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Team Fortress 2

Team Fortress 2

Illustration Engineer

Statt endlos detailierte Artikel, werde ich mich auf die wirklich elementare Dinge beschränken. Für alles andere gibt es genug Alternativen, wieso also ein weiterer Tropfen im Wasserglas sein. Team Fortress blickt auf mehr als dreizehn Jahre Spielerfahrung. Einst als Mod für Quake von Fans entwickelt, ist man 2009 auf dem Gipfel des Genres angelangt. Während sich alle anderen Ansätze des Genres so ziemlich im Sand verlaufen haben (Quake, Unreal) oder einfach nicht reif genug sind (Battlefield, Aliens vs Predator, Call of Duty) hat dieser kleine Mod fast die Perfektion erreicht und das ohne sich kaum zu verändern. Team Fotress ist klassen- und teambasierter Wettberwerb zwischen vielen Spielern in verschiedenen Spielmodi. Klingt einfallslos? 1998 war es das nicht und während die Konkurrenz nur kopieren konnte, perfektionierte Team Fortress 2 den Ansatz des ersten Teils.

Level 100

Das Genre nähert sich mehr und mehr dem RPG an. Auch hier sehen wir immer mehr Levelstrukuren um Spieler zum kontinuierlichen Spielen zu zwingen. Grundregel hier lautet jedoch, „Level“ dürfen nicht mal im kleinsten Rahmen, die Effektivität einzelner Charaktere beeinflussen. Absolute Ausgeglichenheit ist die Grundlage überhaupt. Egal wann und mit welcher Klasse ich TF2 spiele, ich habe niemals das Gefühl schlechtere Chancen als andere Mitspieler zu haben. Die wenigen Progressionselemente im Spiel veändern nur Optik und Variation, aber niemals essentielle Balance. Hier können sich neun von zehn Mittbewerbern eine Scheibe gutes Design abschneiden.

Team vs Einzelspieler

Ein Relikt aus Zeiten in denen das Genre noch auf den PC beschränkt war ist folgender Aspekt. Selbst in team- und klassenbasierten FPS, muss ein einzelnder Spieler immer den Auschlag geben können. Es muss immer Platz für Helden geben. TF2 steck voller Momente, in denen ein guter Spieler, sein schlechtes Team rausreissen kann. Es darf jedoch keine Ausmaße wie in Quake annehmen, wo das Spiel Lücken bietet, so dass einzelne Spieler komplette Teams dominieren können.

Illustration Spion

Small Scale

TF2’s Geheimnis ist seine Größe einzelner Elemente, was besonders mit dem Rerealese von Battlefield wieder zu sehen ist. Größe birgt in diesem Genre mehr Gefahren als Möglichkeiten. Zwar beeindrucken Battlefield’s riesige Maps, aber sie führen auch zu Spawn Camps, sich verlaufenden Spielern, Fragmentierung des Teams und dem Missachten des eigenlichen Ziels. „Ich hole mir lieber den Panzer da hinten, als den Punkt zu verteidigen.“ TF2 schmeißt alle möglichen Risiken über Bord. Jede Map bietet nur den Weg zum eigenlichen Ziel, keine Umwege, keine Ablenkungen, kein Schnick-Schnack. Was nach weniger Freiheit und Langweile aussieht, entpuppt sich langfristig als einzige Option, Spieler zu führen bzw. zu kontrollieren. Battlefield dagegen scheint seine Fehler zum Vorteil zu machen und es ist nicht verwunderlich, dass viele Spieler lieber die Offenheit eines Battlefield bevorzugen.

„Klein halten“ gilt hier auch für Teamgrößen. Die besten Runden finde ich meist bei 12 gegen 12. Hier schafft man es noch grad jeden Mit- und jeden Gegenspieler irgendwie im Auge zu behalten, ohne dass diese zu namenlosen Drohnen mutieren. Alles in Kombination sorgt für einen weiteren wichtigen Punkt. Egal wieviel oder wie wenig Kommunikation statt findet, alle Maps und Spielmodi bleiben übersichtlich. Es gibt keine ins Leere laufende Spieler. Niemanden, der das eigentliche Ziel übersieht, niemand der sich lieber in abseitigen Scharmützeln verfängt, statt seine eigentliche Aufgabe zu erfüllen.

„Ich krieg dich“

Zweifellos den größten Vorsprung besitzt TF2 im Gameplay. Eines von vielen schlechten Merkmalen ähnlicher Titel, ist das Fehlen von einfachen aber spielentscheidenden Elementen. Viele ähnliche Titel fressen sich im Verlauf eines Matches fest und auch TF2 leidet unter dem gleichen Symptom, allerdings nur bis zu einem bestimmten Skill Level der Spieler. Auf höherem Niveau, sind wenige Klassen in der Lage, komplette Matches allein zu entscheiden und selbst ausweglose Situationen zu kontern. Drei Klassen sein hier erwähnt: Spy, Medic und Scout. Besonders Medics in Kombination mit starken Offensivklassen, hebeln selbst die dickste Verteidigung aus. Gleiches gilt für gute Spione.

Auf der PS3 gibt es aktuell einen Download-Titel der extrem interessant ist Fat Princess. Das Spiel steckt voller kleiner Mängel und ist die Definition von unfertig, aber am auffälligsten ist das Fehlen jeglicher Brecher-Elemente. Zwei gleich gute Teams beißen sich aneinander fest, ohne einen Ausweg zu finden, was extrem oft zu einem Unentschieden führt. Hier haben wir eines von vielen Beispielen, die sich massiv an TF orientieren, ohne die wahren Tricks durchschaut zu haben.

Gruppenfoto

Metagames

Juggling is one of the more difficult skills to learn as soldier. It requires precise aim and good hand-eye coordination. Juggling, at its simplest form, is firing a rocket at an enemy’s feet, so as to knock him into the air. Once in the air, the soldier should fire another rocket into the now airborne enemy’s feet. It will likely kill him if the unfortunate target has low health. While this may not kill a soldier, demoman, or pyro 100% of the time, there is a good chance he will die from fall damage. #

Metagames sind diese Spiele im Spiel und was mich über einen langen Zeitraum fesselt. Auch wenn sich alle Klassen im Spiel gleich steuern lassen, jede einzelne Klasse legt den Fokus auf andere Details, wenn man mehr Zeit in sie steckt. Ein einfaches Beispiel ist der Engineer im Spiel, eine meiner meist gespielten Klassen. Wer hier anfängt, lernt ganz grundlegende Dinge. Welche Geräte kann ich basteln? Wieviel Ressourcen kosten diese? Wofür sind sie gut? Hat man diese Fragen beantworten entstehen neue Hürden. Wie verwalte ich meine Ressourcen richtig? Wo platziere ich meine Geräte am effektivsten? Hat man hier den Dreh raus, entstehen immer wieder neue Hürden. Wie schütze ich mich vor Spionen? Wo sind die wirklichen Schlüsselstellen für Sentry-Guns? Wie nutze ich Teleporter, um an höhere Stellen der Map zu gelangen und natürlich die entscheidenste Frage überhaupt? Wie versaue ich meinem Team den Sieg am einfachsten? Ok das Letzte streichen, denn es führt zu schnell zu Server-Ban.

So gut wie jede Klasse im Spiel, bietet diese Progression. Einige gehen weiter als andere, was nichts über deren Wert als Klasse aussagt. Ein Soldier bietet eine der flachsten und kürzesten Lernkurven, ist aber in der Hand wirklich guter Spieler, eine der mächtigsten Klassen im Spiel.

nicht ohne Stil

Die zweifellos smarteste Entscheidung im ganzen Spiel, ist der visuelle Stil des Spiels. Muss ich wirklich die Details auzählen? Dieser Look altert nicht, was sicherlich nicht unwichtig für ein Spiel ist, dass viele Jahre gespielt wird. Für mich noch wichter jedoch, dieser Cartoon Look filtert viele unkompatible 14-Jährige aus. Es ist „cooler“ mit realisitisch angehauchter Grafik eines Call of Duty zu spielen, als mit TF2. Bis heute ist mir kein mundatmender und N-Word brüllender Mitspieler untergekommen. Es ist auch zumindestens für mich viel angenehmer, auf helle einfach strukturierte Bilder zu schauen. Der optische Stil macht so viele Kleinigkeiten möglich, die ein TF2 Spieler heute nicht mehr missen möchte.

vielschichtig

Was TF2 mit vielen seiner Genre-Nachkommen gemeinsam hat, ist die Variation. Da Spiel bietet so verdammt einfach aussehen jedem Spielertyp etwas. Egal ob mal schnell 20 Minuten füllen oder 2 Stunden in der Tiefe versinken möchte, das Spiel überlässt einem die Wahl. Wer an der Oberfläche kratzt, entdeckt „nur“ einen sehr unterhalsamen Shooter. Wer tiefer gräbt entdeckt verdammt solides Class Design, dass Spielraum für Monate bietet. Das Potential jeder Klasse voll auszuschöpfen, dürfte für nur einen Spieler unmöglich sein, zu viele Nuancen gilt es zu finden, zu lernen und im richtig Moment anzuwenden.

Niemand hätte gedacht, das Valve den ersten Teil jemals verbessern könnte, aber sie haben nichts anderes geschafft, als wieder einen neuen Standard zu definieren. Auch wenn viele Wünsche noch offen bleiben (mehr Spielmodi), ist TF2 in jeder Beziehung bemerkenswert. Noch immer wird das Spiel erweitert und wenn auch nur einige der vielen Gerüchte stimmen, hat TF2 noch eine ganz lange goldene Zukunft vor sich. Neben dem offiziellen Blog zum Spiel, empfiehlt sich Ubercharged als wohl klar beste Alternative, mit vielen Artikeln die dann doch sehr in die Tiefe gehen.

4 Kommentare

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  • #1
  • Do, 13. August 2009
  • nille schrieb:
Webmaster
Webmaster
  • #4
  • Fr, 14. August 2009
  • nille schrieb: