­zen klei­nen fie­sen Klei­nig­kei­ten, recht­fer­ti­gen das Spie­len zur Zeit ein­fach kaum. Mein Spiel­zeit ist aktu­ell sehr in Fet­zen geris­sen und so bekomme ich von zwan­zig Minu­ten Team Fort­ress 2 ein­fach mehr, als von WoW.

Viele 25er sind auf mei­nem Ser­ver implo­diert, einer davon der #2 Raid der Alli­anz des Ser­vers. Mein 25er Raid schwä­chelt dank Abgän­gen und Urlaubs­zeit auch deut­lich. Ich sehe dabei keine Zei­chen der Bes­se­rung und somit wird der 10er zum Fokus. Weni­ger spie­le­risch Pflau­men ver­spre­chen deut­lich bes­se­ren Fort­schritt, bei weni­ger Spiel­zeit. Aber auch die­ser Raid besteht aus Spie­lern, die jetzt gerade andere Dinge im Kopf haben, als Raids im Col­los­seum zu pla­nen.

zu schwer und zu ein­fach

Eine Sache halte ich für erwäh­nens­wert. Bliz­zard hat per­fek­tio­niert, was für viele Mit­be­wer­ber online zur Gret­chen­frage wer­den wird, egal wel­ches Genre. Wie schaffe ich es sowohl die abso­lu­ten Hard­cores, als auch die Wochen­end­spie­ler bei der Stange zu hal­ten und ihnen alle Inhalte spiel­bar zu machen? WoW wird auch mit die­sem Patch immer ein­fa­cher und schwe­rer gleich­zei­tig. Bliz­zard schafft es das Spek­trum an bei­den Enden zu ver­grö­ßern. Noch nie war WoW so leicht und noch nie so scher. Ganze fünf Gil­den welt­weit haben vor die­sem Patch, den schwers­ten Boss des Spiels (Yogg+0) besiegt. So dünn war das abso­lute End­game noch nie besetzt. Gemes­sen an der abso­lu­ten Zahl kom­men wir fast auf nega­tive Pro­zent­zah­len. Gleich­zei­tig bie­tet beson­ders die­ser Patch auch den weni­ger begab­ten Spie­lern mehr Mög­lich­kei­ten als zuvor. Kann mich nicht erin­nern, dass man so hür­den­los and das beste Rüs­tungs­set im Spiel kom­men konnte.

Hoff­nung auf Blizz­con

Ich setze meine Hoff­nun­gen der­zeit auf die Blizz­con. Viel­leicht sehen wir zumin­des­tens einen Fun­ken Neues für WoW und nicht nur Vor­schau auf neue Gear, neue Bosse und Co. Es ist klar zu sehen, dass die krea­ti­ven Kräfte längst vom Spiel abge­zo­gen sind und nun MMO#2 ent­wer­fen. Wenn ich mich umschaue, was momen­tan so in ande­ren Gen­res pas­siert, hoffe ich sehr, dass Bliz­zard es schafft, das Genre aus der Box aus Instan­zen, Raids, Loots zu befreien. MMOs brau­chen echte Inno­va­tio­nen, beson­ders wenn man wie­der einen PvE-PvP-Hybriden bas­telt, denn PvP, was mich sonst immer end­los hal­ten kann, ist in WoW ein­fach zu grau­sam, um hier am Ball zu blei­ben. Die Kluft, die Items und Fähig­kei­ten hier auf­bauen, ist ein­fach zu lächer­lich.

WoW hat sei­nen Glanz ver­lo­ren, und auch die­ser Patch kann ihn erst­mal nicht zurück brin­gen. An die­sem Punkt ist das Spiel auch soweit fort­ge­schrit­ten, dass man radi­kale Ände­run­gen nicht mehr umset­zen kann. Liest man die aktu­el­len Aus­sa­gen, dann scheint Bliz­zard wie­der mas­siv Sys­temda­ten der Spie­ler zu sam­meln, anschei­nend berei­tet man einen Wech­sel der 3D Engine vor. Viel­leicht kann eine fri­sche Optik noch mal was reis­sen. Bis dahin exis­tiert WoW nur als eines von vie­len Spie­len auf mei­nem Rech­ner.

Ich kann dir nur zustim­men. Irgend­wie gibt es doch nix neues mit dem Patch und es wird alles immer mehr zum Ein­heits­brei. Dann schaut man mal aus dem Fens­ter, sieht das Wet­ter und denkt sich: da geh ich lie­ber raus und treff mich mit mei­nem Freun­den direkt, als in irgend­wel­chen vir­tu­el­len Wel­ten

  • #2
  • Sa, 08. August 2009
  • Theopontus schrieb:

Ich kann WoWs PvP noch viel abge­win­nen. Aber lang­sam werde ich dadurch ver­grämt, wie unglaub­lich unzu­gäng­lich Arena-PvP gewor­den ist. Die ein­zige Methode, mit der man ohne mona­te­lan­ges Ehre­far­men und Glück bei Ema­lon den Anschluss fin­den kann, ist das Lee­chen von Punk­ten bei einem ande­ren Are­na­team. Geht man den “ehr­li­chen” Weg, muss man schlimms­ten­falls 300.000 bis 400.000 Ehre sam­meln. Für Items, die wie­der um drei Tiers ver­al­tet sein wer­den, wenn man das Set nicht vor Ende der Sea­son voll­kriegt.

Ich habe übri­gens bis jetzt die fal­schen Set­teile gesam­melt, weil meine Talent­spe­zia­li­sie­rung im PvE spi­rit kein beson­ders tol­ler Stat ist. Dum­mer­weise im PvP man­gels mp5-Alternativen schon.

  • #3
  • So, 09. August 2009
  • ben_ schrieb:

Ich muss auch sagen: Ich bin jetzt schon seit Mona­ten nicht mehr in Azeroth gewe­sen und frage mich zum ers­ten Mal, ob ich noch mal zurück­keh­ren werde. Jetzt werde ich erst­mal mein Abo kün­di­gen, der Cha­rak­ter war­tet ja doch auf mich.

  • #4
  • Mo, 10. August 2009
  • Take schrieb:

Aus mei­ner Sicht bewegt sich - wenn Blizz so wei­ter macht - Wow auf ein Sims-Wow zu, aller­dings wird das kei­ner spie­len wol­len, weil da das Ori­gi­nal ein paar Klas­sen bes­ser ist.

Auch wenn ich evtl. eine ein­ge­schränkte Wahr­neh­mung habe, so besteht doch mein star­ker Ein­druck, das viele Spie­ler, die mehr als 2 Jahre dabei sind, mehr und mehr die Lust an Wow ver­lie­ren. Nun habe ich den über­wie­gen­den Konatkt zu Spie­lern, die im Endgame-Raidcontent (wenn es sowas über­haupt noch gibt^^) unter­wegs sind und die paar Spie­ler, die hef­tig ihre Twinks auf 80 brin­gen, bekom­men viel­leicht gar nicht so recht mit, was abläuft. Woran liegt die Unlust?

Im Raid­be­trieb wir­ken sich die Ände­run­gen der Ite­mi­sie­rung wohl am hef­tigs­ten aus. Die Bosse sind seit WotlK-Naxx völ­lig öde und nach einem Kill hat man nicht wirk­lich den Eidruck, man bzw. der Raid habe etwas beson­de­res voll­bracht, so dass der Ansporn als Gruppe, also im Sinne eines gemein­sa­men Erleb­nis­ses, einen hef­ti­gen encoun­ter zu besie­gen, schlicht weg­fällt. Was bleibt ist loot, nur, warum sollte ich mir den aus Raids holen, wo es in vie­ler­lei Hin­sicht ein­fa­cher und weni­ger frus­trie­rend ist, ander­weitg an ver­gleichbna­res gear zu kom­men? Nicht das Som­mer­loch ist ver­ant­wort­lich für das Raid­gil­den­ster­ben, son­dern die feh­lende Not­wen­dig­keit einen Raid aktiv mit­zu­ge­stal­ten um an End­gear zu kom­men. Was folgt dar­aus? Das Raid­gil­den­ster­ben wird wei­ter gehen, der pool akti­ver Raid­spie­ler wird klei­ner wer­den (25er) und damit diese Ziel­gruppe wei­ter abneh­men. Der Anspruch an´s Spiel­ver­ständ­nis (“skill”)wird zurück­ge­hen und in nicht allzu naher Zukunft wird es kaum noch effi­zi­ent für Blizz sein, Raid­con­tent zu desi­gnen.

Über­haupt Raid­de­sign, wie lächer­lich ist es denn, Raid­con­tent im neuen sog. Hero-modus (ehe­dem Hard-mode), auf­zu­wär­men? Wie erbärm­lich, ein­fach etwas an den Zah­len, sowohl für Boss-damage als auch loot rum­zu­spie­len?

Für die weni­gen 24/7-Raids ist das viel­leicht (noch) eine Her­aus­for­de­rung um sich abzu­set­zen, aber auch hier wird das Gefühl, ver­arscht zu wer­den, irgend­wann das Gefühl, etwas beson­de­res geschafft zu haben, über­wie­gen.

Stich­wort: schnel­ler Level. Es war schon zu Ein­füh­rung von BC klar, dass Blizz an die­ser Stelle rea­gie­ren muss, um neue Spie­ler zu gewin­nen. Die effek­tivste Methode, neue Spie­ler zu gewin­nen ist die Mund-zu-Mund-Propaganda und es läßt sich nie­mand von einem Freund dazu über­re­den, mit Wow anzu­fan­gen, wenn die Aus­sicht, das Max-Lvl zu errei­chen, Monate oder Jahre in der Zukunft liegt. Nach­voll­zieh­bar und soweit ok, aller­dings bleibt auch dabei viel vom Spiel­ge­fühl auf der Stre­cke. Wie gut kann ich mich daran erin­nern, als das Errei­chen der Stufe 60 gil­den­weit gefei­ert wurde und die Mög­lich­keit end­lich (für sei­ner­zeit viiiieeeel Gold) episch rei­ten zu kön­nen eine Offen­ba­rung war…

Aber Blizz will nicht nur neue Spie­ler gewin­nen, son­dern auch jene, die schon einen Char auf dem Max-level besit­zen, dazu brin­gen, einen wei­te­ren Char zu leveln, weil auch das bin­det die­sen Spie­ler wie­der an das Spiel. Um hier Moti­va­tion zu bie­ten, wird vor­geb­lich aus Balancing-Gründen an der Mecha­nik der Klas­sen im Wochen­rhyt­mus rum geschraubt. Ich bahaupte, dass Blizz das Balancing-Problem mühe­los in den Griff bekom­men könnte (siehe etwa das per­fekte Star­Craft). Hin­ter­grund der stän­di­gen Ände­run­gen dürfte schlicht sein, den Spie­lern den bis­he­ri­gen Mainchar so madig zu machen, dass diese die der­zeit vor­herr­schende Klasse in den jeweil­gen Rol­len hoch leveln. Bei­spiel gefäl­lig? DD´s, bis zum Erschei­nen von patch 3.0 waren Hun­ter (BM) bei Single-Targets die Top-DDs. Schur­ken und Magier tauch­ten auf den ers­ten 10 Plät­zen im 25er nicht auf, selbst Hybriden-Klassen waren stär­ker und konn­ten noch mit zusätz­li­chen Raid­buffs rei­zen. Mit 3.0 wur­den dann Hybri­den Dks und Magier gepusht, der BM-Hunter aus den 25er völ­lig raus­gen­erft und mit 3.1 sind die Schur­ken und Hexer ganz oben, gefolgt von den Hybri­den (Ferals). Egal ob diese Auf­zäh­lung jetzt für jeden Raid zutrifft (man könnte auch die ein­schlä­gi­gen Daten­ban­ken befra­gen), ist doch fest­zu­stel­len, dass zwi­schen den ein­zel­nen rei­nen DD-Klassen Abstände lie­gen, die Blizz gebets­müh­len­ar­tig vor­ge­tra­gene Balancing-Begründung ad absur­dum führt. Ein Unter­neh­men wie Blizz hat alle Zah­len und ist dem­zu­folge auch in der Lage ein nahezu per­fek­tes balan­cing hin zu bekom­men - nur, das ist gar nicht gewollt. Die ein­zel­nen Klas­sen wer­den - so behaupte ich - bewußt in den Boden gestampft. Für die­ses Geschäfts­mo­dell spricht, dass Blizz sich ziem­lich dar­über bewußt ist, dass bei allem Frust, den ein Spie­ler nach dem nerf “sei­ner” Klasse ver­spürt, die Wow-Sucht über­wiegt - aber das ist ein kurz­fris­ti­ges Kon­zept, denn einer­seits nimmt die Nei­gung, einen wei­te­ren Char zu leveln mit zuneh­men­der Anzahl der vor­han­de­nen Chars ab und ander­seits sind die Spie­ler nicht dau­er­haft zu ver­ar­schen.

Wow ist imho ein Aus­lauf­mo­dell, dass nur ob sei­ner schie­ren Größe und in Erman­ge­lung von Alter­na­ti­ven noch eine Zeit lang funk­tio­nie­ren wird.

Grüeß, Take

Webmaster
Woran liegt die Unlust?

An der feh­len­den Linie des Pro­dukts und an sei­ner Dauer. Es ist kein Feh­ler Blizzard’s, wenn ein WoW nach fünf Jah­ren nicht mehr so fes­selt wie zuvor. Dies ist der Lauf aller Dinge. Blizzard’s Pro­blem nennt sich Player Reten­tion im west­li­chen Markt und umschreibt jene Zeit, in der man brav seine Gebüh­ren bezahlt. Bliz­zard arbei­tet nur noch drauf hin, hier zu opti­mie­ren. Da ihre Basis aber so rie­sig und frag­men­tiert ist, kann man nicht alle Spie­ler­ty­pen gleich besänf­ti­gen. Spie­ler wie ich wünsch­ten sich WoW 1.0 zurück und bitte nichts dran ändern. Die rest­li­chen 90% möch­ten Ande­res. Bliz­zard muss nun einen Mit­tel­weg fin­den und der ist 3.2. Ihr ein­zi­ges Pro­blem jetzt, ist die rie­sige Spie­ler­ba­sis, die sich ein­fach nicht voll­stän­dig glück­lich machen lässt. Bei Ever­Quest war es anders. Wer im Jahr vier noch dabei war, war purer Hardcore-Raider. Alle neuen Erwei­te­run­gen dreh­ten sich schließ­lich nur noch um das Auf­stel­len neuer Hür­den für diese Art Spie­ler.

Ob man WoW wirk­lich per­fekt aus­ge­gli­chen gestal­ten kann, halte ich für unmög­lich, dafür exis­tie­ren zu viele Varia­blen im Spiel. Star­Craft ist ver­gli­chen hier­mit objek­tiv doch sehr viel ein­fa­cher bei den Zuta­ten, des­sen Kom­ple­xi­tät durch den Mix kre­iert wird. WoW ist bei den Zuta­ten schon zu kom­plex für echte Balance. Zu viele Klas­sen, zu viele Fähig­kei­ten, zu viele Über­schnei­dun­gen.

Um das Spiel vor dem Abstieg zu ret­ten, muss man sich klar wer­den, was man vom Pro­dukt möchte und nicht vom Spie­ler. Sie haben noch viele Asse in der Hand und wenn wir ehr­lich sind noch lange kei­nen Bedarf diese zu spie­len. Die Ser­ver sind vol­ler denn je.

Dies ist offen­sicht­lich ein weni­ger bedeu­ten­der Patch. Kla­res Fazit wird man erst nach 3.3 zie­hen kön­nen, denn hier­mit wer­den sie diese Erwei­te­rung abschlie­ßen und hier kön­nen sie viel rich­tig und noch viel mehr falsch machen. Vier mal pro Woche Arthas zu töten, ist aber defi­ni­tiv der fal­sche Weg.

Kommentar schreiben
safari bug

Vorschau:

HTML ist in Kommentaren zugelassen. Erlaubt sind die HTML-Tags:
<a href>, <i>, <p>, <strong>, <em>, <ul>, <ol>, <li>, <blockquote>.
Alle themenfremden oder persönlichkeistverletzenden Beiträge werden gelöscht, also immer schön sachlich argumentieren.

schrieb: