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Worin liegt die Faszination für Grand Theft Auto?

Worin liegt die Faszination für Grand Theft Auto?

Ganz ehr­lich, worin liegt die Fas­zi­na­tion die­ser Serie? Ich bin mit die­sem Medium auf­ge­wach­sen und diese Woche, glaubt man den diver­sen bis­he­ri­gen kom­mer­zi­el­len Reviews, scheint die Krö­nung des Medi­ums ver­öf­fent­licht zu wer­den, ohne dass bei mir auch nur der kleinste Fun­ken Inter­esse zu fin­den ist.

Ich habe damals das Ur-GTA auf der PS1 pro­biert genauer gesagt eine dama­lige Demo, die irgend­ei­nem Maga­zin bei­lag. Nach 10 Minu­ten “Oh” und “Ah” war es der immer glei­che Rhyth­mus (Mis­sion holen, lösen, dabei neue Mis­sion aneh­men usw.) geparrt mit tolle Akus­tik und sehr net­ter Sandbox-Mechanik. Sicher­lich spie­lens­wert, aber weit ent­fernt von Genia­li­tät.

Die 3D GTAs waren für mich nichts wirk­lich ande­res. Der immer glei­che Auf­guss - wie auch jetzt mit GTA4 - der Scar­face-Hand­lung, in einem vari­ie­ren­dem Set­ting. Wieso hebt man sowas jetzt in den spie­le­ri­schen Olymp? Wo fin­det sich die Fas­zi­na­tion, vir­tu­elle Pro­sti­tu­ierte hin­zu­rich­ten oder Pas­san­ten über den Hau­fen zu fah­ren (jetzt mit neuer rea­lis­ti­scher Phy­sik), wäh­rend der Prot­ago­nist mit der Essenz aus 30 Jah­ren Gangster-Kino, gemixt mit urba­nem Trend­ge­fühl, den eige­nen per­sön­li­chen Scarface-Film abspielt.

Respekt für eine wirk­li­che gute PR-Kampagne, aber irgend­wie geht die Fas­zi­na­tion GTA völ­lig an mir vor­bei. Ist dies wirk­lich die Spitze der inter­ak­ti­ven Unter­hal­tung im Jahre 2008? Mir ist das viel zu sehr ein krampf­haf­ter Ver­such, ein Medium auf Erwach­sen trim­men zu wol­len. Inso­fern zitiert GTA nicht nur die Hand­lung von Scar­face, son­dern damit auch seine Schwä­chen.

  • #1
  • Mo, 28. April 2008
  • Marc schrieb:

GTA:SA war mei­ner Mei­nung nach das beste Spiel aller Zei­ten. Spiel das mal ein paar Stun­den und du wirst sehen, warum es damals so gute Bewer­tun­gen bekom­men hat. GTA4 ist end­lich mal wie­der ein Spiel bei dem man sich als erwach­se­ner Mensch ernst genom­men fühlt. Für mich ist es ganz klar die Spitze des Enter­tain­ments 2008 und ich bin froh kein Mario Galaxy des­we­gen spie­len zu müs­sen.

[…] Ich finde es schade, > wenn ein Spiel so offen­sicht­lich dar­auf ange­legt ist, dem Spie­ler das > Geld aus der Tasche zu zie­hen, wie WoW. Wieso wird “Jemand gibt Geld fuer etwas aus, dass er gut […]

Ver­stehe GTA auch nicht… sicher­lich: Süß sich frei durch die Stadt bewe­gen zu kön­nen – aber jeder der ein eige­nes Auto hat kann sich einen guten Freund schnap­pen und selbst rum­fah­ren. Das man dabei in Bezug auf Gewalt und Ver­kehrs­re­geln nicht tun und las­sen kann was man will und die meis­ten Leute auch nicht zig Waf­fen mit sich her­um­schlep­pen mag stim­men, aber dafür muss ich auch nicht immer und immer wie­der die glei­chen Auf­ga­ben erfül­len und kann in der Rea­li­tät inso­fern viel freier agie­ren =)

Das hat mich nach ein paar Jah­ren inten­si­vem WoW genervt und nervt mich grund­sätz­lich bei GTA. Ich hab mich eigent­lich auch sehr auf Assasins Creed gefreut… das Spiel selbst stelte sich dann aller­dings auch als plum­per Auf­guß immer glei­cher Mis­si­ons­ty­pen her­aus.

Heut­zu­tage müs­sen Spiele (für mich) mehr bie­ten, als ein star­res Gerüst, das immer und immer wie­der repro­du­ziert wird. Und da sich sowas kaum fin­den wird muss das Gerüst immer­hin so weit vari­ie­ren, dass ich mich nicht lang­weile… viel­leicht bin ich ein­fach als Online­spie­ler zu sehr ver­wöhnt =)

Bist nicht zu ver­wöhnt, die Ansprü­che sind nur grund­ver­schie­den, wenn ich das so rich­tig deute. Mein Anspruch geht weit über toll insze­nierte Handlung/Charaktere hin­aus. Dafür brau­che ich keine Video­spiele, dafür schaue ich mir lie­ber einen Film an.

Was dann noch bleibt sind die rei­nen Spiel-Systeme und abge­se­hen von Phy­sik und Online als ech­tes spie­le­ri­sche Ele­mente, tre­ten alle Gen­res seit Jah­ren auf der Stelle, wes­halb auch 2008 wie­der Sequels domi­nie­ren. Im Fall von eini­gen weni­gen Gen­res (First Per­son Shoo­ter) geht der Trend sogar meh­rere Schritte zurück. Das Genre ver­liert unglaub­lich an Dyna­mik, dank der spie­le­risch ver­schlimm­bes­ser­ten Cover-Dynamik. Ech­tes spie­le­ri­sches Kön­nen (Reaktion/Bewegung/Zielsicherheit) weicht kon­so­len­ty­pi­schen Auto-Lock und Duck&Cover.

Man schaue sich ein­mal uralte Quake Videos an und ver­glei­che diese mit aktu­el­len Bei­spie­len, da schläft man mitt­ler­weile fast ein. Das kommt davon, wenn man ein PC-Genre, auf Kon­so­len eta­bliert.

Es pas­siert zur­zeit mehr bei Indie-Spielen, als in den gro­ßen erfolg­rei­chen Stu­dios. Aller­dings ent­ste­hen grad bei Sony ein paar wirk­lich neue Fran­chi­ses, mit mäch­tig Poten­tial und wirk­lich anders.

  • #5
  • Mo, 28. April 2008
  • ben_ schrieb:

“… glaubt man den diver­sen bis­he­ri­gen kom­mer­zi­el­len Reviews” ist der Feh­ler. Spiel die Spiele, die Dir Spaß machen. Zen und so, Du weißt schon …

  • #6
  • Mo, 28. April 2008
  • ben_ schrieb:

Mhhhh Quake. Über­haupt. Ego­shoo­ter. Mjamm mjamm. Ich hatte mich ja rie­sig auf Hux­ley gefreut, den es irgend­wie wohl nicht mehr geben wird. Mas­sive Mul­ti­player Online Ego Shoo­ter. Irgend­wie muss sich Batt­le­field 1942 doch noch stei­gern las­sen …

Ach ja und: hör’ nicht auf Marc, den alten Mei­nungs­dik­ta­tor, der ist nur frus­triert, weil er GTA4 mit gebro­che­nem Arm nicht zocken kann. ;]

Apro­pos, MMO-FPS. Die große Grenze hier, auch in den nächs­ten 10 Jah­ren lau­tet schlicht weg Hard­ware. Es gibt noch kei­nen Rech­ner und keine 3D-Engine der Welt, die Spie­ler­zah­len über 40-50 wirk­lich flüs­sig und mit all dem Schnick-Schnack den man so gewöhnt ist, dar­stel­len kann. Zusätz­lich macht die Server-Technik Sor­gen. Das klas­si­che Server-Client-Modell ska­liert sehr schlecht.

Die größ­ten Spie­ler­zah­len online konnte ich im ural­ten Ever­Quest erle­ben. Raids mit teils bis zu 100 Spie­lern. Schon in die Zahl, kommt man heute sel­ten heran.

  • #8
  • Mo, 28. April 2008
  • Chrysostomus schrieb:

“GTA4 ist end­lich mal wie­der ein Spiel bei dem man sich als erwach­se­ner Mensch ernst genom­men fühlt.”

Meine Mei­nung dies­be­züg­lich stimmt mit jener von Olnigg überein. Man siehe sei­nen kur­zen Abriss zu “Gewalt in den Medien”, der sich am Ende sei­nes neuen Arti­kels befin­det:

http://www.olnigg.de/jahr2008/olg147.htm

P.S.: Für alle, die durch Man­gel an guter Spie­le­kost dar­ben: Am 6. Juni erscheint Mass Effect auch für den PC. Wer eine Wii hat, sollte sich auch das neue Mario Kart im Online­mo­dus anse­hen.

[…] http://www.coldheat.de/archiv/2008/04/worin-liegt-die-faszination-fuer-grand-theft-auto.phpweniger ist mehr, auch bei MMOR­PGs; World of War­craft - Zah­len, Nerfs, Patch und was bis­her geschah; RPG-Urvater Gary Gygax, 1938-2008; trans­pa­ren­tes Game-Design; Chun Li vs World of War­craft; player crea­ted MMO con­tent … […]

  • #10
  • Di, 29. April 2008
  • Marc schrieb:

@Ben

Doch könnte ich mitt­ler­weile. Aber das Spiel liegt nun hier und meine XBOX360 in HH. Soll ich dir den Schlüs­sel und das Spiel schi­cken? =D Und Reviews sind doch wich­tig. Wie soll man bei den hun­der­ten von Spie­len noch durch den Dschun­gel der guten Spiele fin­den? Und eine 10/10 bei Gamespot und IGN sollte eigent­lich jeden in den Laden ren­nen las­sen.

  • #11
  • Di, 29. April 2008
  • Marc schrieb:

@Chrysostomus

Mit erwach­sen ist die Hand­lung und das Set­ting gemeint. Ich habe kei­nen Bock auf Knud­del­zeug ohne Anspruch.

  • #12
  • Di, 29. April 2008
  • ben_ schrieb:

@Chris: Hm… BF42 hatte immer­hin schon 64 Player Maps, die auch regel­mä­ßig mal voll waren. Das ging, wenn auch die 32 Par­tien deut­lich flüs­si­ger lie­fen.

@Marc: Aaach schnick schnack Reviews. Man muss für ein Spiel einen Wunsch haben, einen Trieb. Es muss einen anzie­hen, man muss ihm ver­fal­len, bevor man es kauft. Es muss Dir mit nur einer Anzeige, mit nur einem Bild, mit nur einem Satz eine ganze Welt ver­spre­chen. Und neben­bei: Wo bist Du denn, in Bie­le­feld?

[…] war­craf­tus der Ver­zweif­lung her­aus, dass ein guter Freund von mir mitt­ler­weile kom­plett WOW-süchtig ist, will ich ihn aus die­ser Sucht her­aus­brin­gen, indem ich seine WOW-Installation irgend­wie störe/blockiere. Wenn er so wei­ter macht, ver­liert er wirk­lich alle noch ver­blie­ben­den Freunde und wird auch das Jahr wie­der­ho­len müs­sen. Seine Eltern küm­mern sich darum nicht, als ich es ihnen zu erklä­ren ver­suchte, schien es ihnen ziem­lich egal zu sein; jeden­falls haben sie nichts unter­nom­men. Da ich selbst MMPORG-Erfahrung habe, weiß ich, dass man nach eini­ger Zeit Pause oft wie­der Ver­nunft fasst. Ich habe momen­tan fol­gen­des vor: Mein Pro­gramm trägt sich als NT-Dienst ein (er hat XP) und mani­pu­liert die Win­dows hosts-Datei der­ar­tig, dass die Adres­sen der WOW-Login-Server mit 127.0.0.1 auf­ge­löst wer­den und somit natür­lich kein Login mehr mög­lich ist. Das Pro­blem ist, dass sich mein Freund durch­aus im Rah­men des Anwen­ders recht gut mit Win­dows aus­kennt, die Mög­lich­keit, dass ihm zumin­dest fremde Pro­zesse auf­fal­len, wenn er dar­auf ach­tet, besteht. Von der hosts-Datei dürfte er wäh­rend­des­sen noch nichts gehört haben, ich bin mir aller­dings nicht sicher, ob Nor­ton Anti­Vi­rus (hat er instal­liert) ver­än­derte hosts-Dateien nicht erkennt. F-Secure Anti-Virus zumin­dest tut dies. Hat jemand viel­leicht andere Ideen, wie man WOW so stö­ren bzw. blo­ckie­ren kann, dass Spie­len ent­we­der gar nicht mehr oder nicht mehr unter ver­nünf­ti­gen Bedin­gun­gen (bspw. Absturz/Verbindungsabbruch alle 5 Minu­ten, etc.) mög­lich ist? […]

[…] die sind alle­samt locker zu ver­kraf­ten und auch ein­fach wie­der auf­zu­ho­len. Es pas­siert nie etwas wirk­lich gra­vie­ren­des und uner­war­te­tes, wie das im rea­len Leben nur allzu oft der Fall ist. Alles hat sei­nen […]

ich schließe mich ben an: wenn man ein­fach nur kurz hört, worum es in einem spiel geht oder etwas dar­über liest und man schon rich­tig heiß dar­auf ist, das macht es doch erst so rich­tig aus!

  • #16
  • Di, 20. Oktober 2009
  • ben_ schrieb:

Schön, nach andert­halb Jah­ren zu sehen, dass Marc inzwi­schen 4 wei­tere Beste Spiele aller Zeit gefei­ert hat und ich für GTA immer noch nichts über habe. Im Gegen­teil … ich gehe seit einem sams­tag­abend­li­chen Besuch bei einem Kum­pel mit dem Gedan­ken schwan­ger mir wie­der einen Gaming-PC anzu­schaf­fen. Ego-Shooter mit Maus und Tas­ta­tur rulen immer noch. Ebenso wie Point%Click-Stratgie. Und Steam rult auch.

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