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Gaming 2008

Gaming 2008

Im Dezem­ber erschei­nen sie mit aller Regel­mä­ßig­keit, jene Bes­ten­lis­ten, die ver­su­chen die ver­gan­ge­gen 12 Monate für jedes Medium irgend­wie zu ord­nen. 2008 war ein tol­les Jahr für das Medium Video­spiel. Die Umsätze über­tra­fen bis­her im Schnitt alle Jahre zuvor. Das 4te Quar­tal wird zwar den Dur­schnitt reis­sen, aber nicht so tief, dass 2008 als FLaute zu sehen sein wird. Wenn wir nun fast über­all Schlie­ßun­gen von Stu­dios und/oder Pro­jek­ten sehen, dann sagt dies wenig, über das ver­gan­gene Jahr aus.

Ich habe die­ses Jahr weni­ger große Titel gespielt, dafür umso mehr Altes oder Klei­nes. Bei mir fin­det das Medium schon jetzt nicht mehr mit dem Kauf einer DVD oder einer sons­ti­gen Disc statt. Wenn es einen Trend in 2008 gibt, dann jenen, der das Medium von dem phy­si­ka­li­schen Trä­ger voll­stän­dig ablöst. Was ehe­mals ein Mono­pol für PC-Spieler war, kommt nun mit aller Macht auf wirk­lich jede Platt­form, sei es Kon­sole, sei es Hand­held, sei es Smart­phone. Die Tage, an dei­nen man sich eine Spie­le­box kauft, aus­packt und erst dann los­le­gen kann sind gezählt. Schon im nächs­ten Jahr, dürf­ten auch Kon­so­len alle Titel direkt her­un­ter­la­den dür­fen.

Diese neue Dis­tri­bu­tion erlaubt auch neue For­mate und so schafft es eine Indidepenten-Produktion auch 2008 in einem Satz für den Mil­lio­nen­bud­gets genannt zu wer­den. Wäh­rend auf der einen Seite Bud­gets in den Him­mel wach­sen (und dabei zusam­men­bre­chen), gibt es einen Gegen­trend, der Spie­le­ent­wick­ler wie­der zurück in die Urzeit reisst, als das Medium in einer Garage zwi­schen zwei Freun­den ent­wi­ckelt wurde. Es müs­sen nicht immer 100 Mil­lion für ein GTA4 sein. 2008 kann ein Ent­wick­ler voll­stän­dig allein sein Leben mit dem Ent­wi­ckeln eines Spiels finan­zie­ren, in man­chen Fäl­len sogar mehr als gut.

Markt­spal­tung

2008 war auch ein Jahr des Schaf­fens neuer Struk­tu­ren. Sony hat es wie 2007 nicht geschafft, den Kon­so­len­markt wie­der an sich zu reis­sen. Statt des­sen bricht der Markt kom­plett in 2 Hälf­ten. Es gibt nicht mehr 3 Kon­kur­ren­zen wie viel­leicht noch 2007. Es gibt nur noch Nin­tendo und dann den Rest, den sich Micro­soft und Sony tei­len müs­sen, wobei Sony dabei mehr und mehr Raum ver­liert. Der Markt hat sich völ­lig neue Regeln geschafft, an die sich auch die Ent­wick­ler anpas­sen. Exklu­sive Pro­duk­tio­nen sind sicher ab einem bestimm­ten Bud­get kein Thema mehr. Schlim­mer (oder bes­ser) noch: alle gro­ßen Multiplattform-Titel arbei­ten nach dem Prin­zip des kleins­ten gemein­sa­men Nen­ners und diese sind es auch, wel­che die Ver­kaufs­zah­len anfüh­ren. Der Weg zu einer gemein­sa­men Kon­so­len­platt­form, die nichts ande­res mehr ist als ein 2 Jahre alter PC, ist nicht mehr nur abseh­bar, son­dern eine Frage der Zeit.

Nin­tendo hat sei­nen eige­nen Markt und seine eige­nen Kun­den. Die Ver­kaufs­zah­len der Platt­form über­stei­gen alles bis­her Dage­we­sene, ja selbst SNES- und PSX-Zahlen. Jeder scheint sich ein Nin­tendo Wii zu kau­fen und viel­leicht noch maxi­mal 3 Spiele pro Jahr, zu 90% reine First Party Nin­tendo Titel. Nin­tendo stämmt hier nicht nur die Hard­ware, son­dern domi­niert auch die Soft­ware, was ein­ma­lig in der Geschichte ist, denn nor­ma­ler­weise lebt eine Kon­sole von der Soft­ware Drit­ter.

Nun kann man läs­tern über die Mutti-Spieler des Wii, aber die Zah­len spre­chen für sich. Jede Kri­tik erkennt nicht, dass hier keine Ego-Shooter-Spieler plötz­lich zum vir­tu­el­len Koch wer­den, son­dern dass ein­fach Unmen­gen neuer Kun­den den Markt ent­de­cken. Man mag von Nin­tendo hal­ten was man möchte - aber beson­ders in der jet­zi­gen Situa­tion, wo der Markt schwä­chelt, ist es die­ses Unter­neh­men, dass der­zeit mit wei­tem Abstand am bes­ten auf­ge­stellt ist, wäh­rend die Kon­kur­renz ver­zwei­felt ver­sucht in Nintendo’s Markt ein­zu­drin­gen, der­zeit ein unmög­li­ches Unter­fan­gen.

Wer das aktu­elle Prince of Per­sia mal gespielt hat, wird hier noch wei­tere Par­al­le­len ent­de­cken. Diese Serie steht jetzt maß­geb­lich für den gesam­ten Markt. Den ers­ten Teil wird wohl jeder ältere Spie­ler ken­nen, denn die­ser war damals bahn­bre­chen­des PC-Spiel, abso­lut Hard­core. Der letzte Teil ist heute eigent­lich ein Witz, wun­der­schön anzu­se­hen, aber spie­le­risch ein Rät­sel. Idio­ten­si­cher trifft es ganz gut, man kann hier eigent­lich nichts falsch machen und wenn doch, greift das Spiel ein und ret­tet den Spie­ler auto­ma­tisch. So sähe das per­fekte HD-Wii-Game aus. Es ist fasz­ni­nie­rend zu sehen, wo diese Serie nun steht und es ist ein Mus­ter für den gesam­ten Markt, zumin­des­tens für Fran­chi­ses, die fami­li­en­freund­lich sind.

unto­tes PC-Gaming

PC-Gaming, immer wie­der tot­ge­sagt ist auch 2008 nicht gestor­ben, wieso auch, ver­kauft man doch auf eben die­ser Platt­form, so gut wie nie­mals zuvor. Zuge­ge­ben World of War­craft ist eine Ano­ma­lie wie das Wii auch, aber Aus­nah­men bestä­ti­gen die Regel. Alle gro­ßen Titel 2008 erschie­nen oder erschei­nen noch auch auf die­ser Platt­form. Wich­ti­ger jedoch als diese Klei­nig­kei­ten ist das große Gesamt­bild. Was Gaming 2008 auf jeder Platt­form prägt, hat sei­nen Ursprung vor Jah­ren auf dem PC. Sei es Online-Co-Op, ohne dass heute kein gro­ßer Kon­so­len­re­lease mehr beste­hen kann, sei es wie im Fall von Little Big Pla­net das Kre­ie­ren neuer Inhalte, bei­des sind Kern­kom­po­nen­ten der PC-Community seit Mitte der 90er. Auch wenn es immer wie­der ähnlich klingt, aber Vie­les was heute über­all bei Kri­tik und Publi­kum beliebt ist, ent­stammt der angeb­lich seit Jah­ren im Ster­ben lie­gen­den PC-Community.

Wenn man nur ein Spiel 2008 kau­fen möchte, dann bitte Left 4 Dead. Die­ses Werk in Worte zu fas­sen ist schwie­rig. Es ist sehr lange her, dass man solch ein kon­trol­lier­tes Chaos auf dem Bild­schirm gezau­bert bekam. Left 4 Dead ist mehr Erfah­rung, denn Spiel.

Alle bekann­ten Indie­pro­duk­tio­nen die­ses Jah­res ent­stam­men alle dem PC-Format, wo halt noch immer jeder Ent­wick­ler anfängt, auch des­halb wird man die Dinge, die 2018 den Markt beherr­schen, viel­leicht schon die­ses Jahr auf irgend­ei­nem PC-Mod gespielt haben. Kein Wun­der also, dass nicht zuletzt Valve Mods nicht mehr nur unter­stützt, son­dern ihnen im Online-Store eine eigene Kate­go­rie errich­tet. Mods waren 2008 nicht wirk­lich bes­ser oder die Szene leben­di­ger aber auch durch den Erfolg der Indie­ga­mes, schaf­fen es Mods 2008 auch im Main­stream anzu­kom­men.

Auf­fäl­lig ist, wie stark ost­eu­ro­päi­sche Stu­dios im PC-Sektor wer­den, was eigent­lich nicht ver­wun­dern sollte. Die­ser Markt ist ein rei­ner PC-Markt, Kon­so­len haben dort wenig Chan­cen. Mitt­ler­weile flie­ßen auch die Gel­der in die Grün­dung neuer Stu­dios, nicht zuletzt der deut­sche Vor­zei­ge­ent­wick­ler Cry­tek inves­tiert in Ost­eu­ropa. Mit The Wit­cher und Stal­ker haben wir in 2008, respek­tive 2007, gese­hen, wozu die Ent­wick­ler dort fähig sind. Beide Spiele zei­gen ein­drucks­voll erstaun­li­che Wur­zeln, die nur mehr Erfah­rung sam­meln müs­sen. Ost­eu­ropa sollte recht schnell zu einem ernst­haf­ten Ent­wick­ler­stand­ort wer­den. Sicher­lich einer der Trends 2008, Ost­eu­ropa erwacht als Spie­le­schmiede.

Ori­gi­na­li­tät vs kom­mer­zi­el­ler Erfolg und Japan gegen den Rest der Welt

2008 sollte beson­ders in den letz­ten 8 Wochen noch mehr bewie­sen haben. Qua­li­tät und neue Ideen ver­kau­fen sich nicht immer bes­ser, als das neu Sequel der Stan­dard­kost. Vor­zei­ge­bei­spiele seien 2008 Mirror’s Edge (Mul­ti­for­mat) und Little Big Pla­net. Statt­des­sen wurde beide Release gna­den­los von Retor­ten­se­quels deklas­siert. Das ist nicht nur trau­rig, son­dern für das Medium ins­ge­samt sehr gefähr­lich. Den Ent­schei­dern fehlt die Weit­sicht und die wür­gen ein Sequel schnell ab, wenn die erste Fas­sung nicht die gesteck­ten Erwar­tun­gen erreicht. Noch schwört EA an dem Fran­chise fest hal­ten zu wol­len, aber war­ten wir mal die nächs­ten Jahre ab.

2008 hat auch ein­drucks­voll bewie­sen, dass Japan als Ent­wick­ler nun wirk­lich weit abge­schla­gen hin­ter west­li­chen Teams ist. Das Land, wel­ches das Medium erfun­den hat (zumin­des­tens in der jet­zi­gen Form) hat nur noch wenig auf dem Welt­markt mit­zu­re­den. Japan ist ein geschlos­se­ner Markt gewor­den domi­niert von Nin­tendo und rein japa­ni­schen IPs wie Mons­ter Hun­ter, das nichts ande­res als ein gene­ri­sches Hack’n’Slay ala Dia­blo oder Phan­tasy Star Online ist. Es gibt nur noch ganz wenige japa­ni­sche IPs, die es auf dem Welt­markt mit den Gears oder den GTAs auf­neh­men kön­nen. Metal Gear Solid 4 ist einer die­ser sel­te­nen Relea­ses in 2008 und in 2009 sicher für andere Platt­for­men, in den wenigs­tens Lis­ten jedoch fin­det MGS4 Erwäh­nung, denn es ist “nur” ein gene­ri­sches Sequel in höhe­rer Auf­lö­sung. Hier hat man sein Pul­ver lange ver­schos­sen. Frag­lich on Japan 2009 schon die Schwung zurück schafft, viel mehr sucht man sich wei­ter eng­li­sche Teams, statt sich anzu­pas­sen.

DLC - Down­load­con­tent

DLC ist das Akro­nym 2008 für Games und es umschreibt zusätz­li­chen Down­load­con­tent, der einen älte­ren Titel um neue Inhalte ergän­zen und den Geld­beu­tel des Spie­lers lee­ren soll. DLC ist in die­ser Form eine Domäne der Kon­so­len, aus meh­re­ren Grün­den. Zum einen lei­den Kon­so­len­ti­tel der­zeit noch am Wie­der­ver­kauf (Spiele aus zwei­ter Hand) und so gehen Publis­hern und auch Platt­form­hal­tern die Umsätze flö­ten. Beim Wie­der­ver­kauf eines Titels, macht nur der Wie­der­ver­käu­fer selbst Umsatz und Gewinn. Um die­sen Wie­der­ver­kauf mög­lichst zu unter­bin­den oder weni­ger attrak­tiv zu machen, ver­sucht man mit DLC das Spiel immer aktu­ell zu hal­ten. Hier eine neue Renn­stre­cke, hier ein neues Auto, hier ein neues Out­fit, hier eine neue Map. Mehr und mehr möchte man dafür auch extra bezahlt haben, was geht soweit, dass selbst wer seine Inhalte ver­schen­ken möchte, es nicht darf. Wäh­rend PC-Spieler seit einem Jahr kos­ten­los neue Maps und Fea­tures für Team Fort­ress 2 erhal­ten, müs­sen Kon­so­len­spie­ler bis 2009 war­ten, um dann für alles löh­nen zu dür­fen.

Die Trends sind ganz klar, DLC wird mehr und mehr den Markt domi­nie­ren, da es ein sehr lukra­ti­ves Geschäft ist. Die Ansätze zum Miss­brauch die­ser Idee sind schon jetzt zu sehen, wenn Full-Price-Games deut­lich kür­zer erschei­nen als ange­kün­digt und Release-Inhalte spä­ter extra bezahlt wer­den müs­sen. Pro­ble­ma­tisch bleibt auf Kon­so­len nur, dass Sony bzw. Micro­soft das Zep­ter in der Hand hal­ten und so kein ech­ter Wett­be­werb zwi­schen ein­zel­nen Spie­len ent­ste­hen kann, wenn es um DLC geht. Wel­chen DLS wird Mir­cro­soft wohl schnel­ler geneh­mi­gen? Für Halo oder für Call of Duty? Mar­gi­nale Kri­tik mit gro­ßer Wir­kung. Sofern Kon­so­len noch deut­lich zule­gen müs­sen, dann genau hier. Die Stu­dios müs­sen selbst bes­sere (=schnel­lere) Kon­trolle über ihre Pro­dukte bekom­men.

