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Low-Fi Ästhetik

Low-Fi Ästhetik

Online­me­dien sind schon was Selt­sa­mes. Kleine Bild­chen, ver­schwom­mene Film­chen, miese Typo­gra­fie. So ziem­lich alles was eine hoch­wer­tige Prä­sen­ta­tion aus­macht, lässt sich online schlecht oder gar nicht dar­stel­len. Trotz­dem nimmt das YouTube-Filmchen, der Ein­hun­dert­mil­lio­nen Dol­lar Hol­ly­wood Pro­duk­tion immer mehr Zuschauer weg. Eine Panel der dies­jäh­ri­gen Comic Con ließ zwei Groß­meis­ter des Kinos ihre Sicht der Dinge dar­stel­len und diese ist eher düs­ter. Der Trend zeigt, dass das Publi­kum eher zum ver­pi­xel­ten Online-Filmchen schaut, als auf die IMax-Leinwand. Vier­tau­send Pixel Bil­der, wer­den auf vier Zoll kom­pri­miert ange­schaut und von Zuschauer als Unter­hal­tung ange­nom­men. Das Heim­kino fin­det mehr und mehr in der Hosen­ta­sche Platz. Low-Fi ist das neue High-Fi. Visu­el­ler Geiz scheint geil zu sein. Infor­ma­tio­nen wer­den ein­ge­kes­selt von Ablen­kun­gen gern mit dem Tun­nel­blick gele­sen. Es ist ok nur drei­zig Pro­zent des mög­li­chen Plat­zes der eigent­li­chen Infor­ma­tion zu wid­men.

Ich per­sön­lich bin abso­lut fas­zi­niert, wie die sich Ästhe­tik beim Wech­sel des Medi­ums rasend schnell ver­än­dert. “Gut genug” umschreibt den visu­el­len Anspruch der Mas­sen, an Unterhaltungs- und Infor­ma­ti­ons­me­dien. Ich nehme mich dabei gar­nicht mal aus. Es ist schon sehr selt­sam einen Kino­trai­ler erst am Bild­schirm und spä­ter auf der Lein­wand zu sehen. Bei­des funk­tio­niert auf seine Art und bei­des ist eine Erfah­rung für sich. Ich möchte weder das YouTube-Filmchen noch die echte Kino­er­fah­rung mis­sen.

Inter­es­sant wird es erst in ein paar wei­te­ren Jah­ren, wenn die Generation-YouTube stär­ker im Fokus der Indus­trie ist als bis­her. Ich selbst sehe beson­ders für das Medium Film, mehr Chan­cen als Risi­ken. Was auf einem iPod funk­tio­niert, dürfte mehr Sub­stanz haben, als rie­sige CGI-Bilder auf zwan­zig Meter gro­ßen Lein­wän­den. Viel­leicht kom­men wir sogar wie­der auf das Wort zurück. Dia­loge sind völ­lig kom­pa­ti­bel zu jeder Auf­lö­sung und jedem Sound-Format. Bei­spiele wie Post It Love zei­gen, dass man auch wie­der tief sta­peln darf, die Idee wie­der wert­vol­ler als die Optik, der Ansatz wich­ti­ger als die Umset­zung wird. Low-Fi halt.

  • #1
  • Fr, 14. August 2009
  • Hex schrieb:

Zwei­spal­tig? Funk­tio­niert hier nicht so gut finde ich. Der linke Absatz wirkt eher wie eine Beschrei­bung zum Bild. Wenn zwei­spal­tig, dann kom­plett von oben bis unten, finde ich. Viel­leicht ist das aber auch nur mein Ein­druck …

Zum Thema Kino­trai­ler am Bild­schirm gucken: Mache ich auch, aller­dings (sofern mög­lich) in HD und nicht auf YouTube. Ich kann YouTube ein­fach nicht lei­den …

Webmaster
  • #2
  • Fr, 14. August 2009
  • chrismue schrieb:

Defi­ni­tiv einer der etwas expe­ri­men­tel­len Ver­su­che. Mehr­spal­tig­keit ist kein All­heil­mit­tel. Da fällt mir ein in Zukunft, den Layout-Artikel ein paar zusätz­li­che Stil-Tags zu ver­pas­sen. Erwäh­nens­wert sei an der Stelle auch mal CSS3 rgba-Farbmodus, der hier zur Anwen­dung kommt. Es ist ziem­lich nett, damit Gra­fi­ken rela­tiv ein­fach umzu­fär­ben und/oder der in der Sät­ti­gung zu ver­än­dern. Groß­ar­ti­ges neues Werk­zeug.

Zum Thema. Ich finde es unterm Strich dann doch sehr zwie­späl­tig. Auf der einen Seite pro­fi­tie­ren wir grad merk­lich von der Varia­tion, neuer Medien, neuer Gen­res, neuer Stile, die viel­leicht hand­werk­lich nicht per­fekt, aber den­noch eine Berei­che­rung sind. Wenn ich mir über­lege, wie­viele Minu­ten ich pro Woche Eng­lisch­spra­chi­ges höre, was vor weni­gen Jah­ren noch unvor­stell­bar war, weil der Markt davor hier nicht exis­tiert. Sicher mag ein Pod­cast nicht so klin­gen wie Radio, aber dafür bekomme ich “meine” Inhalte und nicht nur das Zeug des kleins­ten gemein­sa­men Nen­ners.

YouTube’s Video­qua­li­tät im HD-Bereich ist ver­gli­chen mit ande­ren Ange­bo­ten wirk­lich über­durch­schnitt­lich. Ich “mag” YouTube auch nicht, aber es bie­tet ein­fach den größ­ten Umfang. Ein Tot­schlag­ar­gu­ment für Online-Video und eigent­lich auch wie­der Kern des Arti­kels.

  • #3
  • Sa, 15. August 2009
  • Hex schrieb:

Ja, das stimmt, betrach­tet man die Viel­falt des vor­han­den Mate­ri­als. Aller­dings muss man das alles fil­tern, und zwar sehr stark, damit man die wirk­lich guten / gelun­ge­nen / unter­halt­sa­men Sachen fin­det. Vimeo ist da imho recht gut, weil da gibt es viele Kurz­filme und ins­ge­samt mehr hoch­wer­ti­ges Mate­rial als auf YouTube, und das oft in HD.

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