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The Terminator

The Terminator

„The machines rose from the ashes of the nuclear fire. Their war to exterminate mankind had raged for decades, but the final battle would not be fought in the future. It would be fought here, in our present. Tonight…“

Es brauchte drei Anläufe diesen Text zu schreiben. Die erste Version verlief nach Schema-X, wie ich schon einige Filme hier festgehalten habe. Für diesen Film erschien mir diese Variante unpassend. Zu bekannt ist das Material. In 25 Jahren ist alles darüber dutzendfach geschrieben worden, was sollte ich alles noch einmal wiederholen? Versuch Nummer Zwei sollte alles anders machen und wieder fiel ich in die gleiche Falle. Jetzt aber…

Ich habe nun Terminator Salvation mehrfach angeschaut. Ich bin ein wirklicher Fan dieser Serie. Einzig Alien hat im meinem Fan-Herzen einen ähnlich großen Platz. Natürlich wurden die Erwartungen nicht erfüllt, was mich wieder zum Anfang der Serie bringt. Direkt nach T4 habe ich mir die ersten Teile auf DVD angeschaut. Ewigkeiten ist es her, dass ich The Terminator1 komplett angeschaut habe. Ich verzichte auf Details der Handlung und der Macher. T1 ist Filmgeschichte, die jeder kennt, stattdessen möchte ich meinen persönlichen Blick schildern.

„I’m here to help you. I’m Reese, Sergeant/Tech-Com, DN38416… Assigned to protect you. You’ve been targetted for termination.“

The Terminator ist für mich die erste echte Kino-Umsetzung eines Comics, der nur in James Cameron’s Kopf existierte. Ich bin ein visueller Mensch und jedes einzelne Bild dieses Films ist makellos konstruriert, angelehnt an Panels in einem Comic. Der Film funktioniert mit so wenigen Figuren, wie es heute eigentlich unvorstellbar geworden ist. 3 Charaktere, wovon nur 2 Dialoge miteinander haben. Solch ein Drehbuch würde heute keine Chance mehr haben.

Viel wichtiger noch ist die Qualität der Charaktere. Wer sich nur etwas für Erzählstukrur interessiert, wird feststellen wie beeindruckend hier T1 ist. Dieser Film ist die Story des Kyle Reese Charakters. Diese Figur ist das einzige Element, dass den Zuschauer mit wichtigen Informationen versorgt. Es sind keine langweiligen minutenlangen Expositionen, sondern kleine Brocken zwischen den Actionszenen. Man kommt gar nicht erst dazu die Fehler zu suchen. Jede Figur in diesem Film ist zu einem Archetyp geworden. Man weiß nach den wenigen Minuten mehr über Kyle Resse als nach einer kompletten Trilogie aktuelle Filme.

Minimalismus

Was T1 für mich noch immer so perfekt macht ist sein Minimalismus. T1 schafft so viel mit so wenigen Mitteln, in jeder Beziehung. Alles wird sparsam eingesetzt, mit so großer Wirkung. Die Dialoge im Film lassen sich wahrscheinlich auf eine A4-Seite drucken und dennoch hat Cameron ein Universum geschaffen, dass nun mehr als 20 Jahre lang begeistert.

„Listen. Understand. That Terminator is out there. It can’t be reasoned with, it can’t be bargained with…it doesn’t feel pity of remorse or fear… and it absolutely will not stop. Ever. Until you are dead.“

Ich muss ein paar Worte zum Stil der Action festhalten. Wie alles im Film sind auch die Actionszenen einfach nur effektiv inszeniert und sind damit 2009 die Dinosaurier der Action. Nach Matrix war es Trend, dass selbst jeder Familienfilm mit aufgesetzten Bullet-Time und Wire-Jumps ausgestattet wurde. Tiefpunkt hier war sicherlich 3 Engel für Charlie vom gleichen Regisseur wie T4. Nachdem dieser Stil totgeschlagen war, hüpfte Mainstream-Action auf den Stil der Bourne-Filme: Handheld-Kamera, 1000 Schnitte und Blur-Effekte am Avid-Rechner. Das ist 70er-Action mit technischen Mitteln von heute. Davon bekomme ich Kopfschmerzen und diese Art der Action kreiert Situationen, bei denen man nicht mal mehr der Handlung folgen kann. „Oh da fliegt ein Auto durch die Luft. Wer sitzt da eigentlich drin?“

Terminator - Fenster Szene

James Cameron hat hier seinen eigenen Stil gefunden, der den Grundstein für seine folgenden Arbeiten legte. T1 verzichtet auf alles Unnötige, auch bei der Action. Wenige Schnitte, extrem gewinkelte tiefe Einstellungen. Den Rest erledigt der Sound. Mehr brauche ich nicht.

Dieser Film prägte den Begriff Gun Porn bevor ihn sich jemand ausgedacht hat. Die Inszenierung der Waffen in diesem Film ist fast schon pervers und setzt sich in allen folgenden Cameron Filmen fort. Waffen werden hier zur Feder unserer lyrischen Helden, deren Arbeit mit Bild und Sound zelebriert wird. Es gibt keine Shotgun, die besser klingt als in diesem Film. Ich bin noch immer begeistert von der TechNoir-Szene.

„You’re terminated fucker.“

Spätestens wenn man im politischen Zusammenhang einen R-Rated Actionfilm zitiert sieht, dann muss mehr im Spiel sein, als nur gutes Handwerk. Dieser Film ist für mich einer der besten und wichtigsten Beiträge des amerikanischen Kinos. Aus jeder Bildzeile tropfen hier die drei Buchstaben USA. Alle Beteiligten an diesem Film, haben nach T1 mehr als Filmgeschichte geschrieben und schreiben sie immer noch. FX-Meister Stan Winston eine nach T1 eine komplette Industrie salonfähig gemacht, Schwarzenegger ist zu einer eigenen Marke geworden und James Cameron wird im nächsten Jahr mit Avatar zum dritten Mal das Kino retten.

The Terminator ist diese Art Film, die heute nicht mehr möglich ist, betrachtet man seine Langzeitwirkung. Sicher gibt es immer gute Filme, aber solche die praktisch 3 Ikonen über Jahrzehnte etablieren ist unmöglich geworden. T1 ist auch ein ehrlicher Film. Er braucht keine politisch korrekten Randfiguren, die Moral repräsentieren, um den Zuschauer vor Augen zu führen, was er denken soll, darf oder muss. Es ist einfach gutes Unterhaltungskino, ambitionierter Macher. So etwas ist leider selten geworden.

Kleine Randbemerkungen. T2 ist praktisch T1 mit größerem Budget. Reiner Zufall oder genialer Weitblick, dass Cameron schon hier einige markante Elemente und komplette Szenen des zweiten Teils skizziert? Schwarzenegger ist als Bösewicht besser, einfach weil das Element Mensch gegen Maschine besser funktioniert. Schwarzeneggers Frisur ändert sich mitten im Film, vom Versicherungsvertreter zum Rockstar. Einige Effekte sind recht gut gealtert, andere dagegen furchtbar schlecht. Die Miniatur-Effekte halten sich ziemlich gut. Dagegen ist der Stop-Motion-Animations-Effekt am Ende des Films echt eine Hürde geworden.


  1. Bildmaterial des Eintrags stammt von Foundation 3D

8 Kommentare

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  • #1
  • Mi, 17. Juni 2009
  • ben_ schrieb:
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  • #3
  • Mi, 17. Juni 2009
  • ben_ schrieb:
  • #4
  • Mi, 17. Juni 2009
  • ben_ schrieb:
Webmaster
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