2008 in Titeln

Mein per­sön­li­ches Spiel des Jah­res ist klar Left 4 Dead, denn Valve’s Co-Op-Shooter, bie­tet ein Spie­l­er­leb­nis, dass viel­leicht nicht end­los funk­tio­niert, dafür aber abso­lut ein­zig­ar­tig ist. Kein ande­res Spiel bie­tet solch ein inten­si­ves Spie­l­er­leb­nis. Es ist ein typi­sches Valve Spiel. Es macht ganz wenig, die­ses aber ganz rich­tig. Die­ses spie­le­ri­sche Brett bleibt­grenz­wer­tig für den schnel­len ers­ten Blick. Jeder sollte hier mal einen Blick drauf wer­fen, denn auch wer mit dem Genre nix anfan­gen kann, allein die Prä­sen­ta­tion ist sehr effek­tiv. Wenn plötz­lich unter lau­ter Strei­cher­mu­sik drei Dut­zend Zom­bies aus allen Rich­tun­gen einen engen Raum flu­ten, wäh­rend nur die vir­tu­elle Taschen­lampe und das Mun­düngs­feuer der Waf­fen den Raum beleuch­ten, dann schießt unfrei­wi­lig das And­re­na­lin nach oben. Lächer­lich gut.

Der “Geheim­tipp” des Jah­res lau­tet Far­cry 2. Ich habe nie den Vor­gän­ger gespielt und auch sonst kein Inter­esse an “nor­ma­len” FPS, aber die Foren waren eupho­risch. Sie soll­ten Recht behal­ten. Far­cry 2 ist weit davon ent­fernt per­fekt zu sein, aber es bie­tet wie L4D ein Erleb­nis, dass man so schnell nicht kopiert sieht. Es ist ein Hybrid aus FPS, RPG und Sand­box. Was in FC2 funk­tio­niert, das funk­tio­niert äußerst gut. Fall­out 3 wird in vie­len Bes­ten­lis­ten 2008 genannt. Für mich ist es das klar schlech­tere Pro­dukt im Ver­gleich zu Far­cry 2, beson­ders da beide Spiele sehr ähnli­che Ansätze besit­zen.

Ich habe auch sehr viele Down­load­ga­mes gespielt, der beste Titel dar­un­ter lau­tet World of Goo und ist eine (leicht über­teu­erte) moderne Ver­sion der Lem­mings-Idee. Abwechs­lung ist irgend­wie auch ein tol­les Schlag­wort für das Spiel­jahr 2008. Das Medium ist abwechs­lungs­rei­cher denn je, nur muss man selbst danach suchen, was zuneh­mend schwie­ri­ger wer­den wird.

Es gibt viel zu ler­nen aus 2008, für Spie­ler und Ent­wick­ler. Sämt­li­che Bes­ten­lis­ten die ein GTA4 oder auch wie ich ein abso­lu­tes Hardcore-Game an ihrer Spitze füh­ren, ste­cken noch immer in der alten Welt fest. 2008 hat den Markt wie­der stark ver­än­dert und eine Liste die ein Coo­king Mama vor GTA4 nennt, darf nicht mehr ein­fach nur belä­chelt wer­den, denn es gibt den einen Spie­ler nicht mehr, was sicher­lich die beste Errun­gen­schaft die­ser Indus­trie über­haupt sein dürfte. So darf es 2009 wei­ter­ge­hen.

  • #1
  • Do, 18. Dezember 2008
  • Marc schrieb:

Beim PC-Gaming habe ich dann wohl etwas nicht mit­be­kom­men. Alle Titel kamen spä­ter oder gar nicht für den PC die auf der PS3 und XBOX360 sehr erfolg­reich gewe­sen sind. GTA4 ist auf dem PC eine Kata­stro­phe und zeigt deut­lich, dass die Platt­form für Spiel­chen wie WoW zwar noch super funk­tio­niert, weil es sogar jeder Asus EEE star­ten kann aber im HighEnd-Bereich ist da ein­fach nicht mehr viel zu machen. Zu viele Pro­bleme mit Trei­bern, Per­for­mance und Bugs all­ge­mein. Wer will schon ein Dead Space auf dem PC spie­len wenn er es für 170 EUR auf der 360 auf der gro­ßen Glotze haben kann?

Und zur Wii: Jeder den­kende Mensch der eine Wii besitzt muss doch gese­hen habe, dass prak­tisch keine Spiele für den Core-markt mehr erschei­nen. Da wer­den nur noch die Omas und Mut­tis bedient die sonst im rea­len Leben den Koch­löf­feln schwin­gen. Für jeden, der etwas mehr will als rum­ge­fuch­tel hat sich doch spä­tes­tens bei den Prei­sen eine XBOX gekauft.

Und zu den Indie-Spielen: Das wich­tigste Indie-Spiel des Jah­res erschien nicht auf dem PC son­dern auf der XBOX 360: BRAID

Und viel­leicht sehen wir ja im Jahr 2009 World of War­craft für die XBOX 360 oder Play­Sta­tion 3. Dann hat sich das Thema auch end­lich mal erle­digt.

  • #2
  • Do, 18. Dezember 2008
  • Chris schrieb:
Alle Titel kamen spä­ter oder gar nicht für den PC die auf der PS3 und XBOX360 sehr erfolg­reich gewe­sen sind.

Das ist a) schlicht falsch (siehe bspw. Fall­out 3) und b) wäre es umge­kehrt genauso: Gerade den erfolg­reichs­ten PC-Titel gibts auf Kon­so­len über­haupt nicht.

GTA4 ist auf dem PC eine Kata­stro­phe und zeigt deut­lich, dass die Platt­form für Spiel­chen wie WoW zwar noch super funk­tio­niert, weil es sogar jeder Asus EEE star­ten kann aber im HighEnd-Bereich ist da ein­fach nicht mehr viel zu machen.

GTA4 auf dem PC ist eine Kata­stro­phe und zeigt deut­lich, dass Rock­star es dem­nächst mit Beta­tes­ten ver­su­chen sollte. Der­art viele Pro­bleme bspw. mit AMD-Karten gene­rell gehen ein­fach nur auf schlam­pige Arbeit zurück. Ebenso die miese Per­for­mance. Das ist wie Assas­sins Creed damals ein ein­zel­ner Aus­rut­scher unter den heute im All­ge­mei­nen sehr guten PC-Versionen von Mul­ti­platt­form­ti­teln. Denn das Gegen­teil trifft viel häu­fi­ger zu: Die spä­ter erschie­nen­den PC-Versionen erhal­ten Bonus-Content, der auf der Kon­sole ent­we­der über­haupt nicht oder nur als kos­ten­pflich­ti­ger DLC zu bekom­men ist.

BRAID ist ja toll, erschien aber a) nur auf der Xbox 360 und bleibt damit auch vie­len Kon­so­le­ros (PS3, Wii) vor­be­hal­ten und wird b) für den PC noch erschei­nen. Auch wenn man auf man­ches län­ger war­ten muss - was mich inzwi­schen ehr­lich gesagt nicht mehr die Bohne inter­es­siert: Das Spie­le­an­ge­bot auf dem PC ist weit, weit grö­ßer als das Ange­bot auf jeder aktu­el­len Kon­sole.

Und viel­leicht sehen wir ja im Jahr 2009 World of War­craft für die XBOX 360 oder Play­Sta­tion 3. Dann hat sich das Thema auch end­lich mal erle­digt.

Dass das in abseh­ba­rer Zeit nicht pas­sie­ren wird, weißt du. Das umständ­li­che Pro­ze­dere bei Patches - davon ist GTA4 dank Win­dows Live ja auch auf dem PC betrof­fen - und die Game­pad­steue­rung sind dabei nur Neben­kriegs­schau­plätze. Der Haupt­grund ist ja: Wenn man über zehn Mil­lio­nen Abon­nen­ten an den PC fes­seln und dort gut an ihnen ver­die­nen kann, was sollte dann eine Kon­so­len­fas­sung, bei der man seine Ein­künfte mit den Kon­so­len­her­stel­lern tei­len muss? Das macht kei­nen Sinn. Nicht bei der im Ver­gleich zum PC immer noch ver­schwin­dend gerin­gen Install­base von 360 und PS3.

Und wenn alles andere es nicht zeigt, die­ser Punkt zeigt über­deut­lich, wo die Reise hin­geht: Micro­soft und Sony machen mit ihren Kon­so­len schlicht kei­nen Gewinn. Nur des­halb spricht man bei Micro­soft für die nächs­ten Jahre allen­falls von Dashboard-Updates und bei Sony von der extrem lan­gen Lebens­spanne der PS3 - wer von denen wird noch eine ein­zige wei­tere Kon­sole auf den Markt wer­fen? Man hat ja schließ­lich Aktio­näre. Und mit der Her­stel­lung von Kon­so­len macht man kein Geschäft mehr.

Webmaster

Die bis­her beste Ana­lo­gie zur aktu­el­len Hass-Liebe vie­ler Ent­wick­ler für den PC als Platt­form:

The worst aspect of the Unreal crea­tors cle­arly giving the fin­ger to the plat­form that made them in favour of shiny Xbox dol­lars wasn’t that we wouldn’t get Gears of War 2 or wha­te­ver on PC, but rather that Cliffy B, Mark Rein and co just kept on say­ing stu­pid stuff throug­hout the year. They were like a guy who dum­ped their smart, pretty girl­fri­end for someone with big­ger boobs, but inex­pica­bly kept on slag­ging off the ex in com­pany. Cle­arly, they’re still in love with the first girl, but they won’t admit it to them­sel­ves or anyone else. Alright, chaps- go away if you must, but do stop it with the unin­for­med insults. I won­der what irked PC gamers more - that sense of betra­yal by one of their early cham­pi­ons, or embar­rass­ment that the pree­ning, bling-draped, nonsense-spouting Cliffy ‘Don’t call me Cliffy B’ B was once one of us. #

Auf das Thema möchte ich gar­nicht mehr ein­ge­hen, nur soviel: auch wenn die Ver­kaufs­zah­len stim­men mögen, die Gene­ra­tion XBOX oder der Wech­sel vom PC zur Kon­sole zwingt einige Gen­res schon jetzt in die Knie. Wenn im Februar (?) mit Kill­zone 2 für die PS3 der “Gears of War Kil­ler” erscheint, dann muss man da echt wie Hände über den Kopf zusam­men schla­gen. Was ehe­mals ein tol­les Genre war, ist zu einem Duck-Hunt-Clone mutiert. Erbärm­lich.

Nichts gegen gute Kon­so­len­spiele, aber spä­tes­tens Fall­out 3 hat wie­der bewie­sen, dass der Wech­sel der Platt­form gegen den Anspruch des Medi­ums arbei­tet. Die Ver­kaufs­zah­len mögen kurz­fris­tig bes­ser sein, aber die Qua­li­tät sinkt. Künst­le­ri­sche Pro­sti­tu­tion nen­nen wir sowas.

  • #4
  • Do, 18. Dezember 2008
  • ben_ schrieb:

Jungs. Gro­ßes Ten­nis hier. Ich hab ja inzwi­schen alle mei­nen Mei­nun­gen zu Platt­for­men über Bord gewor­fen. Ich kann da nichts zu sagen, weiß nicht wer Recht hat und es ist mir eigent­lich auch egal. Solange ich Spiele spie­len kann, die mir Spaß machen, bin ich zufrie­den. Egal womit. ;)

Es freut mich aber sehr, zu sehen, wie hier dis­ku­tiert wird. Das ist, wovon Com­mu­nity Mana­ger immer träu­men. Und ich freu mich sehr, dass ich euch alle so gut kenne - es ist mir eine Ehre.

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