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Popcore Revolution

Popcore Revolution

In der aktuellen EDGE gibt es einen exzellenten Artikel über Ridge Racer Revolution, der in 2 Wochen online lesbar sein sollte. Der Artikel widmet sich dem Spiel als ein letztes seiner Art. Ein Spiel für Fans von Fans. Ein pures Arcade-Game für’s Wohnzimmer. Ein spielerisches Fast-Food-Erlebnis im besten Sinn des Wortes.

Ich finde diesen Artikel auch deshalb so gelungen, weil ich nicht nur der Aussage zustimme, sondern auch das Beispiel Ridge Racer Revolution bis zum Exzess gespielt habe. Dieses Spiel ist wirklich im Zenit zum Wechsel des Videospielmarktes entstanden. Bis dato war die Playstation nur eine erfolgreiche neue Konsole für den Freak. Die folgenden Jahre wurde es zum Massenprodukt, dass folglich auch die Genres veränderte und somit das klassische Arcade-Konzept ausradierte.

EDGE vergleicht Ridge Racer mit einem Pop-Song. Kurz. Schnell. Intensiv. Einprägsam ohne jedoch zu nerven. Ridge Racer Revolution war alles und mehr auch nicht. Es hat keinen Karrieremodus, keine realistische Grafiken, keine echten Rennkurse oder gar Fahrzeuge. Es hat nur ein völlig überzogenes Fahrphysikmodell, viel zu laute und schnell Beats und sehr stilisierte Grafik. Es hat was die Fans wollen und was potentielle neue Spieler abschreckt. Entsprechend vielen die Verkaufszahlen aus.

Folgende Teile der Serie wichen von dieser simplen Formel ab. Rage Racer veränderte Optik und Kurs-Design, R4 schließlich versuchte ganz und gar Gran Tourismo zu sein. Keiner der Teile konnte damit wieder an die ersten Versionen anknüpfen, auch alle folgen Sequels auf PS2 oder PS3 nicht. Die Serie verlor an Profil und Verkaufzahlen. Bis heute ist Ridge Racer nur noch das generische Rennspiel, was man nicht mehr kaufen muss. „Pop“ für eine neue Generation die lieber in die „Oper“ zu gehen scheint.

Der Release von Revolution ist noch nicht lang her und dennoch erscheint es ein Beispiel aus einer anderen Zeitepoche zu sein. Keine Frage, bis heute ist das Spielerlebnis frisch und besitzt Charakter, aber hat gleichzeitig damit keine Chance mehr kommerziell Erfolg zu feiern. Der Markt hat sich sehr verändert und Revolution ist zum Dinosaurier eines Genres geworden.

Ridge Racer entstand zum Gipfel der Spielhallen, einer Subkultur, die bei uns in Deutschland leider nie so richtig greifen konnte, in Amerika und Japan jedoch das komplette Medium aufblühen ließ. Mit dem Erfolg der PlayStation verlor die Spielhalle an Bedeutung. Einst teschnischer Zenit des Mediums und plötzlich überflüssig. Mit dem Untergang dieser Kultur begann auch die Krise japanischer Entwickler, die bis heute zu beobachten ist.

Dies soll kein pessimistischer Text sein. Nostalgie ist was Feines aber es ist auch Stillstand. Mein Ride Racer Revolution ist griffbereit über den noch immer funktionierenden PSOne. Wenn ich mal wieder erleben möchte, was vorm Aufbrechen dieses Mediums der heiße Scheiß war, dann steht dem nichts im Wege. Röhrenfernseher an, Boxen aufgedreht, NeGcon (aka der beste Racing-Controller aller Zeiten) an die PSOne gestöpselt und ab dafür. Allerdings ist dies 2009 kein Ersatz für ein HD-Remakes. Ridge Racer Revolution HD bleibt wohl ein Wunschtraum.

5 Kommentare

Für diesen Eintrag wurden die Kommentare geschlossen.

  • #1
  • Mi, 28. Januar 2009
  • ben_ schrieb:
  • #2
  • Mi, 28. Januar 2009
  • Marc schrieb: