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falsch, falscher, am falschesten

falsch, falscher, am falschesten

Der Deut­sche Journalisten-Verband hat Ver­le­ger und Poli­tik zu einer kon­zer­tier­ten Aktion mit den Urhe­bern gegen­über dem Mono­po­lis­ten Google auf­ge­for­dert. Vor dem Hin­ter­grund der wach­sen­den Mei­nungs­macht von Google seien gesetz­li­che Rege­lun­gen drin­gend nötig, for­derte DJV-Bundesvorsitzender Michael Kon­ken. „Der Gesetz­ge­ber muss einer­seits der Gratis-Kultur des Inter­nets zu Guns­ten der Urhe­ber einen wirk­sa­men Rie­gel vor­schie­ben und ande­rer­seits die Befug­nisse des Bun­des­kar­tell­am­tes so aus­wei­ten, dass die Behörde Mei­nungs­mo­no­pole im Inter­net ver­hin­dern kann.“ Google ver­harm­lose sein wach­sen­des Mono­pol in den Medi­en­märk­ten, kri­ti­sierte Kon­ken. „Die Firma ver­ei­nigt in bis­her nie gekann­ter Weise Funk­tio­nen als Anbie­ter von Betriebs­sys­te­men für Com­pu­ter und Han­dys, Inter­net­such­diens­ten, Inhal­ten wie kom­plett digi­ta­li­sier­ten Büchern sowie ganz beson­ders auch die Anzei­gen­ver­mitt­lung. Hier droht ein Mono­pol mit nie gekann­ter Mei­nungs­macht.“ Es sei nicht hin­nehm­bar, dass die Urhe­ber ohne Zustim­mung ihre Werke Google zu des­sen kom­mer­zi­el­len Zwe­cken über­lie­ßen.

Hier­für eine pas­sende Ana­lo­gie zu fin­den, dürfte nicht schwer sein. Man stelle sich vor, der Jun­kie gehe juris­tisch gegen den Dro­gen­dea­ler vor, mit der Argu­men­ta­tion seine Dro­gen seien süch­tig machend. Lang­sam sinkt das Thema auf Kindergarten-Niveau. “Nein Fritz hat mich zuerst gehauen!” “Stimmt nicht Max war der Böse!”.

Wie­viele Jahre sehen wir das Inter­net nun offi­zi­ell im Fokus der Mas­sen? 10 Jahre viel­leicht? Seit­dem sollte man gelernt haben, dass man seine Seele nicht an den Teu­fel ver­kau­fen und damit nur pro­fi­tie­ren kann. Ich erwarte ja gar­nicht, dass die Gene­ra­tion Notizblock-Recherche ein kom­ple­xes Sys­tem wie das Inter­net oder Google im Spe­zi­el­len objek­tiv durch­schauen kann. Das kann außer Google sicher­lich nie­mand.

Aber man sollte 2009 doch ver­stan­den haben, dass man mit dem Pro­dukt Infor­ma­tion an sich, kein Geld mehr ver­die­nen kann, auch nicht wenn man den Staat oder die Zen­sur zur Hilfe ruft. Das Pro­dukt Infor­ma­tion ist online wert­los. Wert besitzt wer davon über­zeu­gen kann, die Infor­ma­tion über­mit­teln zu dür­fen - das Kon­zept iPod. Für Urhe­ber in wel­cher Form auch immer, mag das ein schreck­li­cher Gedanke sein, aber es ist Rea­li­tät. Über­le­ben tun nicht die Stär­ke­ren, son­dern die Anpas­sungs­fä­higs­ten. Hier passt sich nie­mand an, son­dern ver­sucht sich mit Hilfe der Poli­tik zu stär­ken, statt sich anzu­pas­sen. Erst empört man sich über Chi­nas vir­tu­elle Mauer und nun möchte man um sich selbst auch eine gebaut bekom­men, aber mit abso­lu­ter Kon­trolle wer drü­ber weg stei­gen darf.

Ich erwarte ja auch nicht, dass man mein Medium ver­steht, aber in jenem wo man Geld ver­die­nen möchte, sollte man eine gewisse Grund­la­gen­for­schung betrei­ben, denn dann wäre man vor 10 Jah­ren schon über User-agent: * Disal­low gestol­pert wor­den. So hat man die Haus­auf­ga­ben nicht gemacht und möchte nun vom Direk­tor, die 6 auf dem Zeug­nis in eine 1 umschrei­ben las­sen. Schlecht bleibt schlecht, ob staat­lich geschützt oder nicht.

  • #1
  • Fr, 17. Juli 2009
  • twilight schrieb:

Wie­der ein Bericht, der unter dem Slo­gan Wollt ihr den tota­len Mami Staat? zusam­men­ge­fasst wer­den könnte.

Ins­be­son­dere fand ich

Hier droht ein Mono­pol mit nie gekann­ter Mei­nungs­macht

vor dem Hin­ter­grund der aktu­el­len Kin­der­porno Sperre und Kil­ler­spiel Debatte ver­stö­rend.

Mei­nungs­mach also… Dann ver­weise ich mal gerne auf fol­gen­den Arti­kel, der beschreibt warum Googles Kon­kur­renz­such­ma­chine - MS Bing - in Deutsch­land Such­er­geb­nisse pau­schal unter­schlägt: http://ef-magazin.de/2009/07/07/1336-bing-freiwillige-selbstverstuemmelung

Was geht hier vor? Wer die Ant­wort ver­ste­hen will, muss bis zum Februar 2005 zurück­ge­hen. Damals wurde näm­lich, von der Öffent­lich­keit weit­ge­hend unbe­merkt, ein höchst pro­ble­ma­ti­sches Zen­sur­sys­tem ein­ge­führt, das unter dem harm­los klin­gen­den Namen “Frei­wil­lige Selbst­kon­trolle Such­ma­schi­nen” daher­kommt. Wobei es mit der Frei­wil­lig­keit nicht weit her gewe­sen sein dürfte: Unter dem Vor­wand des Amok­laufs von Erfurt wur­den zu jener Zeit vor allem Film- und Com­pu­ter­spiel­pro­du­zen­ten mit mas­siv ver­schärf­ten Jugend­schutz­vor­schrif­ten über­zo­gen.

Ebenso den gran­dio­sen Jus­Prog Web­fil­ter, der neben Kin­der­por­nos auch mal eben die Nach­denk­sei­ten, Spie­gel­fech­ter, die Pira­ten­par­tei und andere kri­ti­sche Blogs aus­schloss: http://www.nachdenkseiten.de/?p=3977

Das ist schon ein star­kes Stück. Da wer­den Sei­ten, die auch nicht andeu­tungs­weise jugend­ge­fähr­dend sind, quasi zum Spaß und mit­hilfe eines ziem­lich unge­eig­ne­ten, jeden­falls ein­sei­ti­gen Instru­ments gesperrt oder jeden­falls dis­kre­di­tiert, und dann über­lässt man es den Eltern, die Sperre wie­der auf­zu­he­ben. Oder man rea­giert auf Pro­test. Auch das ist eine Zumu­tung, zumal die ein­ord­nende und wer­tende Ein­rich­tung alles andere als ein wert­ori­en­tier­tes Insti­tut ist - eine mit Porno ver­bun­dene Ein­rich­tung.

Und jetzt sol­len die Dampflau­de­rer des DJV noch­mal irgend­was von Mei­nungs­macht und Mono­pol sagen!

Webmaster

Das Sys­tem Filter/Zensur kann ich kaum abwar­ten. Wir wer­den ein Welle von Link-Fraud sehen, wie sie bis­her noch nicht vor­stell­bar ist. Aus Spaß zu Tub­girl und Co. lin­ken war ges­tern.

Man kann sei­nen Mit­men­schen zum vor­be­straf­ten regis­trie­ren Kinderporno-Konsumenten machen, indem man ihn per Short-URL zum Stopp­schild schickt. Jene Lis­ten sind für jeden der sie lesen möchte auf­find­bar. Gleich­zei­tig wer­den wir Stoppschild-Fälscher sehen, die eigent­lich freie Sei­ten “sper­ren” wer­den. Da wer­den einige Leute mit zuviel Zeit, schon die Lücken im CMS der staat­li­chen Sei­ten suchen.

“Die Geis­ter die ich rief.”

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