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Pulling a Roger Ebert

Pulling a Roger Ebert

Movie critic-Papst Roger Ebert scheint der­zeit über allem zu ste­hen und kommt mit purem Gold daher. Jetzt hier nicht wei­ter­le­sen son­dern erst­mal die­ses über­sicht­li­che Review zum Film True Loved genie­ßen. Es lohnt sich.

Ok fer­tig? Wie genial bitte ist die­ser Text gewor­den? Wer keine Lust zum Lesen hat (und hier somit eigent­lich auch depla­ziert ist) dem gebe ich die Zusam­men­fas­sung. Man liest also ein wirk­lich ernst­haft wir­ken­des und intel­li­gent struk­tu­rier­tes Review, um in den letz­ten Zei­len dann dies hier vor­ge­setzt zu bekom­men:

Full dis­clo­sure. I lif­ted the words “San Fran­cisco to con­ser­va­tive sub­ur­bia with her les­bian mothers” strai­ght from the plot sum­mary on IMDb.com, because I stop­ped watching the movie at the 00:08.05 point. IMDb is also where I found out about Bruce Vilanch’s dual role. I never did see the les­bian mothers or my fri­end Bruce. For “Tru Loved,” the hand­wri­t­ing was on the wall. The returns were in. The case was clo­sed. You know I’m right. Or tell me I’m wrong.

Q. How can you give a one-star rating to a movie you didn’t sit through?

A. The rating only applies to the first eight minu­tes. After that, you’re on your own.

Wie­der ein­mal ist bewie­sen, dass Verisse zu 99 Pro­zent unter­halt­sa­mer sind, als irgend­wel­che Lobes­hym­nen. Lob klingt immer gleich, ein Veriss dage­gen erfor­dert viel mehr. In sei­nem Blog geht die Geschichte zu die­sem Review wei­ter:

If you reached the end of my “Tru Loved” review, you found that I stop­ped watching at about eight minu­tes. How did this dis­co­very make you feel? My edi­tor, a wise and expert woman who has saved my ass many times over more than 20 years, was hor­ri­fied.

She e-mailed me: “Just got down to the part where you men­tion that you wat­ched ONLY eight minu­tes of this movie. I don’t blame you but do you really want to open that door? I fear your admis­sion will start people won­de­ring whe­ther this is a regu­lar prac­tice. Of course it’s not but you don’t want to raise those sus­pi­ci­ons. The alter­na­tive: take out those grafs. Or I could kill the review and we could try to find a sub­sti­tute. Your ori­gi­nal review is cle­ver and well-written but I think morally dis­ho­nest because you con­ceal your MO until the very end.”

Die­ses Review ist in der Tat der cler­verste Text, den ich seit lan­ger Zeit lesen durfte. Es ist wie ein klei­ner Film in sich, mit einem klas­si­schen “Luke, i am your father!”-Ende, mit dem Tyler-Durden-Twist und einem Cliff­han­ger. Alles in einem.

Statt als erfah­re­ner Schrei­ber auch über die neuen Mög­lich­kei­ten zu jam­mern (“No one reads the inter­net!”) sehen wir hier jeman­den, der es exzel­lent ver­steht das Medium Inter­net für sich zu nut­zen und so eine Leser­schaft bekommt, die mit kei­nem ande­ren Medium zu errei­chen wäre. Wer einen Blick in die Kom­men­tare die­ses Blogs wirft, erkennt schnell, dass jeder Autor oder jede Platt­form auch im Inter­net immer die Leser bekommt, die es ver­dient. So strit­tig wie das Thema auch ist (und die­ses Review ist wirk­lich grenz­wer­tig im Sinne sei­ner Auf­gabe), so gut sind auch die Kom­men­tare dazu. Kein “You suck!” statt des­sen gepflegte Argu­men­ta­tion.

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